Autovermieter: VW bald Sixt-Rivale?

von Wolfgang Ehrensberger, €uro am Sonntag

Der Volkswagen-Konzern denkt offenbar an eine Übernahme des führenden europäischen Autovermieters Europcar. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Bezug auf Insider, die Wolfsburger hätten Interesse an der französischen Mietwagenfirma signalisiert und um Einblick in die Bücher gebeten. Die Aktie schnellte daraufhin um bis zu 17 Prozent nach oben. Offizielle Statements von den Firmen gab es nicht.

Mit Europcar könne sich Volkswagen einen zusätzlichen Absatzkanal erschließen, hieß es. Dies werde wegen der Corona-bedingten Absatzeinbrüche als sinnvolle Ergänzung gesehen. Möglicherweise wollen die Wolfsburger das dichte Netz an Vermietstationen von Europcar auch bei ihren Plänen nutzen, zu einem Mobilitätsanbieter zu werden. Bis 2006 gehörte Europcar zu VW. Für 3,3 Milliarden Euro wurde der Vermieter an den Finanzinvestor Eurazeo verkauft, weil man sich auf das Kerngeschäft fokussierten wollte, wie es damals hieß.

Derzeit ist Europcar an der Börse noch rund 390 Millionen Euro wert. Auch Finanzinvestoren sollen inzwischen ein Auge auf das Unternehmen geworfen haben, darunter Apollo. Europcar kämpft wie alle anderen Autovermieter mit den Corona-Folgen. Die Franzosen hatten sich kürzlich ein Finanzierungspaket von mehr als 300 Millionen Euro gesichert. Dazu gehört ein Kredit von 220 Millionen Euro, der zu 90 Prozent durch den französischen Staat garantiert ist.

Auch der Autovermieter Sixt hatte sich im Mai einen Hilfskredit über 1,5 Milliarden Euro besorgt, zu dem die Staatsbank KfW mehr als eine Milliarde beisteuert. "Bislang haben wir aus diesem Kredit noch keinen Euro gezogen", sagte Vorstandsmitglied Alexander Sixt auf der Online-Hauptversammlung des Autovermieters am Mittwoch. Vorstandschef Erich Sixt bekräftigte, dass angesichts des Corona-Einbruchs "das zweite Quartal das schlechteste unserer Unternehmensgeschichte wird". Dennoch sieht er Deutschlands größten Autovermieter weiterhin noch auf Kurs zu schwarzen Zahlen 2020.

Angesichts der im Vergleich zu März und April wieder zunehmenden Buchungszahlen sei man "vorsichtig optimistisch", sagte Sixt. Der Gewinn vor Steuern im Gesamtjahr dürfte "deutlich positiv, aber sehr stark unter dem Vorjahr" liegen.


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[finanzen.net] · 27.06.2020 · 08:00 Uhr
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