ams-Aktie dreht in Minus: OSRAM-Verfolger ams übertrifft im dritten Quartal eigene Ziele - Infineon und STMicro leichter

Das Unternehmen aus der Steiermark, das seit Monaten versucht, den viel größeren Konkurrenten OSRAM zu übernehmen, zeigte im operativen Geschäft keine Schwäche. Eine starke Nachfrage im Consumer-Bereich trieb die Umsätze in den Monaten Juli bis September um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 645 Millionen Dollar und glich eine verhaltenere Nachfrage in anderen Märkten aus.

Die bereinigte Bruttomarge erreichte 44 Prozent nach 33 Prozent im Vorjahr. ams verdiente operativ (bereinigtes EBIT) 177,9 Millionen Dollar, vor Jahresfrist standen hier noch 57,6 Millionen Dollar. ams hatte sich vorgenommen den Umsatz auf 600 bis 640 Millionen Dollar zu steigern und eine "signifikant" bessere bereinigte operative Marge zu schaffen. Die bereinigte EBIT-Marge kletterte um 15 Prozentpunkte.

Im vierten Quartal erwartet ams Umsätze zwischen 610 und 650 Millionen Euro und eine bereinigte EBIT-Marge auf Vorquartalsniveau. Auf Basis dessen werde die Nettoverschuldung bezogen auf das EBITDA zum Jahresende auf ein Niveau von 1,5 oder geringer sinken. Darin seien die Schulden für den Kauf von OSRAM-Aktien nicht enthalten.

Seit einem Vierteljahr versucht ams OSRAM zu übernehmen. Ein erster Anlauf schlug Anfang Oktober fehl, vor wenigen Tagen kündigten die Österreicher einen zweiten Versuch an, bei dem sie zwar nicht mehr zahlen wollen, aber mit einer gesenkten Annahmeschwelle von 55 Prozent die Hürde für das Zustandekommen senkten.

ams äußerte sich noch einmal zuversichtlich, dass die Übernahme bei diesem Mal gelingen wird. ams-CEO Alexander Everke war es beim ersten Versuch mit mehreren geschicktem Schachzügen gelungen, die konkurrierenden Finanzinvestoren aus dem Rennen herauszuhalten. So kaufte ams 19,99 Prozent der OSRAM-Aktien außerhalb des Angebots.

Starke Zahlen von ams ziehen Infineon und STMicro zeitweise mit hoch

Starke Ergebnisse des österreichischen Chip-Herstellers ams haben am Dienstag die Kurse der Branche zwischenzeitlich angetrieben. Während ams 3,67 Prozent leichter bei 43,54 Franken schlossen, gaben Infineon 1,62 Prozent ab auf 16,69 Euro und STMicroelectronics fielen um 1,01 Prozent auf 19,03 Euro.

Operativ sei es bei ams im dritten Quartal gut gelaufen, sagte Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan. Vor allem das Geschäft mit Komponenten für Verbraucherelektronik habe den Umsatz angetrieben. Der Experte merkte an, dass das Kursplus von ams noch höher hätte ausfallen können, wenn hier nicht latent eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Übernahme von OSRAM drohen würde.

FRANKFURT (Dow Jones) / FRANKFURT (dpa-AFX Broker)

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[finanzen.net] · 22.10.2019 · 18:10 Uhr
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