Bericht: KI, Warsh und Geopolitik durchbrechen Bitcoin-Korrelation mit Aktien und Gold

Die Ankunft von Kevin Warsh bei der US-Notenbank, erneute geopolitische Spannungen und der Investitionsboom in Künstliche Intelligenz (KI) haben laut einem neuen Bericht der Krypto-Handelsfirma BIT dazu geführt, dass sich Aktien, Gold und Bitcoin in diesem Jahr stark unterschiedlich entwickelt haben.
Der Bericht argumentiert, dass Investoren nicht mehr auf ein einziges makroökonomisches Thema reagieren. Stattdessen schwanken die Märkte zwischen verschiedenen Katalysatoren, die wiederholt die Kapitalströme verändert haben.
Warsh, Iran und eine unbewegliche Fed
Laut BIT haben sich die traditionellen Beziehungen zwischen Aktien, Gold und Bitcoin aufgelöst, da Investoren kontinuierlich Vermögenswerte umbewerten, basierend auf sich ändernden makroökonomischen Narrativen.
Der Bericht stellte fest, dass der S&P 500 seit Jahresbeginn um 9% gestiegen ist, während Gold um 6% gefallen und Bitcoin um 31% gesunken ist. Anstatt sich gemeinsam zu bewegen, haben die drei Vermögenswerte unterschiedlich auf Erwartungen bezüglich Geldpolitik, geopolitischen Ereignissen und KI reagiert, die abwechselnd die Aufmerksamkeit der Investoren dominierten.
BIT identifizierte die erste große Veränderung in den Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve. Nachdem Präsident Donald Trump Kevin Warsh als Leiter der Zentralbank vorgeschlagen hatte, gaben die Märkte frühere Erwartungen von drei Zinssenkungen in diesem Jahr auf und begannen stattdessen, einen restriktiveren Kurs einzupreisen. Das Juni-Treffen des Federal Open Market Committee verstärkte diese Erwartungen, was Druck auf Vermögenswerte ausübte, die typischerweise von einer lockereren Liquidität profitieren, einschließlich Bitcoin und Gold.
Dann kam es zu Spannungen mit dem Iran, der die Straße von Hormus nach Angriffen durch die USA und Israel schloss, was die Ölpreise in die Höhe trieb und Aktien fallen ließ. Auch Gold fiel, da die Märkte laut BIT erwarteten, dass Zentralbanken im Nahen Osten Gelder zur Finanzierung des Wiederaufbaus der durch den Konflikt betroffenen Infrastruktur umleiten würden, anstatt mehr Gold zu kaufen.
Inmitten dieser Ereignisse geriet Bitcoin in eine Abwärtsbewegung und fiel unter die Marke von $60.000, was laut der Krypto-Firma seine bisherige Widerstandsfähigkeit während geopolitischer Krisen durchbrach.
Nachdem die Iran-Krise abgeklungen war, verlagerte sich die Aufmerksamkeit fast vollständig auf Künstliche Intelligenz, mit Nvidias gemeldeter $2 Milliarden-Beteiligung an Marvell Technology und Anthropics Jahresumsatz, der die $30 Milliarden-Marke übertraf, im Vergleich zu den zuvor gemeldeten $20 Milliarden von OpenAI. Diese Kombination machte den KI-Markt zum dominierenden Investitionsthema, was Technologiewerte anhob und Kapital von anderen Vermögenswerten abzog.
BITs Prognose
Allerdings begann die Begeisterung für KI um Juni herum zu verblassen, als das, was BIT als "Tokenmaxxing"-Handel bezeichnete, an Schwung verlor, da Unternehmen die tatsächlichen Kosten von KI-Token bemerkten, während günstigere Open-Source-Modelle aus China zusätzlichen Druck ausübten.
Der Bericht stellte auch fest, dass Spot-Bitcoin-ETFs in diesem Zeitraum zu großen Verkäufern wurden und ihre Bestände um etwa $9 Milliarden reduzierten, während Bitcoin selbst von etwa $82.000 auf nahe $63.000 fiel.
Gold ist aus Sicht des Unternehmens technisch bereits überverkauft, und Bitcoin nähert sich einem Zyklustief irgendwo zwischen $50.000 und $55.000. BIT glaubt jedoch, dass die aktuelle Divergenz nicht von Dauer sein wird, insbesondere wenn das September-FOMC-Treffen eine Änderung der restriktiven Haltung der Fed bringt und die Nachfrage nach KI-Ausgaben wieder anzieht, während die Inflation abkühlt. In diesem Szenario könnten Gold, Bitcoin und KI-Investitionen gemeinsam wieder steigen.

