Iran-Krieg

Bab al-Mandab könnte nächster Engpass für Schiffe werden

22. Juli 2026, 15:38 Uhr · Quelle: dpa
Iran-Krieg - Jemen
Foto: Abdulnasser Alseddik/AP/dpa
Schiffsbetreiber betrachten auch die Meerenge Bab al-Mandab zunehmend als Gefahrenzone. (Archivbild)
Seit Monaten ringen Händler, Reedereien und Schiffsbesatzungen mit der gefährlichen Lage in der Straße von Hormus. Vor Jemens Küste steigt langsam auch das Risiko an der Meerenge Bab al-Mandab.

Sanaa/Athen (dpa) - Nach der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus könnte die Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste Jemens zur nächsten Gefahr für die Schifffahrt werden. Das Risiko eines «doppelten Engpasses» steige, berichtete der Datenanbieter Kpler heute mit Blick auf den Schiffsverkehr in den beiden Seewegen. Das Vertrauen für den Schiffsbetrieb dort sei «unter Druck». An beiden Meerengen sei der Verkehr am Dienstag deutlich zurückgegangen.

Die Straße von Hormus im Osten der Arabischen Halbinsel, wo es im Iran-Krieg wiederholt zu Angriffen auf Öltanker und andere Handelsschiffe kommt, steht seit Monaten im Fokus. Im Westen der Halbinsel liegt zudem vor Jemens Küste der Bab al-Mandab («Tor der Tränen» oder «Tor der Klagen»). Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Sie hat als Umgehungsroute für die Straße von Hormus etwa bei Ölexporten Saudi-Arabiens zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Betreiber werden auch im Bab al-Mandab vorsichtiger

Am Dienstag sei der Verkehr in der Straße von Hormus um 31 Prozent gesunken im Vergleich zum Vortag, teilte Kpler mit, und am Bab al-Mandab um 34 Prozent. Im Golf von Aden, der zum Bab al-Mandab führt, seien mindestens vier Schiffe nach jüngsten Drohungen der Huthi-Miliz im Jemen umgekehrt, berichtete Kpler. Dies deute darauf hin, dass Betreiber auch hier vorsichtiger würden. 

Auch der EU-Marineeinsatzverband Aspides empfiehlt Handelsschiffen mit Verbindungen zu israelischen, US-amerikanischen oder saudischen Interessen, die Durchfahrt durch das Rote Meer und den Golf von Aden bis zu einer Verringerung der Bedrohungslage möglichst zu vermeiden.

Handelsschiffe, die den östlichen Golf von Aden und das Rote Meer dennoch passieren müssen, sollten erhöhte Wachsamkeit walten lassen und eine enge Koordination mit dem Maritime Security Centre - Indian Ocean (MSCIO) aufrechterhalten, hieß es in einer Mitteilung der EU-Marineverbandes Aspides am Mittwoch. 

Der EU-Marineeinsatzverband EUNAVFOR Aspides bleibe dem Schutz der Freiheit der Schifffahrt verpflichtet und biete weiterhin Überwachungs- sowie Nahschutzdienste (Close Protection) im gesamten Roten Meer, in der Straße von Bab al-Mandab sowie im Golf von Aden an, sagte ein Aspides-Sprecher der dpa am Mittwoch. 

Der Datenanbieter Windward schrieb, dass fünf Schiffe hier ihren Kurs änderten und die Meerenge als «Risikozone» betrachtet werde. Einige Schiffe hätten ihre Fahrt trotz der jüngsten Drohungen der Huthi aber auch fortgesetzt. Wer die Meerenge umfahren will, muss einen langen und teuren Umweg über das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika in Kauf nehmen - laut Windward mit zusätzlichen Kosten von rund zwei Millionen US-Dollar pro Fahrt. 

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hat eine «Blockade» der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet und nach eigener Darstellung bereits sechs Schiffe zur Umkehr gezwungen. Die Miliz hatte den Welthandel durch Angriffe im Roten Meer ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt.

