Berlin Tegel: Ein Zukunftsquartier entsteht auf dem ehemaligen Flughafenareal

Ein neues Kapitel für Berlin
Berlin transformiert sich an einem der markantesten Standorte der Stadt: Auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tegel, das 2020 den Passagierbetrieb eingestellt hat, entsteht ein zukunftsorientiertes Quartier. Die landeseigene Berlin TXL Management GmbH hat seit der Übernahme im August 2021 die Verantwortung für die Entwicklung und Vermarktung des 500 Hektar großen Geländes übernommen.
Vision für ein nachhaltiges Quartier
Ziel ist es, hier eine lebendige Gemeinschaft zu schaffen, in der Zehntausende Menschen wohnen, arbeiten, lernen und sich erholen können. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Die Urban Tech Republic, das Herzstück des Projekts, wird ein Forschungs- und Industriepark beherbergen, während ein Wohnquartier im östlichen Teil des Geländes geplant ist. Ergänzt werden diese Bereiche durch großzügige Grünflächen, die der Erholung dienen.
Ansiedlung von Unternehmen
Derzeit sind bereits 42 Unternehmen und Institutionen mit rund 450 Beschäftigten auf dem Gelände aktiv. Diese stammen aus innovativen Bereichen wie Mobilität, Energie und digitaler Infrastruktur. Ein Beispiel ist das Start-up Earthbound, das in Tegel nachhaltige Baustoffe entwickelt. "Wir haben für unser Pilotprojekt passende Räume gesucht und in Tegel gefunden", erläutert Gründer Micha Kretschmann. Solche Initiativen sind entscheidend, um den Standort als Innovationshub zu positionieren.
Ein Experimentierraum für neue Technologien
Die Urban Tech Republic bietet nicht nur Büroflächen, sondern auch 60 Hektar Freiraum für Tests neuer Technologien. Hier können Unternehmen wie Projekt Q autonom gesteuerte Fahrzeuge und Drohnentechnologien in einer sicheren Umgebung erproben. Geschäftsführer Felix Albrecht hebt hervor, dass es in Norddeutschland keine vergleichbaren Flächen gibt, was Tegel zu einem einzigartigen Standort macht.
Zukünftige Entwicklungen
Die Vision für die Urban Tech Republic sieht die Ansiedlung von bis zu 1.000 Unternehmen vor, die 20.000 Arbeitsplätze schaffen sollen. Die Vermarktung neuer Grundstücke hat bereits begonnen, und der erste Investor für ein 7.000 Quadratmeter großes Grundstück steht kurz vor Vertragsabschluss. Bis 2028 sollen insgesamt rund 219.000 Quadratmeter Gewerbeflächen zur Verfügung stehen, was das Wachstum und die Attraktivität des Standorts weiter steigern wird.
Historische Gebäude im neuen Kontext
Das markante Terminalgebäude wird unter Denkmalschutz stehen und für neue Zwecke genutzt. Die Berliner Hochschule für Technik wird in Terminal A einziehen, während Terminal B als Innovations- und Kongresszentrum fungieren soll. Terminal D wird sich auf Mobilität, KI und Robotik konzentrieren. Diese Umnutzungen sind nicht nur ein Gewinn für die Bildung, sondern auch ein Anreiz für Unternehmen, sich in der Urban Tech Republic anzusiedeln.
Wohnungsbau und soziale Infrastruktur
Im Schumacher Quartier, das auf 46 Hektar mehr als 5.000 Wohnungen für über 10.000 Menschen schaffen wird, beginnen die Bauarbeiten im August. Die ersten 337 Wohnungen sollen bis Ende 2028 bezugsfertig sein, mit einem Mietpreis ab sieben Euro pro Quadratmeter. Der ressourcenschonende Holzhybridbau und nachhaltige Prinzipien werden hier großgeschrieben, was den Standort zusätzlich attraktiv macht.
Verkehrsanbindung und Mobilität
Zur Anbindung des neuen Quartiers wird eine Straßenbahnlinie geplant, die voraussichtlich 2034 fertiggestellt sein soll. Während die Verkehrsanbindung für die Ansiedlung von Unternehmen und die Lebensqualität der Bewohner entscheidend ist, wird bereits über interimistische Lösungen nachgedacht, um die Mobilität vor der endgültigen Fertigstellung zu gewährleisten. Wolters sieht hier Potenzial für innovative Ansätze, die direkt vor Ort getestet werden können.
Insgesamt zeigt das Projekt am ehemaligen Flughafen Tegel, wie durch unternehmerische Freiheit und innovative Ansätze ein neuer, dynamischer Standort geschaffen werden kann, der sowohl für Investoren als auch für zukünftige Bewohner von erheblichem Wert sein wird.

