Amazon bald mit eigener Supermarkt-Kette

• Amazon bald mit eigener Supermarkt-Kette
• Neueröffnung erstmals in Los Angeles geplant
• Zweck: Vorstoß in Lebensmittelhandel und Verbesserung der Lieferkette

In den USA ist das Geschäft mit Lebensmitteln ein äußerst lukratives: Bis zu 800 Milliarden US-Dollar werden jedes Jahr umgesetzt, wie die SZ schreibt. Bemerkenswert ist dabei, dass die Kunden nach wie vor lieber auf den stationären Einzelhandel zurückgreifen als die Produkte online zu bestellen. Das haben die Konzerne erkannt und versuchen daher, ihr Geschäftskonzept den Anforderungen entsprechend anzupassen. Allen voran: Amazon. Neben seinen 16 "Amazon Go"-Läden, zahlreichen "4 Star"-Shops und weltweit mehr als 500 Whole Foods-Filialen soll in den kommenden Monaten nun auch eine eigene Supermarkt-Kette eröffnet werden. Dies bestätigte der Konzern nun offiziell.

Amazon mit neuem Store

Darauf aufmerksam geworden ist man, als der Konzern am Montag Stellenanzeigen veröffentlichte, in denen Positionen als Filial-Mitarbeiter ausgeschrieben wurden. Auf Anfrage des Nachrichtenportals "Cnet" äußerte ein Unternehmenssprecher schließlich, dass in 2020 die Eröffnung einer eigenen Supermarkt-Kette in Woodland Hills, einem Stadtteil in Los Angeles, geplant ist. Dabei soll es sich um einen "gewöhnlichen" Supermarkt handeln, der sich von Amazon Go oder Whole Foods unterscheidet. Den Namen des neuen Geschäfts und ob es weitere Filialen geben wird, gab das Unternehmen aber nicht preis.

Dass es mit großer Wahrscheinlichkeit eine unternehmenseigene Marke sein wird, geht aus den Stellenbeschreibungen hervor, in denen die Rede von "Amazons erste eigene Lebensmittelkette" die Rede ist. Es soll nicht in Konkurrenz zu den anderen Geschäften wie Whole Foods stehen, sondern sie ergänzen. Laut Unternehmenssprecher möchte man damit dem Kunden eine größere Vielfalt an Sortiment bieten, denn sie "lieben die große Auswahl".

Was bezweckt Amazon damit?

Der neue Vorstoß in das Lebensmittelgeschäft dürfte für den Konzern nicht ganz risikofrei sein. Denn in seinen bereits bestehenden stationären Amazon Stores lief der Umsatz nicht so wie erhofft. Neben Marktführer und Konkurrent Walmart ist der Online-Riese mit seinen Tochterunternehmen noch ein eher kleiner Player. Wegschauen und sich auf den Online-Handel konzentrieren, traut sich der E-Commerce-Gigant aber dennoch nicht: Der stationäre Handel ist bei vielen Kunden nach wie vor die bevorzugte Einkaufsoption. Um die Kundenanbindung zu stärken und sich Anteile an dem milliardenschweren Markt zu sichern, versucht Amazon also weiter Anstrengungen in diese Richtung einzuleiten.

Wie Juozas Kaziukenas, Chef der Analysefirma Marketplace Pulse, laut der Süddeutschen Zeitung äußerte, könnte zudem die Optimierung der Lieferkette für Lebensmittel im Vordergrund stehen. Es geht um die berühmte "letzte Meile", die allen voran für den Online-Handel perfektioniert werden soll. Der Versand und Vertrieb von Lebensmittel funktioniert aber anders als jener von Kleidung oder Büchern - es müssen besondere Bedingungen wie die Kühlung der Waren oder ein gesonderter Transport von Frischprodukten sichergestellt werden. Und damit das funktioniert und die Produkte auch innerhalb weniger Stunden geliefert werden können, braucht Amazon ein engmaschiges Netz. Somit könnte die neue Testfiliale in Los Angeles die Funktion eines Lebensmittelgeschäfts und eines Lagerhauses erfüllen.

Ausland
[finanzen.net] · 15.11.2019 · 20:15 Uhr
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