Barclays: Hier gibt es im kommenden Jahr bessere Chancen als auf dem US-Aktienmarkt

• Barclays-Analyst mit Ausblick für 2020
• Ähnliches Aufwärtspotenzial für Aktien aus Europa und den USA
• Europäische Aktien mit besserem Risikoprofil

Die Aktienmärkte in den USA und Europa haben in den letzten Wochen noch einmal deutlich zugelegt - und auch im kommenden Jahr dürfte es laut Einschätzung der Investmentbank Barclays in beiden Regionen weiter nach oben gehen. Dennoch sieht die britische Bank in 2020 die besten Chancen nicht mehr auf dem US-Markt - obwohl sie bislang laut "MarketWatch" noch US-Aktien übergewichtet hat.

Barclays erwartet 2020 nur kleine Zuwächse

In einem Ausblick für 2020, der am Ende November veröffentlicht wurde, prognostiziert die britische Bank sowohl für den europäischen als auch den US-amerikanischen Aktienmarkt im kommenden Jahr Zuwächse im mittleren einstelligen Bereich. So soll etwa der Stoxx Europe 600 in gut einem Jahr bei 430 Punkten stehen. Das wäre ausgehend vom jetzigen Niveau ein Plus von rund sechs Prozent und damit deutlich weniger als im aktuellen Jahr, in dem der Index bereits rund 20 Prozent zugelegt hat.

Als Gründe für die vorhergesagte Entwicklung auf beiden Märkten nennen die Analysten laut "CNBC" einen leichten Rückgang der globalen Wirtschaft, dem aber leicht steigende Bewertungen gegenüberstehen sowie ein moderates Wachstum beim Gewinn je Aktie, befeuert durch die Geldpolitik der Zentralbanken. Obwohl diese Faktoren laut Barclays sowohl US-Aktien als auch europäische Titel gleichermaßen betreffen werden, spricht die britische Bank dennoch für das kommende Jahr von einer "taktischen Präferenz" für Papiere aus Europa. Diese hätten das bessere Risikoprofil und die Bewertungen seien attraktiver als bei US-Papieren, die mittlerweile relativ gesehen zu teuer seien, schreibt Emmanuel Cau, Chefstratege für europäische Aktien bei der Bank, laut "CNBC".

Risikoprofil spricht für europäische Aktien

Als Risiken für den US-Aktienmarkt nennt Cau vor allem die politische Unsicherheit durch die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020. US-Aktien hätten in der Vergangenheit im vierten Jahr einer Präsidentschaft zwar tendenziell immer gut abgeschnitten, doch ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump könnte die Anleger verunsichern, so der Barclays-Analyst. Für europäische Aktien sieht die britische Bank hingegen einige Chancen. So würden ein sich verbesserndes makroökonomisches Umfeld, bessere finanzielle Konditionen sowie eine leichte Erholung der Gewinne für einen anhaltenden Bullenmarkt in Europa sprechen, heißt es laut "CNBC" in dem Barclays-Ausblick.

Aktienexperte Emmanuel Cau spricht außerdem davon, dass bislang viele Investoren europäische Titel gegenüber US-Aktien untergewichtet hätten. Da nun die Bewertungen in Europa jedoch attraktiver seien, könnte sich das in Zukunft ändern und die Investoren in diese Anlageklasse zurückströmen. Auch eine mögliche Einigung rund um den Brexit im kommenden Jahr sieht Cau als große Chance für europäische, aber auch britische Aktien, denn "die ernsthaften Abflüsse aus Aktienfonds mit Fokus auf Europa und dem Vereinigten Königreich begannen im Juni 2016 direkt nach dem EU-Referendum", so der Experte. Falls das Hin und Her um den Brexit also 2020 endlich ein Ende finden würde, könnte sich diese Entwicklung umkehren - und dem europäischen Aktienmarkt womöglich doch zu einem etwas deutlicheren Plus verhelfen.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 03.12.2019 · 21:38 Uhr
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