Ärztevertreter fürchten Kollaps der Kliniken durch Silvesterfeiern

Berlin (dts) - Ärztevertreter warnen vor einem Kollaps der Kliniken durch riskante Feiern zu Silvester. "Was an Weihnachten möglich ist, muss nicht auch für Silvester gelten", sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Größere Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen sind vor allem dann Treiber von Infektionen, wenn Alkohol im Spiel ist."

Es sei besser, den Jahreswechsel im kleineren Kreis zu feiern. Die Belastung der Kliniken durch die Pandemie sei bereits jetzt hoch und werde es auch in vier Wochen sein, warnte Johna. Um den "Kollaps" zu verhindern, müssten besonders an Feiertagen alle daran mitwirken, Risiken zu minimieren. Zu Silvester könne sich die Lage durch akute Notfälle noch verschärfen: "Die Ärztinnen und Ärzte in den Notaufnahmen werden es allen danken, die keine Raketen zünden und erst recht auf Chinaböller verzichten." An Silvester müssten jedes Mal schwerste Verletzungen an Händen und Augen behandelt werden, auch Knalltraumata seien häufige Folgen. "Das alles sollten wir uns diesmal bitte sparen." Die Ärztegewerkschaft stellte sich ausdrücklich hinter den Appell von Bund und Ländern, auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten. "Es wäre schon viel gewonnen, wenn durchgesetzt werden könnte, es auf belebten Plätzen und Straßen tatsächlich sein zu lassen", so Johna.
Vermischtes / DEU / Gesundheit
26.11.2020 · 07:22 Uhr
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