Berlin kippt das Blockmodell – und schiebt älteren Fachkräften das Messer in den Rücken
Ein beliebtes Modell wird zerschlagen
Vier von fünf Beschäftigten, die Altersteilzeit nutzen, arbeiten im Blockmodell: volle Leistung, halbes Gehalt für ein paar Jahre, danach gleiches Geld ohne Arbeit. 2023 waren es 284.000 Menschen – 189.000 Männer, 95.000 Frauen. Die Rentenkommission der Bundesregierung empfiehlt nun, dieses Modell zu verbieten und den Einstieg auf 58 Jahre anzuheben. Schwarz-Rot will die Vorschläge eins zu eins umsetzen.
Wer wirklich gewinnt
Die Branchen, die das Modell am häufigsten nutzen, sind Energieversorger, Banken, Versicherungen und das verarbeitende Gewerbe. 47 Prozent der Fälle entfallen auf Betriebe mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Gerade dort, wo erfahrene Ingenieure und Facharbeiter sitzen, wird das Blockmodell als flexibles Instrument genutzt, um Personal abzufedern, ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Die Regierung redet sich heraus
Das Sozialministerium behauptet, die Altersteilzeit bleibe erhalten – nur das Blockmodell werde gestrichen. Wertguthaben und andere Modelle seien weiter möglich. Das klingt harmlos, ist aber ein klassischer Etikettenschwindel: Was die Koalition als „Anpassung“ verkauft, ist eine reale Kürzung der Vertragsfreiheit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Die Linke warnt vor dem Falschen
Sarah Vollath von der Linken sieht in der Abschaffung eine Gefahr für den Industriestandort. Sie hat recht, dass betriebsbedingte Kündigungen steigen könnten. Doch die Lösung liegt nicht in noch mehr staatlicher Steuerung, sondern in weniger Regulierung: Wer Verträge frei schließen darf, braucht keine Blockmodelle vom Staat.
Der Steuerzahler bleibt außen vor
Jede staatliche Einschränkung der Altersteilzeit verlagert Kosten vom Unternehmen auf die Allgemeinheit. Entweder über höhere Sozialabgaben oder über längere Arbeitslosigkeit älterer Arbeitnehmer. Der Steuerzahler finanziert am Ende das, was die Koalition als „sozialverträglich“ bezeichnet.
Die richtige Antwort heißt weniger Staat
Statt neue Hürden zu bauen, sollte die Politik den Markt entscheiden lassen. Unternehmen und Beschäftigte wissen am besten, wie sie den Übergang in den Ruhestand regeln. Der Staat hat als Schiedsrichter zu dienen, nicht als Mitspieler. Alles andere ist ein Eingriff in die Vertragsfreiheit mündiger Erwachsener – und genau das, was Deutschland teuer zu stehen kommt.

