Apollo greift nach Easyjet: Übernahmepoker intensiviert sich
Übernahmeofferte von Apollo
Der britische Billigflieger Easyjet sieht sich einem intensiven Übernahmepoker gegenüber, da der US-Finanzinvestor Apollo nun ein höheres Angebot unterbreitet hat. Laut einer Mitteilung des Unternehmens wird die Offerte von Castlelake, die zuvor als sicher gegolten hatte, nicht mehr unterstützt. Apollo plant, 7,15 britische Pfund je Aktie zu bieten, was einer Gesamtsumme von 5,7 Milliarden Pfund (rund 6,7 Milliarden Euro) entspricht. Diese Entwicklung hat bereits zu einem Anstieg der Easyjet-Aktie um 13,5 Prozent auf 668 Pence geführt.
Kursentwicklung und Analystenmeinungen
Seit Mitte Mai hat sich der Aktienkurs von Easyjet im Zuge des Übernahmepokers nahezu verdoppelt. Analyst Ruairi Cullinane von der kanadischen Bank RBC hebt hervor, dass die Aussicht auf eine erfolgreiche Übernahme mit dem neuen Bieter gestiegen ist. Bislang hatten die Anleger bei nur einem Bieter das Risiko eines Scheiterns einkalkuliert. Cullinane weist jedoch darauf hin, dass ein Bieterkampf unwahrscheinlich sei, da Castlelake bereits mehrfach seine Offerte erhöht hat.
Reaktionen des Managements
Castlelake hatte zuletzt ein Angebot von 6,90 Pfund je Aktie unterbreitet, das das Management von Easyjet zunächst überzeugt hatte. Allerdings wird das neu vorgestellte Gebot von Apollo als überlegen angesehen, was das Management dazu veranlasst, eine offizielle Empfehlung für das Apollo-Angebot in Betracht zu ziehen. Zudem haben die Aktionäre die Möglichkeit, anstelle einer Barzahlung Anteile an dem Apollo-Fonds zu erhalten, in dem Easyjet gehalten werden soll.
Fristen und Unsicherheiten
Nach den Vorgaben des britischen Übernahmerechts ist Apollo nun verpflichtet, bis zum 7. August ein verbindliches Angebot vorzulegen. Easyjet hat jedoch klargestellt, dass es keine Garantie dafür gibt, dass es tatsächlich zu einem Angebot kommen wird. Diese Unsicherheit könnte für Anleger sowohl Risiken als auch Chancen mit sich bringen, die es zu beobachten gilt.
Insgesamt zeigt sich, dass der Übernahmepoker um Easyjet nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch den gesamten Luftfahrtmarkt beeinflussen könnte. Anleger sollten die Entwicklungen genau verfolgen, um die Auswirkungen auf den Shareholder Value und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu bewerten.

