Angriff der Islamisten in Somalia: IS reklamiert Anschlag für sich
Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat die Verantwortung für einen Angriff auf eine Militärbasis in der nordöstlichen Region Puntland in Somalia übernommen. In einem Statement auf ihrem Telegram-Kanal teilte die Gruppe mit, dass der Angriff von zwölf Kämpfern sowie zwei mit Sprengfallen präparierten Fahrzeugen ausgeführt wurde. Laut IS sollen dabei etwa 22 Angehörige der Puntland-Streitkräfte getötet und Dutzende weitere verletzt worden sein.
Ein Kommentar somalischer Behörden zu dem Vorfall steht bislang aus. Sicherheitskräfte in Somalia hatten bereits erklärt, einen Angriff der IS-Selbstmordattäter auf die Militärbasis abgewehrt zu haben. Dies wurde sowohl vom lokalen staatlichen Rundfunk als auch von einem Militärvertreter berichtet. Der Vorfall ereignete sich nahe der Stadt Dharjaale in der Bari-Region.
Kapitän Yusuf Mohamed, ein Offizier der Anti-Terror-Kräfte Puntlands, erklärte gegenüber Nachrichtenagenturen, dass neun Selbstmordattentäter bei dem Angriff getötet und mehrere Soldaten verletzt wurden. Der IS ist seit 2017 offiziell als somalische Provinz anerkannt und hat sich in den Bergregionen Puntlands festgesetzt. Lange galt die Gruppe als geringere Sicherheitsbedrohung im Vergleich zu al-Shabaab, welche große Teile des südlichen Somalias kontrolliert.
In den letzten Jahren hat sich der IS in Somalia jedoch neu definiert und seine Bedeutung im weltweiten Netzwerk der Dschihadisten erhöht. Experten sind der Meinung, dass der somalische IS-Ableger infolge eines Zustroms ausländischer Kämpfer und verbesserter Einnahmen durch die Erpressung lokaler Unternehmen an Stärke gewonnen hat. Damit avanciert er zunehmend zum "Nervenzentrum" des IS in Afrika.

