Alarmierend: Der Plastikmüll in den Ozeanen greift negativ in den Sauerstoffkreislauf ein

Dass Plastikmüll in den Meeren ein Problem ist, ist unstreitig. Mehrere Millionen Tonnen Plastik schwimmen inzwischen in den Ozeanen, und täglich kommt mehr hinzu. Einen ganz neuen Aspekt der Verschmutzung der Weltmeere durch Kunststoff beleuchtet nun eine Studie aus Australien: Chemikalien aus den Kunststoffabfällen beeinträchtigen die Tätigkeit von Bakterien, die Sauerstoff produzieren.

Bild: Caroline Power

Wichtige Bakterien im Ozean

Die Bakterienart Prochlorococcus marinus ist ein Photosynthese betreibendes, einzelliges Cyanobakterium, das vorwiegend und in großen Mengen im Meer vorkommt. Es wurde vor etwa 30 Jahren entdeckt und gilt als kleinster bekannter Organismus, der Photosynthese betreibt. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil (bis zu 10 Prozent) des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre stammt von diesem Bakterium.

These tiny microorganisms are critical to the marine food web, contribute to carbon cycling and are thought to be responsible for up to 10 per cent of the total global oxygen production. So one in every 10 breaths of oxygen you breathe in is thanks to these little guys, yet almost nothing is known about how marine bacteria, such as Prochlorococcus respond to human pollutants„, so Lisa Moore von der Macquarie University in Australien, die eine der Mitautoren der Studie ist.

Die Forscher wollten diese Wissenslücke schließen und untersuchten dafür zwei verschiedene Stränge Cyanobakterien unter Laborbedingungen. Sie setzten die Bakterien Chemikalien aus, die im Wasser aus gewöhnlichen Plastikprodukten austreten können. Das Resultat war erschreckend: Die Chemikalien haben nicht nur das Wachstum der Bakterien gehemmt, sondern auch ihre Fähigkeit zu Photosynthese reduziert und die Expression diverser Gene verändert.

Plastik greift Bakterienpopulationen an

Die Studie lässt sich nicht einfach so auf die Bedingungen im offenen Ozean übertragen. Dennoch gibt sie wertvolle Einblicke in die Effekte, die die chemische Verunreinigung durch Plastikmüll haben können. „ Our data shows that plastic pollution may have widespread ecosystem impacts beyond the known effects on macro-organisms, such as seabirds and turtles. If we truly want to understand the full impact of plastic pollution in the marine environment and find ways to mitigate it, we need to consider its impact on key microbial groups, including photosynthetic microbes„, so Sasha Tetu, die Hauptautorin der Studie.

Das Problem von Plastik und Mikroplastik in den Ökosystemen erfährt im Moment viel Aufmerksamkeit. Welche Folgen diese Verunreinigungen aber konkret haben, ist weitgehend unbekannt – speziell auf Mikroorganismen. Die australischen Wissenschaftler haben nun einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, hier Licht ins Dunkle zu bringen. Die chemischen Auswirkungen des Plastikmülls können potentiell ein globales Problem sein.

So befindet sich der „Pacific Garbage Patch“, eine Ansammlung von fast zwei Billionen Plastikteilchen, in einer Meeresgegend, in der sehr viele Prochlorococcus-Bakterien vorkommen. Eine weitere Studie fand heraus, dass schwimmendes Plastik ausreichend Chemikalien in das umgebende Wasser abgibt, um die Aktivität mikrobieller Populationen einzuschränken. Unterm Strich gibt es damit genug Hinweise darauf, dass das Plastik in den Ozeanen auch für Bakterien-Populationen im Wasser ein Problem ist, das angegangen werden sollte.

via Macquarie University

Trend Nachrichten / Wissenschaft / Mikroplastik / Plastikmüll / Umwelt
[trendsderzukunft.de] · 15.05.2019 · 19:18 Uhr
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