Bericht: Rug Pulls dominieren Krypto-Betrügereien und machen 54% der Bedrohungen aus

Rug Pulls stellen über 54% aller neu entdeckten Krypto-Betrügereien dar, wie aktuelle Daten der On-Chain-Sicherheitsanalyseplattform Web3 Antivirus zeigen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Betrugstaktiken zwar weiterentwickeln, viele Angreifer jedoch weiterhin auf Token-Projekte setzen, die zunächst legitim erscheinen, bevor Vertragskontrollen eingesetzt werden, um Investoren zu fangen oder Liquidität abzuziehen.
Rug Pulls als größte Bedrohung
In einer Analyse vom 9. Juni erklärte Web3 Antivirus, dass Honeypots, eine andere, aber verwandte Betrugsmethode, mit etwa 22% an zweiter Stelle stehen, gefolgt von gefälschten Tokens mit rund 12% und Betrugs-Airdrops mit knapp unter 12%.
Die Mechanismen hinter Rug Pulls machen diese Betrügereien so effektiv. Laut dem Sicherheitsunternehmen werden sie so gestaltet, dass sie in ihren Anfangsphasen wie normale Marktaktivitäten aussehen, mit steigenden Preisen, Handelsvolumen und hoher Aktivität in Online-Foren.
Das Risiko wird erst sichtbar, wenn die Vertragsinhaber versteckte Berechtigungen ausüben, die entweder den Verkauf verhindern, Liquidität entfernen oder anderweitig Gelder sperren.
“A token can look alive with the chart moving up and the community getting louder, but one owner-side action can change everything in secs,” wrote Web3 Antivirus. “The same contract controls that were invisible during the pump can suddenly become the reason users cannot exit, liquidity disappears and the chart collapses.”
Honeypots funktionieren nach dem gleichen Grundprinzip. Betrüger erstellen einen gefälschten Token und vermarkten ihn überzeugend als große Investitionsmöglichkeit. Sie treiben sogar den Wert des Tokens künstlich in die Höhe, indem sie selbst Transaktionen durchführen, um eine Illusion hoher Nachfrage zu erzeugen und ahnungslose Investoren anzulocken.
Sobald jedoch Menschen investieren, oft zu überhöhten Preisen, verhindert der zugrunde liegende Vertrag jeden Verkauf, während die Betrüger die Gewinne abziehen und sich zurückziehen. Die neuesten Scam Pulse-Daten von Web3 Antivirus zeigen, dass mehr als 425.000 Rug Pulls, 172.000 Honeypots und über 94.000 Betrugs-Airdrops erkannt wurden.
Von über 100 Millionen analysierten Verträgen hat die Plattform fast 4 Millionen als Betrug markiert, wobei mindestens 3,1 Millionen davon allein in den letzten 30 Tagen aufgetreten sind.
Es gab auch einen Anstieg bei der Nachahmung von Token-Verträgen, wie in der wöchentlichen Rangliste des Sicherheitsunternehmens zu sehen ist, wobei Ethereum mit 291 gefälschten Token-Erkennungen an der Spitze steht. Tether folgte dicht dahinter mit 270 und USDC mit 225, wobei die Aktivität bei fast jedem verfolgten Vermögenswert im Vergleich zur Vorwoche gestiegen ist.
Verbreitungsmethoden werden schwerer zu erkennen
Über die On-Chain-Mechanismen hinaus wies Web3 Antivirus darauf hin, dass KI die Art und Weise verändert, wie Betrügereien Nutzer überhaupt erreichen. Die Technologie ermöglicht es nun, dass Phishing-E-Mails, gefälschte Support-Chats und betrügerische Social-Media-Posts so gut aussehen, dass sie eine schnelle visuelle Prüfung bestehen.
Laut ihren Daten sind E-Mails mit 53% der häufigste Verbreitungskanal, gefolgt von SMS mit 10%, sozialen Medien mit 9% und Online-Anzeigen mit 8%. Ein Beispiel aus der Branche ist ein Vorfall im Mai, bei dem eine gefälschte Uniswap-Website mindestens $400.000 von Nutzern abzog, bevor Alarm geschlagen wurde.
Im selben Monat gab der ehemalige CTO von Ripple, David Schwartz, eine Warnung an XRP-Investoren über eine gefälschte Airdrop- und Giveaway-Kampagne heraus, die auf XRPL-Nutzer abzielte.
Kürzlich identifizierte Web3 Antivirus ein Phishing-Konto, das sich als das Canton Network ausgab und mit dem Branding des Projekts einen angeblich offiziellen Ankündigungspost nutzte, um ahnungslose Nutzer auf eine betrügerische URL umzuleiten.

