90 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt sind mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben zufrieden

Magdeburg, 24.11.2021 (lifePR) - Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Halle sowie Vertreterinnen und Vertreter der Krankenkasse IKK gesund plus haben am Dienstag, dem 23. November 2021, den aktuell veröffentlichten Abschlussbericht der HBSC-Studie Sachsen-Anhalt vorgestellt und die Ergebnisse im Rahmen eines Symposiums diskutiert.

Die „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC)-Studie ist die größte Kinder- und Jugendgesundheitsstudie, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit mehr als 30 Jahren unterstützt wird. Seit dem Schuljahr 1993/94 wird sie alle vier Jahre auch in Deutschland durchgeführt und seit 2018 gibt es eine eigene Befragung nur für Sachsen-Anhalt, die von der IKK gesund plus gefördert wird. Im Schuljahr 2018/19 erfolgte die erste Erhebungswelle, an der sich jede 5. Schule und 3.547 Schülerinnen und Schüler im Alter von elf, 13 und 15 Jahren in Sachsen-Anhalt beteiligten. „Wir freuen uns, dass sich so viele Schulen und Schülerinnen beteiligt haben. Für die erste Befragungsrunde ist das ein tolles Ergebnis, weil es einen guten Überblick über die Situation von Kindern und Jugendlichen ermöglicht“, sagt Prof. Dr. Matthias Richter, Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie (IMS) der Universitätsmedizin Halle und Leiter der HBSC-Studie Deutschland. „Durch diese hohe Teilnahmebereitschaft haben wir nun repräsentative Daten für das Bundesland und können dahingehend valide Aussagen treffen.“

Die Befragung umfasst eine Bandbreite gesundheitsrelevanter Indikatoren für das Wohlbefinden und die Bedingungen eines gesunden Aufwachsens. Dazu gehören unter anderem die subjektive und psychosoziale Gesundheit, das Gesundheitsverhalten und Einflussfaktoren wie der soziale Kontext.

Die Ergebnisse für Sachsen-Anhalt zeigen unter anderem:
  • Fast 90 Prozent berichten über eine gute subjektive Gesundheit und geben eine hohe Lebenszufriedenheit an.
  • Mobbing- und Gewalterfahrungen haben zehn bzw. 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler angegeben, wobei das Gewaltverhalten bei Jungen fast doppelt so hoch ausgeprägt ist wie bei Mädchen (30 vs. 16 Prozent)
  • Rund 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler zeigen Hinweise auf depressive Symptome, wobei das fast doppelt so viele Mädchen wie Jungen betrifft, und berichten über psychosomatische Beschwerden.
  • Weniger als die Hälfte (42 Prozent) konsumiert täglich Obst und Gemüse. Ein Fünftel bis ein Drittel frühstückt nicht oder nicht jeden Tag.
  • Nur rund elf Prozent sind täglich körperlich aktiv und erfüllen damit die WHO-Empfehlung von 60 Minuten täglicher Bewegung.
  • 56 Prozent empfinden ihren Körper als zu dick oder zu dünn. Insbesondere Mädchen nehmen sich als zu dick wahr; ein Großteil hat bereits Gewichtskontrollmaßnahmen durchgeführt.
  • Der Tabakkonsum ist auf einem niedrigen Niveau (zwölf Prozent).
  • Alkohol hat hingegen schon jede/jeder Vierte mindestens einmal konsumiert – etwas mehr Mädchen (29 Prozent) als Jungen (26 Prozent). Bei den Neuntklässlern geben 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler an, schon mindestens einmal Alkohol konsumiert zu haben.
  • Auch Cannabis haben bereits 15 Prozent der Befragten schon mindestens einmal konsumiert.
„Diese Erkenntnisse helfen uns maßgeblich dabei, noch besser auf die individuellen Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Mithilfe der erhobenen Daten ist es uns möglich, unsere Präventionsprogramme für Kinder und Jugendliche zu spezialisieren und konkret auf die bestehenden gesundheitlichen Herausforderungen abzustimmen. Dabei wollen wir uns nicht nur auf die Schule selbst konzentrieren, sondern auch das Wohn- und Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler mit einbeziehen. Hier möchten wir gern mit den Entscheidungsträgern in Sachsen-Anhalt zusammenarbeiten. Die Unterstützung der HBSC-Studie Sachsen-Anhalt lag uns als regional starker Krankenkasse deshalb besonders am Herzen“, sagt Dr. Olaf Haase, Referent Grundsatzfragen Prävention der IKK gesund plus.

Aktuell hat bereits die zweite Erhebungswelle für die HBSC-Studie Sachsen-Anhalt begonnen. „Dabei ist die Beteiligung der Schulen unerlässlich. Und die Schulen haben auch etwas davon. Jede erhält einen eigens erstellen Bericht, sodass wir sehen können, wie es unseren Kindern und Jugendlichen geht und wo diese vielleicht mehr Unterstützung benötigen. Natürlich sind die Befragungen anonym, aber sie liefern dennoch Antworten auf Fragen, die die Schülerinnen und Schüler bewegen. Gerade auch die Pandemie-Situation wird Auswirkungen in der neuen Befragungsrunde zeigen, mit denen wir als Lehrerinnen und Lehrer umgehen müssen. Aus einer pandemischen Perspektive, die explizit in der Studie erfasst wird, kommt der aktuellen Befragungswelle eine besondere Bedeutung zu“, so Björn Ahlsleben. Der Schulleiter der Europaschule „Am Gröpertor“ in Halberstadt stand der Studie von Anfang an aufgeschlossen gegenüber und möchte diese auch weiterhin unterstützen.

Der Abschlussbericht der HBSC-Studie Sachsen-Anhalt ist kostenlos als Download verfügbar unter: https://opendata.uni-halle.de/handle/1981185920/38313
Gesundheit & Medizin
[lifepr.de] · 24.11.2021 · 09:20 Uhr
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