Angst vor chinesischer Spionage: US-Innenministerium lässt Drohnenflotte am Boden

Chinesische Hersteller dominieren den Markt für zivile Drohnen. Den meisten Privatnutzern dürfte es relativ egal sein, wo das eigene Flugobjekt letztlich produziert wurde. Dies gilt allerdings nicht für US-Innenminister David Bernhardt. Dessen Ministerium besitzt insgesamt 810 Drohnen, von denen ein Großteil aus chinesischer Produktion stammt. Lediglich 24 Exemplare kommen von US-Firmen – auch hier wurden aber aus China stammende Einzelteile verbaut. Anfang November ordnete der Minister daher eine Sicherheitsüberprüfung an. Bis diese abgeschlossen ist, dürfen die Drohnen nur noch in Notfällen – etwa zur Erfassung von unkontrollierten Waldbränden – eingesetzt werden. Gegenüber der Financial Times berichten gut informierte Kreise nun, dass die Überprüfung abgeschlossen sei. Das Ergebnis: Die Drohnenflotte muss dauerhaft am Boden bleiben.

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Zahlreichen Projekten des Ministeriums droht das Aus

Ganz unerwartet käme eine solche Entscheidung nicht. Denn zuvor hatte bereits die US-Armee chinesische Drohnen aus den eigenen Beständen verbannt. Außerdem veröffentlichte das US-Heimatschutzministerium eine entsprechende Warnung. Bisher ist aber kein Fall öffentlich geworden, bei dem Drohnen chinesischer Hersteller tatsächlich heimlich fremde Staaten ausspioniert haben. Den Verantwortlichen in den Vereinigten Staaten reicht aber wohl schon die theoretische Möglichkeit. Die Arbeit des Innenministeriums dürfte durch die Entscheidung allerdings deutlich erschwert werden. So nutzte der Fish and Wildlife Service Drohnen, um den Bestand bestimmter Tierarten sowie kontrollierte Waldbrände zu überwachen. Außerdem spielten die aus der Luft gewonnenen Daten eine Rolle bei der Optimierung des Ackerbaus, der Erdbeben-Prävention und der Bekämpfung von Überflutungen.

Helikopter-Flüge sind deutlich teurer und gefährlicher

Es ist aber auch nicht möglich, einfach auf Produkte von US-Unternehmen zu wechseln. Denn bisher ist kein Drohnen-Anbieter bekannt, der vollständig auf elektronische Bauteile aus China verzichtet und dessen Produkte die benötigten Fähigkeiten mit sich bringen. Faktisch müssen daher die Programme, die bisher Drohnen genutzt haben, eingestellt werden oder auf deutlich teurere Helikopter-Flüge setzen. Zahlreiche Mitarbeiter des Innenministeriums sollen sich daher gegen einen vollständigen Verzicht auf Drohnen ausgesprochen haben. Alleine 121 der betroffenen Drohnen stammen von dem chinesischen Unternehmen DJI. Dort sprechen die Verantwortlichen von einem „Mangel an konkreten Beweisen“ für chinesische Spionage und wollen ein komplettes Flugverbot verhindern. Privatleute dürfen in den Vereinigten Staaten aber ohnehin auch weiterhin Drohnen aus China nutzen.

Via: Engadget

Technik / Drohnen
[trendsderzukunft.de] · 14.01.2020 · 11:58 Uhr
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