Aurubis verfehlt Prognosen und bestätigt Jahresausblick - Aktie büßt ein

Ein Wartungsstillstand im Werk Hamburg im Oktober und November habe das Ergebnis belastet, teilten die Hamburger mit. Das operative EBIT habe nur noch 31 Millionen Euro erreicht, nachdem es im Vorjahreszeitraum 40 Millionen waren. Das operative Ergebnis nach Steuern fiel auf 24 Millionen von 30 Millionen Euro, Analysten hatten 27 Millionen Euro erwartet. Die Jahresprognose bestätigte Aurubis aber.

Der Umsatz stieg aber dank höherer Edelmetallpreise auf 2,7 Milliarden Euro, verglichen mit Analystenschätzungen von 2,8 Milliarden und einem Vorjahreswert von 2,6 Milliarden Euro. Auf Basis IFRS erreichte Aurubis einen Vorsteuergewinn aus fortgeführten Aktivitäten von 93 Millionen Euro nach 12 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Nach dem Wartungsstillstand in Hamburg soll es jetzt eine bessere Anlagenverfügbarkeit und einen höheren Konzentratdurchsatz geben. Das Marktumfeld bleibe aber herausfordernd. Vor allem die Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate werden nach Einschätzung des Unternehmens deutlich unter dem Vorjahr bleiben, wobei das Unternehmen zuversichtlich ist, eine gute Versorgung mit Kupferkonzentraten herzustellen. Die Schmelzlöhne für Altkupfer hingegen sieht Aurubis auf anhaltend gutem Niveau bei einer gleichzeitig guten Versorgungslage.

Neben dem bereits in Hamburg durchgeführten geplanten Stillstand sind zwei weitere, gesetzlich geplante Stillstände im April und September am Standort Lünen vorgesehen. Diese werden nach aktuellen Planungen das Ergebnis mit rund 11 Millionen Euro belasten. Beim Absatz von Kupferhalbzeugen geht Aurubis insgesamt von einer stabilen Nachfrage aus, die allerdings im Bereich der Kupferstranggussformate auf recht niedrigem Niveau ist. Der Absatz von Schwefelsäure zeigt für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 eine stabile Nachfrage bei konstanten Preisen.

Die Prognose für das Geschäftsjahr bekräftigte Aurubis, "auch bei derzeit herausfordernden Bedingungen auf unseren Märkten". Demnach soll das Ergebnis in den zwölf Monaten per Ende September "auf ähnlichem Niveau" liegen, hatte der im MDAX notierte Konzern im Dezember angekündigt hatte. Das operative Vorsteuerergebnis dürfte zwischen 185 Millionen und 250 Millionen Euro liegen. Die operative Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) wird zwischen 8 und 11 Prozent erwartet.

Das machen die Aurubis-Titel

Nach einem holprigen Jahresstart von Aurubis sind die Papiere des Kupferkonzerns am Donnerstag unter Druck geraten. Sie brachen ihre jüngste Erholung ab und sackten zuletzt via XETRA um 7,28 Prozent auf 49,29 Euro ab. Mit 11 Prozent Kursabschlag im noch jungen Jahr hinkten sie dem in dieser Zeit 2,5 Prozent höheren MDAX deutlich hinterher. Zum Börsenschluss blieb ein Minus von 6,70 Prozent bei 49,60 Euro stehen.

Niedrigere Erlöse mit Schwefelsäure und eine träge Nachfrage nach Flachwalzprodukten haben Aurubis im ersten Quartal etwas stärker belastet als erwartet. Den Jahresausblick bestätigte Konzernchef Roland Harings aber trotz "derzeit herausfordernder Bedingungen" sowie nicht zu prognostizierenden Auswirkungen des Coronavirus.

Analyst Christian Obst von der Baader Bank sah seine vorsichtige Einschätzung bestätigt. Das Vorsteuerergebnis habe die Erwartungen verfehlt und das Umfeld werde noch schwieriger, so der Experte. Er erinnerte an die unsichere Nachfrage aus der Autobranche sowie noch offene Entscheidungen um den Kauf des belgisch-spanischen Recyclers Metallo und den Verkauf der Sparte FRP für Flachwalzprodukte. Obst blieb bei seiner Verkaufsempfehlung mit einem fairen Niveau von 41 Euro.

Deutlich optimistischer ist sein Kollege Eggert Kuls von Warburg. Keine schlechten Neuigkeiten seien gute für ein zyklisches Unternehmen im aktuellen Umfeld, erklärte der Experte. Er sieht in dem Coronavirus für Aurubis keine größere Bedrohung und wegen der vorübergehenden Schließung einer konkurrierenden Schmelzhütte in der besonders betroffenen chinesischen Region Hubei sogar Chancen. Kuls votiert mit einem Ziel von 59 Euro auf "Kaufen".

FRANKFURT (Dow Jones) / (dpa-AFX Broker)

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[finanzen.net] · 13.02.2020 · 17:50 Uhr
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