Berlin-Datenleck: 5,8 Terabyte im Darknet – Steuerzahler zahlen Millionen für staatliche Schlamperei
Ein Datenleck von historischem Ausmaß
Seit Freitag kursieren im Darknet 5,8 Terabyte an vertraulichen Berliner Verwaltungsdaten. 1,44 Millionen Dateien – darunter gescannte Reisepässe, Arbeitsverträge und Krankmeldungen – liegen nun für jedermann zugänglich im Netz. Was zunächst nach einem weiteren IT-Pannenfall klang, entpuppt sich als Sicherheitskatastrophe mit nationaler Tragweite.
Kritische Infrastruktur enttarnt
Unter den veröffentlichten Dateien finden sich auch detaillierte Informationen über Wasserversorgung, Heizkraftwerke, Tanklager und Umspannwerke. IT-Experte Manuel Atug spricht von grober Fahrlässigkeit und wissentlicher Missachtung geltender Geheimschutz-Vorgaben. Schon 2023 und 2025 hatte er im Berliner Innenausschuss auf diese Sicherheitslücken hingewiesen – ohne dass die Behörden handelten.
Die Rechnung geht an den Bürger
Grünen-Politiker Konstantin von Notz spricht von einem "echten Daten-Super-GAU" und schätzt die finanziellen Folgen auf Millionenbeträge. Der Steuerzahler wird erneut für Behördenversagen zur Kasse gebeten. Dabei ist der Schaden längst nicht nur monetär: Daten zu Gefängnissen, Rüstungsunternehmen und Bundeswehr-Einrichtungen liegen nun potenziellen Gegnern und Terroristen vor.
Wer zahlt, wer schweigt
CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter warnt vor gravierenden Folgen für die nationale Sicherheit. Die Bundesregierung trägt nach Einschätzung von Notz direkte Mitschuld an den Versäumnissen. Die Behörden schweigen derweil über die konkrete Natur der geleakten Informationen – die Betroffenen erfahren erst nach und nach, welche Risiken ihnen drohen.
Ein Systemversagen mit Ansage
Die Hackergruppe Rhysida hatte 30 Bitcoin gefordert – rund zwei Millionen Euro. Der Senat verweigerte die Zahlung und löste damit die Veröffentlichung aus. BSI, BKA und Verfassungsschutz sind nun in die Aufarbeitung eingebunden, während die eigentliche Verantwortung bei jahrelanger politischer Untätigkeit liegt. In zwei Wochen wird in Berlin neu gewählt – das Vertrauen in die staatliche IT-Sicherheit ist bereits jetzt massiv beschädigt.

