Apple reicht Klage ein: Illegale Nachbildung des iOS-Betriebssystems

• Apple wirft Corellium Verletzung des Urheberrechts vor
• Corellium ziele laut Apple nur auf seinen eigenen Profit ab
• Der iKonzern leitet rechtliche Schritte ein

Apple habe laut Forbes ein Sicherheits-Startup verklagt, da dieses, dem iPhone-Hersteller zufolge, illegal dessen Betriebssystem iOS nachgebildet habe.

Corellium, wie sich das Startup nennt, bietet eine nahezu perfekte Kopie des Apple-Betriebssystems an. Für Entwickler und Sicherheitsexperten seien solche Versionen sehr wertvoll, da sie mit Corellium zum Beispiel das System stoppen und somit analysieren könnten, was im Hintergrund auf verschlüsselter Ebene passiert. Um Schwachstellen zu finden benötigen sie, wie golem.de berichtet, dank Corellium kein iPhone oder iPad. Sicherheitslücken könnten mit dem Programm einfacher und schneller festgestellt werden, als mit einem üblichen iPhone.

Verletzung des Urheberrechts

Apple dagegen sieht in der Kopie des Systems eine Verletzung des Urheberrechts. Corellium habe laut Apples Rechtsanwälten nicht die notwendigen Lizenzen oder eine Berechtigung des Tech-Riesen eingeholt. "Corelliums Verhalten verletzt eindeutig Apples Urheberrecht", ließ das Unternehmen verlauten. "Corellium hat einfach alles kopiert: den Code, die grafische Benutzeroberfläche, die Icons - alles, bis ins Detail. Für eine Million Dollar im Jahr wird Corellium sogar eine private Installation seines Produkts für jeden Käufer anbieten. Es gibt keine Grundlage für Corellium ein Produkt zu verkaufen, das die Schaffung einer erklärtermaßen perfekten Nachbildung von Apples Geräten, für jeden der gewillt ist zu bezahlen, erlaubt", zitiert Forbes aus Apples Anklage gegen das Startup.

Mehr als nur Sicherheitsforschung?

Der iPhone-Hersteller erklärte Bloomberg zufolge, dass man die Sicherheitsforschung generell unterstützen wolle. Lediglich die illegale Vermarktung von iOS durch Corellium solle gestoppt werden. Während Apple spezielle iPhones an Forschungseinrichtungen abgebe und eine Belohnung von einer Million US-Dollar für das Aufdecken einer Schwachstelle biete, ermutige Corellium seine Nutzer solche Sicherheitslücken auf dem freien Markt zu verkaufen, statt sie beim iKonzern zu melden. "Obwohl Corellium sich selbst darstellt als biete es ein Forschungstool […] an, ist es Corelliums eigentliches Ziel von seinem eklatanten Verstoß zu profitieren", erklärte Apple, wie Bloomberg berichtet, in seiner Klage.

Apple geht rechtlich gegen Corellium vor

Das Unternehmen arbeite an einer einstweiligen Verfügung, um Corellium an dem Verkauf und der Vermarktung seines Tools zu hindern. Apple wolle durch einen Gerichtsbeschluss zudem bewirken, dass Corellium seine Nutzer darauf hinweisen muss, dass diese durch Nutzung des Programms gegen Apples Urheberrecht verstoßen. Des Weiteren wolle man beim iPhone-Hersteller Schadensersatz für, durch das Startup verursachte, mögliche entgangene Gewinne.

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[finanzen.net] · 20.08.2019 · 18:36 Uhr
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