Abschied von einer Legende: Agnes Keleti, die älteste Goldmedaillengewinnerin der Welt, verstorben
Die Sportwelt trauert um Agnes Keleti, eine olympische Legende und symbolträchtige Figur der ungarischen Sportgeschichte. Sie verstarb im Alter von 103 Jahren, wie das Ungarische Olympische Komitee mitteilte.
Keleti, die am 9. Januar 1921 als Agnes Klein in Budapest geboren wurde, gilt als eine der bedeutendsten Sportlerinnen Ungarns und erlangte als älteste lebende Goldmedaillengewinnerin Weltruhm. Nachdem sie 1938 der Nationalen Turnvereinigung beigetreten war, gewann Keleti 1940 ihren ersten ungarischen Meistertitel.
Doch ihre sportliche Karriere wurde von den politischen Wirren der Zeit erheblich beeinflusst, da sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft vom Sport ausgeschlossen wurde. Währen des Zweiten Weltkriegs entging Keleti knapp der Deportation in die Todeslager der Nazis, indem sie sich in einem Dorf sü-dlich von Budapest mit falschen Papieren versteckte. Dennoch verlor sie ihren Vater und mehrere Verwandte im KZ Auschwitz.
Keletis sportlicher Höhepunkt kam erst, als sie bereits 31 Jahre alt war: Bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki holte sie ihre erste Goldmedaille und blieb damit ihrer Leidenschaft treu, während viele ihrer Altersgenossen das Turnen längst aufgegeben hatten. 1956 krönte sie ihre Karriere mit vier Goldmedaillen bei den Spielen in Melbourne und wurde zur ältesten weiblichen Turn-Olympiasiegerin.
Im darauffolgenden Jahr ließ sie sich in Israel nieder, wo sie heiratete und Mutter von zwei Kindern wurde. Insgesamt errang Keleti 10 olympische Medaillen, darunter fünf in Gold, und wird so als zweitbeste ungarische Athletin aller Zeiten verehrt.
Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von Ausdauer, Mut und einem unerschütterlichen Willen, die Hindernisse der Zeit zu überwinden, und ihre sportlichen Leistungen wurden mit zahlreichen ungarischen Staatspreisen gewürdigt.

