Auf der Überholspur: Diese EV-Aktien könnten 2021 durchstarten

• Elektromobilität gerät stärker in den Fokus
• Tesla-Aktie bereits sehr teuer
• Verschiedene EV-Aktien könnten vielversprechende Alternativen darstellen

Auf dem EV-Markt hat sich in den letzten Jahren viel getan. Während Elektrofahrzeuge noch vor wenigen Jahren eine Randerscheinung darstellten, sind sie mittlerweile in den Mittelpunkt der Mobilität der Zukunft gerückt. Zu verdanken ist dies auch einem Umdenken in Politik und Wirtschaft sowie der Erkenntnis, dass der Klimawandel nur durch einen Wechsel hin zu sauberen Energien wird verlangsamt werden können. Die Elektromobilität scheint dabei das Mittel der Wahl geworden zu sein.

Auch für Anleger kann die Trendwende eine große Chance bieten. Nur allzu deutlich wird dies, wenn man sich den Kursverlauf der Tesla-Aktie im Jahr 2020 anschaut. Auch wenn der Anteilsschein schon zu Beginn des Jahres unter Experten aufgrund einer möglichen Überbewertung heiß diskutiert wurde, hat er im letzten Jahr - den Bären zum Trotz - ein Plus von 743 Prozent verzeichnet. Und das trotz eines Aktiensplits und mehreren Kapitalerhöhungen.

Es scheint, dass die Rally mittlerweile jedoch ausgebremst wurde. Denn während die Tesla-Aktie Ende Januar 2021 noch ein Rekordhoch bei 900,27 US-Dollar markierte, hat sie sich mittlerweile davon rund 22 Prozent entfernt und notiert inzwischen nur noch bei 698,84 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 23. Februar 2021). Doch auch wenn das Papier derzeit etwas unter Druck steht, handelt es sich dabei noch immer nicht um ein Schnäppchen. Daher könnte es sich für Marktteilnehmer lohnen, einmal einen Blick auf vielversprechende Konkurrenten zu legen, die noch ein großes Wachstumspotenzial aufweisen.

QuantumScape-Aktie - Ein Versprechen für die Zukunft

Die VW-Beteiligung QuantumScape dürfte für den einen oder anderen Anleger sicherlich schon ein Begriff sein. Das US-Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert, die in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden können. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf Festkörperbatterien, die ein schnelles Aufladen, eine lange Akkuzeit und eine längere Lebensdauer versprechen. Bisher haben Batteriehersteller häufig das Problem, dass sich bei der Nutzung eines Lithium-Ionen-Akkus mit der Zeit sogenannte Dendriten an den Elektroden bilden und damit die Fähigkeit der Batterie massiv einschränken und schlimmstenfalls sogar einen Kurzschluss verursachen. Das Schwierige dabei ist, dass sich nicht vorhersagen lässt, wann und wo genau Dendriten entstehen werden.

Diesem Problem hat sich QuantumScape angenommen, indem es versucht, das Aufkommen von Dendriten durch die Installation eines dünnen Keramikblatts, das wie ein Katalysator agiert, zu verhindern. Allerdings ist dies bisher noch immer nur ein Vorhaben, das US-Unternehmen besitzt noch kein fertiges Produkt, das tatsächlich auf dem Markt erhältlich ist. Marktteilnehmer, die sich entscheiden, in das seit November 2020 an der NYSE notierte Batterieunternehmen zu investieren, investieren quasi in das mögliche Potenzial des Spezialisten, ohne dass es eine Erfolgsgarantie gibt.

Bei den ersten veröffentlichten Quartalszahlen seit dem SPAC-Börsengang konnte QuantumScape jedoch trotz eines hohen Verlusts überzeugen. Im Fokus der Bilanz standen dabei nicht die Zahlen, sondern vielmehr der Fortschritt, den das Unternehmen bei der Herstellung von vielschichtigen Zellen verzeichnete. Gegenüber Barron’s sagte CEO Jagdeep Singh, dass "sich keine grundlegenden Probleme zeigten, als wir die vielschichtigen Zellen bauten". Diese Zellen sind ein wichtiger Meilenstein für QuantumScape, da für die Herstellung der geplanten Batteriepacks eine Vielzahl solcher Zellen benötigt werden.

General Motors-Aktie - Ein Autoriese im Wandel

Der US-Traditionsautobauer GM hat sich ambitionierte Ziele gesteckt, um sich vom Anbieter von Benzinern und Dieselfahrzeugen weiter zu entwickeln hin zu einem emissionslosen Hersteller von umweltfreundlicheren Elektrofahrzeugen. General Motors ist auch bereit, dafür viel Geld in die Hand zu nehmen. 27 Milliarden US-Dollar sind an Investitionen geplant, um die Forschung und Entwicklung von batteriebetriebenen und auch selbstfahrenden Fahrzeugen voranzutreiben. Darüber hinaus hat sich GM im Gegensatz zu seinen Konkurrenten sogar ein Ziel gesetzt, wann das Unternehmen ganz aus dem Geschäft mit Verbrennern aussteigen möchte. Wie Vorstandschefin Mary Barra Ende Januar über LinkedIn verkündete, will der Autobauer ab 2035 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr verkaufen. Bis dahin muss die Umstellung auf vollelektrische Fahrzeuge also erfolgreich abgeschlossen sein.

