Bayer auf Kurs zur Zulassung des Wirkstoffs Elinzanetant gegen Wechseljahresbeschwerden
Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat positive Studiendaten zum Wirkstoff Elinzanetant bekanntgegeben, der zur Behandlung bestimmter Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden soll. Laut Bayer haben zwei Phase-III-Studien eine statistisch signifikante Verringerung der Hitzewallungen bei den Probandinnen gezeigt. Das Unternehmen plant die Einreichung von Zulassungsanträgen, sobald die Ergebnisse der Oasis 3 Studie vorliegen, was für die kommenden Monate erwartet wird. Allerdings ist Bayer in diesem Bereich hinter dem japanischen Konkurrenten Astellas Pharma zurückgeblieben, der bereits seit Mai 2023 ein vergleichbares Medikament in den USA verkaufen darf.
Der Aktienkurs von Bayer verzeichnete nach anfänglichen Gewinnen einen Rückgang um 0,3 Prozent und steht somit im Minus. Im Falle einer Zulassung könnte Elinzanetant eine Alternative für Frauen sein, die keine Hormonersatztherapie wünschen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht nutzen können.
Die Phase-III-Studien Oasis 1 und 2 haben alle vier primären Endpunkte erreicht und eine statistisch signifikante Verringerung der Hitzewallungen im Vergleich zu einem Placebo bis zur vierten und zwölften Woche gezeigt. Sekundäre Endpunkte wurden ebenfalls erreicht, darunter eine statistisch signifikante Verringerung der Hitzewallungen in der ersten Woche sowie Verbesserungen bei Schlafstörungen und der Lebensqualität.
Laut Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan könnte der Erfolg von Elinzanetant in den Studien leicht positiv für Bayer sein, da das Potenzial des Medikaments in Bezug auf den Umsatz wahrscheinlich noch nicht allgemein erwartet werde. Dennoch würde Bayer im Falle einer Zulassung voraussichtlich anderthalb Jahre hinter Astellas zurückbleiben. Daher seien detaillierte Informationen zur Effizienz von Elinzanetant im Vergleich wichtig, die Bayer noch auf medizinischen Kongressen präsentieren wird.
Der Verkaufsstart des Astellas-Konkurrenzmedikaments Veozah verlief eher schleppend. Im Zeitraum nach der Markteinführung bis Ende September erzielte das Unternehmen lediglich 1,3 Milliarden Yen Umsatz (umgerechnet 8,3 Millionen Euro). Das deutet darauf hin, dass Elinzanetant für Bayer wahrscheinlich keine herausragende wirtschaftliche Bedeutung haben wird, so Analyst Vosser.
Bayer hat Elinzanetant nach der Übernahme des britischen Biotech-Unternehmens Kandy Therapeutics im Jahr 2020 in sein Entwicklungsportfolio aufgenommen. Aktuell läuft eine weitere Studie (Oasis 4), in der der Medikamentenkandidat an Brustkrebspatientinnen getestet wird. Diese leiden oft unter Wechseljahresbeschwerden aufgrund von Hormonsenkungstherapien, die zu einem niedrigeren Östrogenspiegel führen.
Bayer hat angekündigt, das klinische Entwicklungsprogramm für Elinzanetant zu erweitern. Die Phase-II-Studie Nirvana soll die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffs bei Frauen mit wechseljahresbedingten Schlafstörungen untersuchen.
Stefan Oelrich, CEO der Pharma-Sparte von Bayer, hatte vor einem Jahr einen Spitzenumsatz von über einer Milliarde Euro für Elinzanetant prognostiziert. Ein kommerzieller Erfolg des Mittels könnte Bayer helfen, die wachsende Erlöslücke aufgrund des Auslaufens der Patente für die Milliardenmedikamente Xarelto, ein Blutverdünner, und Eylea, ein Augenmittel, zumindest teilweise zu schließen. (eulerpool-AFX)