Krieg / Konflikte / Jemen / Iran / USA / Rotes Meer / Huthi-Miliz
22.07.2026 · 15:38 Uhr
[3 Kommentare]
Waldbrand im Hürtgenwald
Hürtgenwald (dpa) - Im Hürtgenwald in der Eifel, wo Ende vergangener Woche der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens entstanden war, stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. «Die Lage im Hürtgenwald ist weiter unter Kontrolle», sagte eine Sprecherin des Kreises Düren. «Nach wie vor gibt es aber zahlreiche Glutnester.» Diese seien […] (01)
vor 21 Minuten
Gutes Licht in der Wohnung entsteht selten durch eine einzelne Lichtquelle. Wer schon einmal in einem Raum stand, der nur von einer Deckenleuchte erhellt wird, kennt das Ergebnis: gleichmäßiges, aber flaches Licht ohne Tiefe und Atmosphäre. Innenarchitekten arbeiten deshalb seit Jahren mit dem Prinzip der Lichtschichten – einer Kombination aus […] (00)
vor 1 Stunde
Ferrari Luce
Pebble Beach (dpa) - Der allererste Elektro-Ferrari, der in diesem Jahr zum kontroversesten Modell des italienischen Sportwagenbauers wurde, hat bei einer Auktion 40 Millionen Dollar (rund 34,5 Mio. Euro) eingebracht. Der Erlös der Versteigerung am Rande der Autoshow im kalifornischen Pebble Beach geht komplett an die wohltätige Ferrari-Stiftung. Das […] (00)
vor 51 Minuten
DOOM-Entwickler schießt gegen Microsoft: “Die verstehen nichts von Spielen”
Nun wird der Unmut über den Stellenabbau bei Microsoft auch in den Studios lauter. In einem Podcast übte ein führender Entwickler bei id Software, der Schmiede hinter Doom und Wolfenstein, heftige Kritik an der Xbox-Chefetage. Im Vormonat kündigte CEO Asha Sharma die Streichung von rund 3.200 Stellen an, während manche Experten gar von der größten […] (01)
vor 18 Stunden
Solala: Nürburgring macht ran racing: DTM nicht froh
Ein weiteres Rennen der DTM-Saison ging bei ProSieben über den Äther. Mit abermals eher mäßig großer Bühne. Das Rennen vom Norisring am 05. Juli bleibt der bisher größte Erfolg von ran racing: DTM 2026. Auch, nach den Ergebnissen von gestern, denn mit dem Rennen vom Nürburgring sollten keine neuen Rekorde ins Ziel donnern. Doch der Reihe nach: Der angesprochene Saison-Bestwert lag vor dem […] (00)
vor 2 Stunden
Schwimm-EM in Paris
Paris (dpa) - Isabel Gose und Maya Werner stockten ihr beeindruckendes Medaillenkonto weiter auf, Olympiasieger Lukas Märtens freute sich über Bronze: Die deutschen Schwimmer haben einen starken Abschluss einer glänzenden Europameisterschaft in Paris gefeiert. Angefeuert von Überflieger Johannes Liebmann, der als Zuschauer auf der Tribüne mitfieberte, […] (02)
vor 14 Stunden
bitcoin, currency, finance, coin, crypto, cryptocurrency, brown finance
Anthropic nähert sich offenbar seinem Börsengang, der als einer der am meisten beobachteten Technologielistungen des Jahres 2026 gilt. Es wird erwartet, dass der Hersteller von Claude im Herbst an die Börse geht, obwohl noch einige wichtige Punkte zu klären sind. Prognosemärkte deuten auf Oktober hin Obwohl es keine Gewissheit gibt, tendieren Händler […] (00)
vor 47 Minuten
Bremerhaven: Maritime Tage: Friedlich, fröhlich, faszinierend
Wilhelmshaven, 17.08.2026 (lifePR) - Alles anders, aber genauso gut: Die Maritimen Tage in Bremerhaven haben trotz Hitze und kleinerer Veranstaltungsfläche rund 330.000 Menschen an den Neuen Hafen, den Deich und die Weser gelockt.  „Wir haben ein fröhliches und friedliches Fest erlebt, wie wir es in der Stadt kennen“, fasst Bürgermeister Torsten Neuhoff […] (00)
vor 1 Stunde
 
Kreml (Archiv)
Brüssel - Die EU will die Sanktionen gegen Russland in den kommenden Monaten deutlich […] (05)
Friedrich Merz (Archiv)
Stuttgart - Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger […] (05)
Jogger in einem Park (Archiv)
Wiesbaden - Durchschnittlich 9,5 Prozent ihrer Konsumausgaben haben die privaten […] (00)
Kardinal Woelki
Köln (dpa) - Der Kardinal zischt mit dem Fahrrad heran. Er kommt gerade von einem […] (00)
Neuer Devolver‑Titel setzt auf Büro‑Anarchie — Release für Stick it to the Stickman in Sicht
Vor einem Jahr haben Free Lives ( Broforce, Genital Jousting ) und Devolver Digital […] (00)
Review: Kiwi Ears Halcyon – MEMS-Technologie trifft auf audiophile Detailverliebtheit
Der Markt für In-Ear-Monitore entwickelt sich aktuell so schnell wie kaum ein anderer […] (00)
NBC würdigt Mariska Hargitay mit «Law & Order: SVU»-Marathon
Kurz vor den Emmy Awards stellt NBC einen ganzen Fernsehabend ins Zeichen von Mariska Hargitay. […] (00)
Rosenstolz 2011
(BANG) - Der Tod von AnNa R. liegt inzwischen mehr als ein Jahr zurück, doch für […] (01)
 
 
Suchbegriff