Es ist ein großer Schritt für den Detroiter Autokonzern, ist das ganze Geschäftsmodell des US-Riesen bislang doch auf den Verkauf von Verbrennern ausgerichtet. Dabei sind es insbesondere die spritschluckenden SUVs, die bei GM die Kassen klingeln lassen. Doch damit nicht genug. Zusätzlich setzt sich General Motors das Ziel bis 2040 CO2-neutral zu werden. Das heißt nicht nur die Fahrzeugpalette wird auf elektrische Autos umgestellt, auch die Herstellung dieser mitsamt aller Betriebsabläufe soll spätestens dann ohne CO2-Emissionen auskommen.

An der Börse kam die angekündigte Trendwende bislang gut an. Während die GM-Aktie jahrelang um einen Wert zwischen 35 und 40 US-Dollar pendelte, hat sie seit ihrem coronabedingten Einbruch im März 2020 stetig zulegen können und Anfang Februar 2021 ein 52-Wochen-Hoch bei 57,04 US-Dollar erreicht. 16 durch FactSet befragte Analysten bewerten die GM-Aktie mit einem mittleren Kursziel von 65,625 US-Dollar, was gemessen am aktuellen Stand der Aktie von 51,11 US-Dollar noch einem Plus von rund 28 Prozent entspricht (Stand: Schlusskurs vom 23. Februar 2021).

Facedrive-Aktie - Fahrzeuge benutzen mit grünem Gewissen

Bei der Car-Sharing-Plattform Facedrive handelt es sich - wie bei QuantumScape - nicht direkt um ein EV-Unternehmen per se. Dennoch wird auch hier Anlegern die Möglichkeit geboten am Schwung des wachsenden Elektroautomarkts teilzuhaben. Die Idee hinter Facedrive ist schnell erklärt. Wie andere Fahrdienstleister auch vermittelt das kanadische Unternehmen Fahrten für Personen, die gerade eine Beförderung benötigen, nur dass diesen dabei die Wahl zwischen einer Fahrt mit Verbrennern oder Stromern gelassen wird. Darüber hinaus wird nach der Fahrt durch Facedrive ein Teil der Fahrtgebühr für das Pflanzen eines Baumes abgezweigt, sodass der CO2-Abdruck verringert wird. Auch ein emissionsfreier Lieferdienst unter anderem für Lebensmittel gehört mittlerweile zum Angebot von Facedrive.

Darüber hinaus hat das kanadische Unternehmen Ende 2020 den Anbieter von Elektrofahrzeug-Abos Steer übernommen. Im Prinzip kann man sich das Geschäftsmodell Steers wie ein Streaming-Abo nur für Elektrofahrzeuge vorstellen. Für eine monatliche Gebühr erhält der Abonnent Zugang zu einem Elektrofahrzeug-Pool, der im zur Verfügung steht.

Und auch in der Coronakrise hat Facedrive nicht tatenlos zugesehen, sondern ein eigenes Armband sowie einen Badge zur Kontaktverfolgung entwickelt. Der Vorteil bei der Nutzung dieser Wearables liegt laut Facedrive darin, dass kein Smartphone für die Kontaktverfolgung genutzt werden muss. Dies kommt zum einen den Arbeitnehmern zu Gute, die bei der Arbeit ihr Handy nicht dabei haben dürfen, auf der anderen Seite enthalten die Wearables keine persönlichen Informationen des Nutzers, wie es auf der Unternehmensseite heißt.

An der kanadischen Börse ist das Unternehmen seit September 2019 notiert und konnte seither ein beachtliches Kursplus verzeichnen. Allein in diesem Jahr konnte die Facedrive-Aktie bisher knapp 180 Prozent zulegen und notiert derzeit bei 56,71 Kanadischen Dollar (Stand: Schlusskurs vom 23. Februar 2021).

Dies sind natürlich nur einige Beispiele der vielversprechenden EV-Aktien, die in diesem Jahr Wachstumspotenzial zeigen. Die Liste der Unternehmen, die mittlerweile beim Thema Elektromobilität mitmischen, ist sehr lang geworden. Es bleibt abzuwarten, welche Unternehmen mit ihren Visionen tatsächlich den Puls der Zeit treffen und einer glänzenden Zukunft entgegen blicken.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 24.02.2021 · 08:36 Uhr
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