58 Prozent der Deutschen sind gegen Privilegien für Geimpfte

Eine kürzlich im Auftrag des Datenschutz- und Sicherheitsunternehmens ExpressVPN durchgeführte repräsentative Studie des deutschen Marktforschungsinstituts OmniQuest untersuchte die Meinung der Deutschen zum digitalen Impfpass, zu Wearables und Gesundheits-Apps im Zusammenhang mit großen Tech-Firmen.

Gemischte Gefühle beim digitalen Impfpass
Bereits seit einiger Zeit ist ein europaweiter digitaler Impfpass in Planung, der nach der Covid-19-Pandemie wieder für mehr Normalität im Alltag der Bürger sorgen soll. Bei der Frage, ob sie den digitalen Impfpass tatsächlich nutzen würden, sind die Deutschen gespalten: Nur 54 Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Service nutzen würden. Zum Vergleich: In einer vergleichbaren Studie von ExpressVPN in Frankreich gaben nur 41 Prozent der Franzosen an, den digitalen Impfpass nutzen zu wollen.

Die Deutschen haben mehrere Vorbehalte gegenüber dem digitalen Impfpass: Circa ein Drittel der Deutschen ist gegen den digitalen Impfpass aus Sorge darüber, wer Zugang zu den sensiblen medizinischen Daten haben wird, wie lange diese aufbewahrt und mit wem sie geteilt werden. Dass die Durchsetzung des digitalen Impfpasses bestehende Ungleichheiten rund um den digitalen Zugang verschärfen könnte, meinen 27 Prozent (s. Abb. 1: Bedenken der Deutschen bezüglich des digitalen Impfpasses).

Dennoch gaben rund 31 Prozent an, dass sie den digitalen Impfpass unterstützen und bereit wären, mehr persönliche Daten preiszugeben, um reisen zu dürfen. In einer vergleichbaren Studie, die in Frankreich im Auftrag von ExpressVPN durchgeführt wurde, stimmten dieser Aussage nur circa 13 Prozent der Befragten zu.

„Impfpässe sind nicht das Problem – sie digital zu machen ist das Problem, besonders ohne solide Sicherheitsvorkehrungen“, erklärt Harold Li, Vizepräsident von ExpressVPN. „Papier bietet eine Privatsphäre, die kein digitales Gegenstück bieten kann, und hilft auch denjenigen, die weniger technikaffin sind oder kein Smartphone besitzen. Für internationale Reisen verlangen viele Länder aus Sicherheits- und Datenschutzgründen immer noch physische Pässe – das sollte hier nicht anders sein.“

„Es ist offensichtlich, dass viele Menschen in Deutschland und Frankreich Datenschutz- und Sicherheitsbedenken bezüglich der digitalen Impfpässe haben“, so Li weiter. „Da diese Datenschutzbedenken weiterhin schwer wiegen, müssen die Regierungen klare Grenzen und Sicherheitsvorkehrungen für die Gesundheitsdaten der Verbraucher festlegen.“

Ähnlich auseinander gingen die Meinungen bei der Frage, ob Menschen, die geimpft sind und den elektronischen Impfausweis nutzen, besondere Zugänge und Privilegien haben sollten (z.B. Kinobesuch, Konzertbesuch, Reisen). 42 Prozent stimmten mit Ja, während die Mehrheit (58 Prozent) diese Meinung nicht teilte.

In Deutschland kündigte Gesundheitsminister Spahn an, dass die Menschen nach der zweiten Impfung so behandelt werden, als ob sie negativ getestet worden wären. Zuvor hatte die deutsche Regierung auch einen eigenen digitalen Impfnachweis in Auftrag gegeben. Die Lösung des Kölner Start-Ups Ubrich und IBM soll unter anderem auf Blockchain-Technologie basieren. Bei den Befragten gehen die Meinungen dazu auseinander: Knapp die Hälfte (48 Prozent) schöpft dadurch mehr Vertrauen in den digitalen Impfpass, der Rest ist nicht so optimistisch. Vor allem Jüngere vertrauen der Blockchain-Technologie mehr. 58 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren schöpften dadurch mehr Vertrauen, während nur 39 Prozent der 50- bis 59-Jährigen der gleichen Aussage zustimmten.

Gesundheitssektor: Viele Deutsche glauben,  Big Tech wird zu mächtig
Immer mehr große Tech-Unternehmen wie Google und Apple drängen in den Gesundheitssektor. Die beiden Tech-Giganten haben beispielsweise ein Covid-19-Kontaktverfolgungs-Tool entwickelt. Amazon hat ein Armband für Gesundheits- und Fitness-Tracking namens Halo vorgestellt, das den emotionalen Zustand des Benutzers anhand dessen Stimme bewerten und den Körperfettanteil durch eine 3D-Darstellung seines Körpers verfolgen kann.

Der Großteil der Deutschen zeigt sich beunruhigt, dass die Tech-Giganten in den Gesundheitssektor vordringen. So geben circa drei Viertel an, dass sie glauben, dass die Tech-Riesen dadurch nur noch mächtiger werden (74 Prozent). Sie sind beunruhigt, da diese Unternehmen noch mehr über die Verbraucher wissen werden (71 Prozent). 76 Prozent sind der Meinung, dass der Markt engagierten Gesundheitsunternehmen überlassen werden sollte, während Google und Co. sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren sollten.

Verbraucher in Deutschland sehen die Thematik durchaus kritisch und befürchten, dass ihre Daten an Dritte weitergegeben werden könnten. Die Hälfte gab an, dass sie befürchten, dass Gesundheitsdaten beim Verwenden von Wearables zu Marketingzwecken für gezielte Werbung missbraucht werden könnten. Des Weiteren könnten die Daten gehackt werden oder anderweitig an die Öffentlichkeit gelangen, denken 37 Prozent (s. Abb. 2: Bedenken der Deutschen gegenüber Wearables und der Erhebung von Gesundheitsdaten durch Big Tech).

Gaming / News / Corona / Datenschutz / ExpressVPN / Sicherheit / Studie / VPN
[toptechnews.de] · 04.05.2021 · 14:22 Uhr
[1 Kommentar]
 

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