Bischof Wilmer: Papst-Enzyklika soll Antwort auf Tech-Riesen geben
Hildesheim - Papst Leo XIV. will am Pfingstmontag die Enzyklika "Magnifica humanitas" veröffentlichen. Für den neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, könnte das Schreiben eine Antwort der Katholischen Kirche auf die Macht großer Technologiekonzerne und die Folgen Künstlicher Intelligenz für die Arbeitswelt werden.
Das schreibt Wilmer in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt", die Digitalkonzerne prägten Debatten, kontrollierten Informationsströme und beeinflussten Demokratie und Arbeitsmärkte. Zugleich stelle KI "neue Herausforderungen im Hinblick auf die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit", so Wilmer. Er verweist zudem auf die Folgen für die Arbeitswelt. In Industrie, Verwaltungen, Banken, Medienhäusern und Logistikunternehmen wachse die Sorge, dass algorithmische Systeme Tätigkeiten verdrängten oder Beschäftigte unter immer stärkeren Effizienzdruck setzten. Viele Arbeitnehmer fragten sich, welchen Platz der Mensch in einer digitalisierten Arbeitswelt künftig noch habe.
Die Technologie setze Beschäftigte unter Druck, eröffne aber zugleich neue Chancen. "KI sind also stets zwei Seiten einer Medaille", heißt es in dem Beitrag. "Menschliche Arbeit ist für die Kirche nie nur ein bloßer Produktionsfaktor, sondern Ausdruck menschlicher Würde und gesellschaftlicher Teilhabe", schreibt Wilmer. Die Veränderungen durch Digitalisierung und KI seien daher nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Fragen.


