Bankless-Mitgründer erklärt, warum er all sein Ethereum verkauft hat

David Hoffman, Mitgründer von Bankless, hat bekannt gegeben, dass er sein gesamtes Ethereum (ETH) verkauft hat. Er begründete diesen Schritt damit, dass die These "ETH ist Geld" weitgehend umgesetzt sei. Dies markiert eine bemerkenswerte Wende von einem der sichtbarsten öffentlichen Befürworter von Ethereum. Hoffman bleibt zwar optimistisch in Bezug auf das Ethereum-Netzwerk, sieht jedoch keinen klaren Weg mehr, wie ETH als Vermögenswert strukturell neu bewertet werden könnte.
Hoffman erklärte, dass diese Entscheidung für jemanden, der seine Karriere und sein Geschäft rund um Ethereum aufgebaut hat, nicht leichtfertig getroffen wurde. Er betonte, dass die "ETH ist Geld"-These nicht gescheitert sei, sondern sich erfüllt habe. Ethereum habe den Preis erreicht, den es verdient, und er sehe keine Möglichkeit, dass ETH als Vermögenswert höher oder niedriger neu bewertet wird.
Hoffman sieht das monetäre Fenster für Ethereum schließen
Hoffman beschrieb Ethereum als ein großes Koordinationsspiel, bei dem die "ETH ist Geld"-These mehrere Ebenen des Ökosystems gleichzeitig in Einklang bringen musste. Ethereum benötigte dezentralisierte Führung, reaktionsfähige Governance, schnelle technische Umsetzung, kohärente Layer-2-Anreize und genügend Marktdominanz, um ETH zum natürlichen monetären Schelling-Punkt des Ökosystems zu machen.
Er argumentierte, dass dies immer ein schmaler Pfad war. "Geld ist ein Koordinationsspiel, und Koordination ist schwierig", schrieb Hoffman. Das Ethereum-Projekt selbst sei eine Reihe von Koordinationsherausforderungen über mehrere Ebenen hinweg, und die "ETH ist Geld"-These erforderte, dass alle erfolgreich und mit Vertrauen umgesetzt werden.
In Hoffmans Sichtweise hat Ethereum die schwierigere architektonische Wahl im Vergleich zu Bitcoin getroffen. Während Bitcoin seine Basisstruktur reduziert hat, um die monetäre Rolle von BTC zu stärken, hat Ethereum Programmierbarkeit hinzugefügt und versucht, den Nutzen des Blockraums zu maximieren. Dieser Ansatz hat eine enorme Angriffsfläche für die Adoption geschaffen, machte jedoch den monetären Status von ETH davon abhängig, dass Ethereum gleichzeitig in Technologie, Kultur, Governance und Marktstruktur erfolgreich ist.
Gebühren, Layer-2-Lösungen und das Problem der Vermögensbindung
Ein zentraler Punkt in Hoffmans Argumentation ist, dass Smart-Contract-Token auf Layer 1 weiterhin an Aktivität, Gebühren und Einnahmen gebunden sind. Er verwies auf ETHs Dominanz im Jahr 2021, Solanas Wiederaufleben im Jahr 2024, NEARs Neubewertung im Jahr 2026 sowie auf langjährige Gebühren-Generatoren wie BNB und TRX als Beispiele dafür, dass der Markt Ketten belohnt, die direkte Einnahmen beibehalten oder ausbauen.
Im Gegensatz dazu hat Ethereum bewusst eine Struktur gewählt, bei der der Wert nach außen abfließt. Rollups skalieren die Ausführung, Anwendungen erfassen mehr von der benutzerorientierten Marge, und Ethereum bietet eine sichere Abwicklung zu geringen Kosten. Hoffman beschrieb dies als ein Merkmal von Ethereums Ideologie und Architektur, aber auch als Herausforderung für ETH als Vermögenswert.
Hoffman argumentierte, dass Ethereum zwar "edel", "gut" und "das erfolgreichste Non-Profit-Unternehmen der Welt" sei, dies jedoch nicht automatisch bedeute, dass ETH ab diesem Punkt eine bessere Investition darstelle. Er sagte, dass der rollup-zentrierte Fahrplan es Layer-2-Lösungen ermögliche, "97% Margen" zu erzielen, während die "fat-app"-These mehr Wirtschaftlichkeit bei den Anwendungen belasse als beim Basisvermögenswert.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der ETH-Kurs bei $2.080.

