AB Inbev nimmt neuen Anlauf für Hongkong-IPO - Aktie gewinnt

Die Asien-Tochter Budweiser Brewing meldete den Börsengang zwar an, betonte aber zugleich, es gebe keine Sicherheit, dass es tatsächlich zu einer Transaktion kommt.

Der Entwurf des Börsenprospekts enthielt noch keine Angaben, wie viele Aktien verkauft werden sollen und zu welchem Termin. Berater beim Gang aufs Parkett sind JP Morgan und Morgan Stanley.

Budweiser Brewing hatte im Juli die schwachen Marktbedingungen als Grund für die Absage des damals geplanten Börsengangs in Hongkong genannt. Es wäre das größte IPO des Jahres geworden. Informanten hatten damals berichtet, einige Investoren hätten die zum Verkauf angeboten Aktien als zu teuer und die Bewertung als zu hoch angesehen. Informanten berichten nun, beim neuen Anlauf für einen Börsengang werde diesmal ein Erlös von 5 Milliarden Dollar angestrebt. Es sei bereits Kontakt zu Investoren aufgenommen worden, um deren Kaufinteresse zu sondieren. Der Gang aufs Parkett könne dann im Oktober stattfinden.

AB Inbev ist mit Zukäufen groß geworden, sitzt aber nun auf einem Schuldenberg von 100 Milliarden Dollar. Der Börsengang der Tochter soll diesen verringern, auch das Australien-Geschäft hat jüngst für 11,3 Milliarden Dollar bereits einen Abnehmer gefunden.

AB Inbev-Aktien kommen gut an

Die Aktien von AB Inbev haben am Donnerstag mit kräftigen Kursgewinnen auf Nachrichten zum Börsengang (IPO) der Asien-Sparte reagiert. Im sich freundlich präsentierenden Leitindex der Eurozone, dem EURO STOXX 50, setzten sich die Anteile des Bierbrauers an die Spitze mit zeitweise plus 4,48 Prozent auf 89,24 Euro. Zum Handelsende notierten sie 2,92 Prozent höher bei 87,90 Euro.

Damit nehmen sie wieder Kurs auf ihr Anfang August erreichtes Jahreshoch bei 92,71 Euro. Seit Jahresanfang haben sich die Anteile inzwischen um 55 Prozent verteuert und schneiden damit besser ab als der europäische Sektor der Nahrungsmittel- und Getränkehersteller mit einem Plus von etwas über 30 Prozent.

Strategisch betrachtet sei der Börsengang der Asien-Sparte ohne das Australien-Geschäft sinnvoll, hieß es von der Credit Suisse.

Mitte Juli hatte AB Inbev dann angekündigt, das Australien-Geschäft für 11,3 Milliarden Dollar an den japanischen Brauereikonzern Asahi verkaufen zu wollen. Diese Veräußerung, so kommentierten die Analysten von Liberum Capital, mache den Rest des Asien-Pazifik-Geschäfts in Bezug auf die Gewinn- und Bewertungsperspektiven attraktiver. Mit dem Australien-Geschäft indes wäre der IPO zu groß geworden. AB Inbev könne nun die Schulden zügiger abbauen. Dadurch gingen die Kapitalkosten zurück, was wiederum zu einer höheren Bewertung führe, schrieben die Experten.

Jefferies belässt AB Inbev auf 'Hold'

Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für AB Inbev nach Neuigkeiten zum Börsengang der Asiensparte auf "Hold" mit einem Kursziel von 85 Euro belassen. Der Börsengang dürfte positive Wirkung entfalten auf die Aktie des Bierbrauers, schrieb Analyst Edward Mundy in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Der Konzern sollte dadurch in der Lage sein, die Schulden schneller abzubauen. Zudem steige dadurch die Flexibilität für weitere Zukäufe. Im dritten Quartal dürfte AB Inbev hingegen etwas nachgelassen haben, jedoch sei dies bereits bekannt.

Von P.R.Venkat

BRÜSSEL (Dow Jones) / PARIS / NEW YORK (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 12.09.2019 · 17:57 Uhr
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