AMD-Aktie: Wie sich Advanced Micro Devices inmitten der zwei größten Tech-Trends platziert

• Momentum bei AMD-Aktie
• Amazon, Google & Co. setzen bei Cloud auf AMD-Prozessoren
• Zahl der Erwähnungen bei WallStreetBets nimmt zu

Chipkonzern AMD ist mit seinen Produkten in einem gefragten Bereich tätig. Das bescherte dem Konkurrenten von Intel im vergangenen Quartal ein enormes Wachstum - besonders trugen dazu die neuen Prozessoren für PCs und Rechenzentren bei. Der Umsatz explodierte förmlich von 348 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf 1,34 Milliarden US-Dollar im ersten Jahresviertel 2021. Auch die roten Zahlen ließen die Kalifornier hinter sich: Stattdessen stand ein Gewinn in Höhe von 277 Millionen US-Dollar zu Buche.

Und die jüngste Erfolgsbilanz scheint Potenzial zur Fortsetzung zu haben. Die Aktie läuft auf hohem Niveau und weist neuen Schwung auf.

AMDs Kooperation mit Google: Schwung am Aktienmarkt und bei WallStreetBets

In der vergangenen Woche stellte Google seine T2D-Instanz für seine neue Tau Virtual Machine vor - die hauseigene Cloud wird also weiterentwickelt. Im Vergleich zu anderen Diensten soll sie eine 56 Prozent höhere Leistung liefern können - ermöglicht werden soll das mitunter von Chips aus dem Hause AMD. Genauer durch die neuen EPYC-Prozessoren der dritten Generation.

Dass Google nun auf AMD setzt, zeigt insbesondere AMDs erstarkte Positionierung, vor allem da die Alphabet-Tochter zuvor seine Chips über Intel bezog. Der Auftrag ist dementsprechend ein wichtiger Schritt im Konkurrenzkampf mit Intel. Am Markt kam diese Neuigkeit gut an: Nach dem Bekanntwerden griffen Anleger bei den Aktien von AMD zu, was am vergangenen Donnerstag zu einem Kursplus von rund sechs Prozent führte.

Doch nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch in dem reddit-Unterforum WallStreetBets war diese Entwicklung nachvollziehbar. Nutzer hatten die bullishe Stimmung vom Aktienmarkt offenbar aufgegriffen und den Chipkonzern unter die Lupe genommen. Das führte dazu, dass die Erwähnungen um 278 Prozent anstiegen, berichtet die Nachrichtenseite InvestorPlace.

Schlüsselfaktoren für AMDs Erfolg: Zwei Megatrends

AMDs Höhenflug rührt mitunter daher, dass es mit den Kernprodukten Zentralprozessoren (CPUs) und Grafikprozessoren (GPUs) für Rechenzentren bzw. PC- und Videospiele an den Megatrends der Tech-Branche partizipiert: Migration der Cloud und Hardware für Gaming.

Bislang stand AMD oft im Schatten von Konkurrent Intel, doch das hat sich geändert. Seit CEO Lisa Su im Jahr 2014 an die Konzernspitze trat, machten innovative Chiplinien AMD wettbewerbsfähiger, wird Tech-Analyst Peter Karazeris von Thrivent in einer Kolumne des Wirtschaftsjournalisten Michael Brush wiedergegeben. So konnten die Kalifornier einige der bekanntesten US-Technologiekonzerne für sich gewinnen. Neben Amazon setzen beispielsweise auch Microsoft und Oracle bei ihren Rechenzentren auf die Prozessorserie von AMD. An Bedeutung gewann auch die Ryzen-Chipserie für PCs und Laptops, auch die Radeon-GPUs für Spiele-Hardware erzielt Erfolge.

AMD wechselt auf die Überholspur - Analysten optimistisch

Der Sprung nach vorne soll mitunter durch die Nutzung von Fertigungskapazitäten von Taiwan Semiconductor möglich gewesen sein. Beim erneuten Blick auf die Umsatzsteigerung über die vergangenen Monate und Quartale hinweg, wirkten sich ergänzend der allgemeine Trend zur Cloudnutzung sowie die gestiegene Frage nach Hardware in der Corona-Pandemie aus. Doch das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht, die Ziele stattdessen hoch zu sein: "Unser Ziel bei AMD ist es, wirklich der Anführer in der High-Performance-Computing-Welle zu sein", zitiert Brush AMD-Chefin Su.

Die nächste Generation von Chips bringt der Konzern bereits auf den Weg. Dank der Verschmelzung mit Xilinx später in diesem Jahr könnten die Kalifornier ihre Produktpalette weiter ausschmücken - es werden noch anspruchsvollere Chips erwartet. Dafür soll AMD möglicherweise die FPGA-Fähigkeiten (Field-Programmable Gate Array) von Xilinx in seine Chip-Designs einbringen. Das gäbe Kunden mehr Spielraum, die Chips auf ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Den Umsatz will das Unternehmen in 2021 um 50 Prozent steigern und erhöhte damit die vorausgegangene Wachstumsprognose. "Wir glauben, dass diese Prognose leicht erreichbar sein sollte, insbesondere da Intel mit Herausforderungen in der Fertigung zu kämpfen hat", zeigt sich Morningstar-Analyst Abhinav Davuluri optimistisch. Ähnlich scheint es auch Goldman Sachs-Analyst Toshiya Hari einzuschätzen: Er stufte die Aktie mit einem "kaufen" ein und sieht anhaltendes Aktienwachstum - außerdem steht das AMD-Papier auf der "Conviction List" hochfavorisierter Unternehmen von Goldman Sachs.

Fazit

AMD profitiert gegenwärtig von den Megatrends in der Tech-Branche. Mit der neuen Aufmerksamkeit durch die Kooperation mit Google hat AMD zusätzlich neuen Schwung erhalten. Interessant dürfte im Anschluss noch die Integration von Xilinx nach der Fusion werden. Bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen seinen Schwung beibehalten kann, um weiterhin gegen Intel & Co. konkurrenzfähig oder gar noch besser zu sein und seine Marktposition in beiden Bereichen zu verteidigen und auszubauen.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 23.06.2021 · 21:39 Uhr
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