ADLER-Aktie zweistellig höher: ADLER Group macht zwei Immobilien-Projekte zu Geld

Der angeschlagene Immobilieninvestor ADLER Group hat zwei Immobilien-Projekte in Frankfurt am Main an Investoren verkauft.
Bareinnahmen von rund 166 Millionen Euro seien eingegangen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Projekte seien indes mit einem Abschlag auf den Bruttovermögenswert (GAV) von 13,6 Prozent verkauft worden.

Die ADLER Group steht an zahlreichen Fronten unter Druck. Unter anderem hatten ihr die Wirtschaftsprüfer der KPMG das Testat für den Jahresabschluss 2021 verweigert und wollen nicht mehr mit dem Konzern zusammenarbeiten. Für 2022 sucht Verwaltungsratschef Stefan Kirsten deshalb einen neuen Wirtschaftsprüfer finden. Ohne Testat, hatte der Verwaltungsratschef geklagt, sei die von hohen Schulden belastete ADLER Group von den Bank- und Kapitalmärkten abgeschnitten. Hoffnungen der ADLER Group auf frisches Geld durch den Verkauf der Mehrheit an der Tochter BCP an den Immobilienkonzern LEG Immobilien hatten sich jedoch jüngst zerschlagen - die LEG hatte abgewunken.

So reagiert die ADLER-Aktie

Die Aktien von ADLER Group haben am Donnerstag ihren Stabilisierungsversuch mit kräftigen Gewinnen fortgesetzt. Die Papiere des angeschlagenen Immobilienunternehmens bauten ihre Vortagesgewinne kräftig aus und stiegen um knapp elf Prozent auf 3,48 Euro. Damit überwanden sie auch die 21-Tage-Linie, die technisch orientierten Anlegern als kurzfristige Trendangabe dient.

Allerdings waren die Aktien am Dienstag erneut auf ihr bereits Anfang August erreichtes Rekordtief bei 2,83 Euro gefallen. Am Donnerstag teilte ADLER mit, sich mit dem Verkauf zweier Immobilienprojekte in Frankfurt am Main frisches Geld beschafft zu haben.

Erst kürzlich war ein Versuch, den Kassenbestand aufzufüllen, gescheitert, nachdem der Verkauf eines 63-prozentigen Anteils der Tochtergesellschaft BCP an den Branchenkollegen LEG geplatzt war. Zudem ist Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia nicht mehr an einer Übernahme von ADLER Group interessiert.

Auslöser des Dilemmas: ADLER war 2021 ins Visier von Leerverkäufern geraten. Im Oktober 2021 veröffentlichte Viceroy einen umfangreichen Bericht mit vielen Vorwürfen, etwa was die Bewertung von Immobilienprojekten betrifft. ADLER hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Die Finanzaufsicht Bafin hatte jüngst mitgeteilt, dass die Jahresbilanz 2019 von ADLER Real Estate fehlerhaft sei.

Zudem hatten die Wirtschaftsprüfer von KPMG dem Unternehmen das Testat für den Geschäftsbericht 2021 verweigert. Das Unternehmen hatte Ende April dennoch Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt - und wegen hoher Abschreibungen einen Milliardenverlust ausgewiesen. Für den Jahres- und Konzernabschluss 2022 steht KPMG nicht mehr als Wirtschaftsprüfer zur Verfügung. Wegen des fehlenden Testats sei das Unternehmen von den Bank- und Kapitalmärkten abgeschnitten, hatte der Verwaltungsratschef Stefan Kirsten geklagt.

Düsseldorf (Reuters) / (dpa-AFX Broker)

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[finanzen.net] · 11.08.2022 · 17:08 Uhr
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