Auswirkungen der Coronavirus-Krise: Experte rechnet mit Bärenmarkt bis 2022

• Märkte wegen Corona im Abwärtssog
• Experte: Noch kein Ende in Sicht
• Andere Situation als in der Finanzkrise

Die Coronavirus-Panik lässt die Märkte weltweit so abstürzen wie schon lange kein Ereignis mehr. Anfang vergangener Woche verzeichnete der Dow Jones seine größten Verluste seit dem "Schwarzen Montag" 1987. Vor dem Wochenende war dann wieder etwas Erholung angesagt, was mit Hoffnungen der Investoren, dass die Regierungen in der Not zu Hilfe eilen wird, zu erklären sein dürfte - die USA kündigten ein großes Konjunkturpaket an.

Dennoch dürften die Märkte ihre enormen Verluste nicht allzu schnell wieder ausgleichen und eine gewisse Schwankungsanfälligkeit auch weiterhin beibehalten. "Ein wesentlicher Vergleich von 2008, den wir häufig übersehen, war, dass während des Lehman-Crashs außerhalb des Finanzsektors das Leben weiterging. Im Wesentlichen nahmen Restaurants Buchungen entgegen; Taxis fuhren, Geschäfte waren immer noch geschäftig. Diesmal steht die ganze Welt kurz vor der Schließung ", zitiert MarketWatch den Chef-Marktstrategen Stephen Innes von AxiCorp aus einer Mitteilung an Kunden.

Ein Experte geht sogar davon aus, dass der Bärenmarkt einige Jahre anhalten wird.

Experte erwartet eine Reihe von Bärenmärkten

Yves Lamoureux, der Präsident des makroökonomischen Forschungsunternehmens Lamoureux & Co. habe, bereits Monate zuvor, vor zu viel Optimismus für Aktien gewarnt. Der Experte habe bereits seit Oktober 2019 über die, wie er es nannte, "globale Finanzkrise 2.0" zu sprechen begonnen. Er selbst habe bereits im Dezember begonnen das Gros seiner Aktien abzustoßen, bevor die große Corona-Panik die Märkte packte.

"Ich denke, nach 10 Jahren mit Steroiden würde ich sagen, dass dieser Markt sehr fragil ist. Ich suchte nach etwas, was den Bullenmarkt ausschalten könnte. Das Virus war die Nadel, die die Blase zum Platzen brachte ", gibt MarketWatch Lamoureux wieder.

Er sehe nun eine Reihe von rollenden Bärenmärkten vor sich: "Wir werden nächstes Jahr einen weiteren [Ausverkauf] und 2022 einen weiteren haben, also erwarte ich drei große Wellen nach unten. Ihnen werden große Sprünge folgen, und diese Dinge sollten von Infektionswellen angetrieben werden". Lamoureux befürchte zudem, dass das Virus zurückkehren könnte - womöglich noch aggressiver - und die Aktienmärkte immer wieder unter Druck setzen könnte. Zwar werde irgendwann auch ein Ende des Ausverkaufs kommen - doch dieses sieht er zumindest noch nicht in naher Zukunft.

Lamoureux warnte daher vor dem Kauf von Aktien, die durch die erlittenen Kursverluste nun besonders günstig sind, denn es sei nicht klar, welche davon sich tatsächlich wieder erholten.

Ausland
[finanzen.net] · 23.03.2020 · 20:27 Uhr
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