AIDAnova: Kreuzfahrtschiff testet Brennstoffzelle unter realen Bedingungen

Die Kreuzfahrtindustrie konnte in den letzten Jahren ein enormes Wachstum verbuchen. Die Unternehmen orderten immer neue und größere Schiffe. Doch in Sachen Antrieb änderte sich in der Zeit nur relativ wenig. Noch immer werden die meisten Schiffe mit schweren Dieselmotoren angetrieben. Teilweise kommt sogar noch extrem umweltschädliches Schweröl zum Einsatz. Seit einiger Zeit wird aber genau dies zum Problem für die Branche. Denn immer öfter wird die miese Klima- und Umweltbilanz auch öffentlich thematisiert. In den Buchungen schlägt sich dies zwar noch nicht nieder. Dennoch ist die Branche alarmiert genug, um öffentlichkeitswirksam alternative Antriebs-Projekte voranzutreiben. So wird die seit dem vergangenen Jahr fahrende AIDAnova mit flüssigem Erdgas angetrieben. Zukünftig soll auf dem Schiff zudem eine Brennstoffzelle getestet werden.

Via: Aida

Die Basis könnte Methanol aus Erneuerbaren Energien bilden

Entwickelt wurde diese von der Firma Freudenberg Sealing Technologies. Die Belastungen sind allerdings deutlich größer als beispielsweise bei einem Einsatz in einem PKW. Deswegen wurde die Brennstoffzelle extra für eine besonders lange Lebensdauer konzipiert. Sie soll nun 35.000 Betriebsstunden – oder umgerechnet rund vier Jahre – halten. Die Brennstoffzelle wird durch Wasserstoff angetrieben und erzeugt dann elektrischen Strom. Der Wasserstoff wiederum soll aus Methanol gewonnen werden. Dies hat den Vorteil, dass Methanol perspektivisch auch mit Erneuerbaren Energien erzeugt werden kann. Damit besitzen Brennstoffzellen das Potential, Kreuzfahrtschiffe weitgehend emissionsfrei anzutreiben. Bis es allerdings soweit ist, müssen noch zahlreiche Daten und Erfahrungswerte gesammelt werden. Dazu soll nun der Test auf der AIDAnova beitragen.

Flüssiggas ist nur eine Übergangslösung

Aida ist eine Marke der weltgrößten Kreuzfahrtreederei Carnival Corporation. Zuletzt stand das Unternehmen im Fokus der Öffentlichkeit, weil der CO2-Kompensationsanbieter Atmosfair die Zusammenarbeit einseitig beendete. Die Begründung: Aida tue nicht genug, um die Auswirkungen der Schifffahrt auf das Klima zu begrenzen. Die Möglichkeit, die verursachten Emissionen auszugleichen, sei daher nur ein Feigenblatt. Aida wiederum verwies darauf, dass bis Ende 2023 94 Prozent aller Gäste auf Kreuzfahrtschiffen mit Flüssiggas-Antrieb fahren werden. Allerdings ist die Nutzung von Gas zwar tatsächlich klimafreundlicher als die Verwendung von Schweröl – Emissionen werden aber natürlich auch weiterhin verursacht. Die Brennstoffzelle bietet nun zumindest die Möglichkeit, diesem Dilemma zu entkommen. Noch allerdings ist nur schwer absehbar, ab wann eine flächendeckende Einführung möglich wäre.

Via: AIDA

Umwelt / Kreuzfahrtschiff
[trendsderzukunft.de] · 15.10.2019 · 08:11 Uhr
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