Alibaba-Aktie: Warum sich Investoren um die Milliardenstrafe wenig Sorgen machen müssen

• Alibaba wird zu Milliardenstrafe verdonnert
• Aktienentwicklung trotzt den schlechten Nachrichten
• Analysten sehen Entscheidung positiv

Chinas Behörden haben es einmal mehr auf den chinesischen E-Handelsriesen Alibaba abgesehen. So warfen die Wettbewerbshüter dem Amazon-Konkurrenten vor, seine marktbeherrschende Position auszunutzen und verdonnerten ihn zugleich zu einer Strafzahlung in Höhe von 18 Milliarden Yuan, was einer Summe von rund 2,3 Milliarden Euro entspricht. Dabei war dem Kartellamt insbesondere die Praxis Alibabas ein Dorn im Auge, seine Händler dazu zu nötigen, sich exklusiv für die Alibaba-Plattform zu entscheiden, also nicht gleichzeitig andere Handelsplattformen zu nutzen.

So reagierte die Alibaba-Aktie

Entgegen der Erwartungen profitierte die Alibaba-Aktie jedoch von der Meldung der Strafe. Bis zum Handelsschluss des Berichtstages ging es an der NYSE für den Anteilsschein um 9,27 Prozent auf 244,01 US-Dollar hoch. Im Tageshoch stieg er sogar bis auf 244,90 US-Dollar.

Analysten sehen Alibaba-Entscheidung positiv

Auch Börsenexperten nahmen die geforderte Milliardenzahlung gelassen hin. Hier kommen mehrere Gründe zusammen. Zum einen wurde der Fall Alibaba seitens der chinesischen Behörden schon seit dem letzten Herbst bearbeitet. Dementsprechend stellt die Einigung und die damit einhergehende Sanktion einen Abschluss der langwierigen Untersuchung dar. Anleger hätten die Entscheidung dementsprechend letztlich mit Erleichterung aufgenommen, wie Swissquote-Analyst Ipek Ozkardeskaya in einem Kundenbericht erklärt, der Barron’s vorliegt.

Auf der anderen Seite stehen die Reaktion Alibabas und die Auswirkungen, die die Ergebnisse der Kartelluntersuchung auf die Zukunft des Handelsriesen haben werden. Hier gab Jack Mas Konzern bekannt, "die Strafe mit Ernsthaftigkeit anzunehmen" und die "Regelbefolgung mit Entschlossenheit sicherzustellen".

Citigroup sieht Unsicherheitsfaktor beseitigt

Wie Citigroup-Expertin Alicia Yap in einer Mitteilung an Kunden schreibt, sei nicht nur für Anleger nun ein Unsicherheitsfaktor aus dem Weg geräumt, auch Alibaba selbst könne nun abschließen und sich auf die Weiterentwicklung seines Geschäfts konzentrieren. Aus diesem Grund hätte sich der Konzern vermutlich auch dazu entschlossen, auf sein Recht Revision einzulegen zu verzichten. Mit der abgeschlossenen Untersuchung dürfte es nun auch für die Alibaba-Aktie aufwärts gehen, meint Yap. Die jüngste Entwicklung gemeinsam mit den starken Quartalszahlen, die im Februar veröffentlicht wurden, sollten nun eine Belastung von der Aktie genommen haben, die den Kursverlauf in den letzten Monaten beschwert hatte. Dementsprechend bewertet die Citigroup den Anteilsschein mit "buy".

JPMorgan hält Folgen für verkraftbar

Auch die US-Investmentbank JPMorgan bleibt Alibaba gegenüber positiv gestimmt und bekräftigte nach der Meldung ihr Overweight-Rating. Nach Meinung von Alex Yao sei es "verkraftbar", wenn sich einige Händler nach den Änderungen durch Alibaba dazu entscheiden würden, auch mit anderen Handelsplattformen zusammenzuarbeiten, wie er von Barron’s zitiert wird. Das JPMorgan-Kursziel liegt weiterhin bei 320 US-Dollar.

Baird sieht wenig Bedrohungen für Alibaba

Der Vermögensverwalter Baird reihte sich ebenfalls bei den positiv gestimmten Analysten mit ein. Wie Experte Colin Sebastian argumentiert, bekräftige die Entscheidung der chinesischen Wettbewerbshüter das Kerngeschäftsmodell Alibabas und es gäbe nur "wenige greifbare Bedrohungen gegenüber der Position des Unternehmens als einer der stärksten Internetplattform-Betreiber Chinas", heißt es in einer Einschätzung, die Barron’s vorliegt. Da Alibaba plane, die Strafe mit seinen gut aufgestellten Barreserven zu bezahlen, dürfte sie sich auch nicht auf die Bilanz des Handelsunternehmens auswirken. So verbleibt Bairds Bewertung der Alibaba-Aktie bei "Overweight" mit einem Kursziel von 285 US-Dollar.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 19.04.2021 · 07:45 Uhr
[0 Kommentare]
 

Baerbock für Abschaffung von Kurzstreckenflügen

Annalena Baerbock
Berlin (dpa) - Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will im Falle einer Regierungsübernahme für die […] (19)

Review: Adata SE900G Externes Solid State Drive im Test

Die Marke Adata hat sich der Entwicklung von Geräten verschrieben, die optimal vernetzbar sind und in solchen intelligenten Netzwerkern zusammenarbeiten, sodass jedes Gerät sein volles Potenzial entfesseln […] (00)
 
 
Suchbegriff