2G-Abschaltung legt ältere Notrufsysteme in Aufzügen lahm
Umrüstung erforderlich

15. September 2026, 11:31 Uhr · Quelle: LifePR
2G-Abschaltung legt ältere Notrufsysteme in Aufzügen lahm
Foto: LifePR
2G-Abschaltung legt ältere Notrufsysteme in Aufzügen lahm
Die Abschaltung der 2G-Netze bis 2028 gefährdet Notrufsysteme in rund 400.000 Aufzügen.

München, 15.09.2026 (lifePR) - Die Deutsche Telekom und andere Mobilfunkanbieter haben angekündigt, ihre 2G-Netze schrittweise bis Ende 2028 abzuschalten. Damit werden viele ältere Notrufsysteme in Aufzügen nicht mehr funktionieren. TÜV SÜD rät Aufzugsbetreibern, ihre Systeme zeitnah zu überprüfen und sich über Nachrüstungen zu informieren. Ohne funktionierende Notrufsysteme dürfen Aufzüge nicht weiter betrieben werden.

Aufzüge gehören in Deutschland zu den überwachungsbedürftigen Anlagen, die wiederkehrend durch Zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS) wie TÜV SÜD geprüft werden müssen. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Funktionsfähigkeit der Notrufsysteme. „Wir überprüfen, ob das Zweiwege-Kommunikationssystem eine Verbindung zur ständig besetzten Stelle aufbaut, ob die Kommunikation zwischen dem Aufzugsnutzer und der besetzten Stelle funktioniert und ob es einen Notfallplan für eine möglicherweise nötige Evakuierung gibt“, sagt Dieter Roas, Leiter des Geschäftsfeldes Fördertechnik der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. Wenn der Notruf bei der Überprüfung funktioniert, kann der Aufzug auch mit 2G-Systemen weiter betrieben werden. Dennoch rät der TÜV SÜD-Experte den Betreibern, ihre Anlagen zeitnah zu überprüfen bzw. überprüfen zu lassen: „Denn sobald das 2G-Netz abgeschaltet wird und das Notrufsystem ausfällt, darf die Anlage nicht mehr weiter betrieben werden.“

Sprachfähige Lösung erforderlich

Um die Funktionsfähigkeit sicherzustellen, ist bei älteren Notrufsystemen auf 2G-Basis die Umrüstung oder der Austausch des Notrufmoduls bzw. des Gateways erforderlich. Aber auch bei 4G-fähigen Systemen sollten die Funktionsfähigkeit sowie Firmware, Netzprofile, SIM Verträge und Sprachfähigkeit überprüft werden, mahnt Roas. „Ein 4G-Datenmodul allein reicht eventuell nicht aus, weil für den Notruf eine sprachfähige Lösung benötigt wird.“

Der VDMA und führende Aufzugshersteller gehen davon aus, dass etwa 400.000 Aufzüge in Deutschland von der Abschaltung der 2G-Netze betroffen sind. Vor diesem Hintergrund rät der TÜV SÜD-Experte dazu, die Überprüfung der Notrufeinrichtungen frühzeitig anzugehen. Zum einen würden aufgrund der hohen Zahl der umzurüstenden Anlagen sowohl Fachfirmen als auch Lieferketten voraussichtlich stark belastet, zum anderen könne es bereits heute aufgrund der Migration von Frequenzen in modernere Netze zu regionalen Einschränkungen in den 2G Netzen kommen. „Die Anforderungen sind bekannt und die Lösungsmöglichkeiten sind bekannt“, betont Dieter Roas. „Noch haben Aufzugsbetreiber genügend Zeit, sich zu informieren und die nötigen Maßnahmen vorzunehmen.“

Unterhaltung & Technik / Mobilfunk / Aufzüge / Notrufsysteme / TÜV SÜD / VDMA
[lifepr.de] · 15.09.2026 · 11:31 Uhr
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