Abgaben dominieren: DAX schließt mit kräftigem Verlust

Der DAX hatte zur Eröffnung 1,23 Prozent auf 12.642,23 Punkte verloren. Auch im weiteren Verlauf wies der deutsche Leitindex negative Vorzeichen aus. Zur Schlussglocke gab er dann 0,8 Prozent auf 12.697 Einheiten nach.

Die zuletzt verdrängten Sorgen um die Corona-Pandemie und den US-Handelsstreit mit China sind am Dienstag an den deutschen Aktienmarkt zurückgekehrt. Nach zwei klaren Gewinntagen verdarb vor allem ein erneuter Teil-Lockdown in Kalifornien den Anlegern die Stimmung.

Corona-Krise belastet

Bei den Anlegern zehrte es an dem zuvor noch spürbaren Optimismus, dass Bars, Kinos und Museen im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien wegen der hohen Corona-Infektionszahlen wieder schließen müssen. Außerdem sorgen sich die Anleger wieder mehr um die Beziehungen zwischen den USA und China, nachdem die US-Regierung weitgehende Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer formell zurückwies.

"Umso länger dieser Stop-and-Go-Betrieb anhält, desto ungeduldiger dürften die Anleger an der Börse werden, die aufgrund gestiegener Kurse jetzt nur noch gute Nachrichten tolerieren", kommentierte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets die erneuten Maßnahmen in Kalifornien. Die Investoren warteten jetzt gespannt auf die Berichtssaison, die zu einem Lackmustest für die jüngste Rally werden dürfte.

Am Dienstag eröffneten JPMorgan und die Citigroup in den USA den Zahlenreigen - trotz hoher Rückstellungen für Kreditausfälle mit robusten Ergebnissen. Die Großbank JPMorgan musste demnach einen herben Gewinneinbruch verbuchen, Experten waren jedoch von einem schlechteren Ergebnis ausgegangen.

ZEW-Index veröffentlicht

Hierzulande konnte der aktuelle ZEW-Index die Anleger derweil aber marktbreit auch nicht zum Zugreifen ermutigen. Die darin gemessenen Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Juli nach drei Anstiegen in Folge etwas stärker als von Analysten erwartet eingetrübt. "Die erste Euphoriewelle endet", erklärte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

/ dpa-AFX

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[finanzen.net] · 14.07.2020 · 17:39 Uhr
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