Bauernverbandschef fordert Rücknahme von Subventionskürzungen - Proteste blockieren Straßen
Während landesweite Proteste der Landwirte begonnen haben, hat der Chef des Bauernverbands, Joachim Rukwied, die Bundesregierung erneut aufgefordert, die geplanten Subventionskürzungen für die Landwirtschaft zurückzunehmen. Rukwied betonte, dass diese Kürzungen die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft gefährden und letztendlich die Versorgung mit heimischen hochwertigen Lebensmitteln gefährden könnten. "Wir setzen darauf, dass bei der Berliner Regierung die Vernunft einkehrt und dass man diese überproportionale Belastung der Landwirtschaft zurücknimmt. Das ist unser Kernziel bei den Demonstrationen", erklärte er in einem Interview mit dem RBB-Inforadio.
Rukwied wies auch auf die jüngste Entwicklung der Unternehmensergebnisse hin. Im vergangenen Jahr habe es einen seltenen Erfolg für die Landwirte gegeben, da die gestiegenen Preise für Milch, Getreide und Fleisch zu angemessenen Unternehmensergebnissen führten. Jedoch seien die Milch- und Schweinepreise inzwischen drastisch gesunken. "Die Milchpreise sind mittlerweile eingebrochen. Wir hatten in der Spitze 60 Cent, jetzt sind wir wieder bei rund 40 Cent. Die Schweinepreise sind rückläufig. Insbesondere bei Getreide, bei Raps sind die Preise eingebrochen", fügte er hinzu. In Kombination mit den vorgeschlagenen Subventionskürzungen und höheren Energiepreisen werde dies zu einem Einkommenseinbruch von mindestens einem Drittel bei den Landwirten führen, was für sie inakzeptabel sei.
Rukwied lehnte die Abschaffung der Schuldenbremse ab und betonte stattdessen, dass das Ausgabenproblem des Bundes genauer betrachtet werden müsse. Er nannte das Erweiterungsprojekt des Bundeskanzleramtes und den Luftverkehr als Beispiele für Einsparpotenziale.
Derzeit haben zahlreiche Landwirte die Autobahnauffahrten und wichtige Straßen mit ihren Traktoren blockiert, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. (eulerpool-AFX)

