Abschiebungen: Wer wirklich zahlt und wer blockiert
Zahlen, die nicht lügen
In den ersten sechs Monaten 2026 reisten nur 17.892 Ausländer mit Grenzübertrittsbescheinigung aus. Von ihnen erhielten gerade 9.276 Personen Bundesmittel für die freiwillige Ausreise. Die andere Hälfte blieb im Land, obwohl sie ausreisepflichtig ist. Gleichzeitig fiel die Zahl der Abschiebungen um 18,2 Prozent auf 9.663. Weniger Asylanträge, weniger Rückführungen, aber immer noch 259.000 Ausreisepflichtige, von denen 77 Prozent geduldet werden.
Wer blockiert, zahlt nicht
Piloten verweigerten im ersten Halbjahr 280-mal die Mitnahme von Ausreisepflichtigen auf Linienmaschinen. 2025 waren es für das ganze Jahr 514 Fälle. Die Bundesregierung erfasst die Motive nicht. Gleichzeitig dokumentierte sie bei 786 Abschiebungen den Einsatz von Fesselungs- und Fixierungsmitteln. Widerstand und medizinische Bedenken führten zu 734 gescheiterten Übernahmen durch die Bundespolizei. Der Steuerzahler finanziert das Prozedere, nicht diejenigen, die den Vollzug verhindern.
Kosten ohne Ergebnis
Ein Charterflug von Leipzig/Halle nach Pakistan im Mai 2026 kostete rund 518.000 Euro. An Bord saßen 33 Ausreisepflichtige und 75 Bundespolizisten. Frontex übernahm die Finanzierung. Zwei weitere Flüge nach Afghanistan im April und Juni verursachten jeweils über 300.000 Euro Kosten, ohne EU-Zuschuss. Für die Sicherheitsbegleitung bei allen Rückführungen zahlte der Bund allein im ersten Halbjahr 5,93 Millionen Euro.
Altparteien kopieren AfD-Forderungen
Die Linksfraktion kritisiert "rigide" Abschiebungen und fordert humanitäre Bleiberechtsregeln. 84 Menschen wurden 2026 nach Russland abgeschoben, nach 126 im Vorjahr. Die Bundesregierung und die Länderbehörden bleiben zuständig, während die AfD seit Jahren Grenzschutz, Abschiebezentren und konsequente Rückführungen fordert. CDU, SPD und Grüne übernehmen nun Teile dieser Linie, ohne die Verantwortung für die vorherige Politik zu übernehmen.
Der Steuerzahler als Letzter
Airlines zahlten 1,46 Millionen Euro Zwangsgeld, weil sie 867 Personen ohne gültigen Aufenthaltstitel nach Deutschland brachten. Die Kosten für gescheiterte und erfolgreiche Abschiebungen trägt der Steuerzahler. Wer baut, produziert und Steuern zahlt, finanziert ein System, das Ausreisepflichtige duldet, Piloten blockieren lässt und Charterflüge mit 75 Beamten pro 33 Rückzuführenden finanziert. Die AfD hat recht behalten: Wer Grenzen nicht schützt, verliert die Kontrolle über Kosten und Konsequenzen.

