adidas entschuldigt sich und zahlt jetzt doch Miete

adidas hat sich in einem offenen Brief für die Forderung entschuldigt, dass Vermieter dem Herzogenauracher Sportartikelkonzern angesichts der Corona-bedingten, behördlich verordneten Ladenschließungen die Miete für April erlassen sollten. Dies sei von vielen als unsolidarisch empfunden worden, teilte die adidas AG mit.

"Wir haben einen Fehler gemacht und damit viel Vertrauen verspielt. Es wird dauern, Ihr Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Aber wir werden alles dafür tun", schrieb das Unternehmen. Der Brief werde auch am Donnerstag als Anzeige in ausgewählten Medien erscheinen. Den Vermietern sei die Miete für April bezahlt worden. "Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit adidas verknüpft und sollen es auch bleiben", hieß es weiter.

Am vergangenen Freitag hatte die Union im Bundestag die geplante Aussetzung von Mietzahlungen durch adidas und andere große Textil- und Handelsketten scharf kritisiert und Änderungen an dem gültigen Corona-Gesetz gefordert. Dieses soll Mietern, Pächtern und Stromkunden helfen, die wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie in Finanznot geraten sind. Der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jan-Marco Luczak (CDU), erklärte mit Blick auf adidas, die Aussetzung der Miete sei "falsch". "Solch unsolidarisches Verhalten dürfen wir nicht hinnehmen."

adidas teilte weiter mit, auch für den Konzern sei die Corona-Krise eine Ausnahmesituation mit täglich neuen Herausforderungen. Fast weltweit finde kein normales Geschäft mehr statt, die Läden seien geschlossen, das halte selbst ein gesundes Unternehmen wie adidas nicht lange aus.

Um langfristig die Arbeitsplätze seiner 60.000 Mitarbeiter zu sichern, mache der Konzern "harte Einschnitte". Wie berichtet, hat sich adidas mit den Betriebsräten auf Kurzarbeit geeinigt, der Vorstand und die nächste Führungsebene würden bis auf Weiteres auf 50 bzw. 30 Prozent des Gehalts verzichten, das Aktienrückkaufprogramm sei eingestellt. "Trotz dieser Einschnitte wird adidas Kredite benötigen."

adidas versuche, einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise zu leisten. Unter anderem unterstütze der Konzern den Solidarity Response Fund der WHO sowie Hilfsorganisationen in Deutschland. In China habe das Unternehmen medizinische Güter für Ärzte und Pflegepersonal bereitgestellt. Die adidas-Partner würden auf Kosten von adidas Gesichtsschutz und Masken für das Gesundheitswesen produzieren.

(dpa-AFX / Dow Jones Newswire)

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[finanzen.net] · 01.04.2020 · 15:13 Uhr
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