28.700 Besucher zeigten: Gaming in Wien ist längst kein Nischenthema mehr
Gaming kann laut, bunt und digital sein. Es kann aber auch aus Würfeln, Karten, Miniaturen und Brettspielabenden bestehen. Genau diese Mischung hat am vergangenen Wochenende im Austria Center Vienna wieder funktioniert. Das eSports Festival und das Spielefest Wien lockten laut Veranstalter insgesamt 28.700 Besucherinnen und Besucher nach Wien.
Damit wurde das fünfjährige Jubiläum des esports Festivals gemeinsam mit dem seit drei Jahren parallel stattfindenden Spielefest Wien zu einem der größten Gaming-Wochenenden Österreichs. Besonders spannend: Die Veranstaltung fand heuer erstmals ohne Hauptsponsor statt. Dem Andrang hat das offenbar nicht geschadet.
eSport, Brettspiele und Festivalgefühl
Der große Vorteil des Kombi-Events lag wieder im Konzept. Ein Ticket öffnete den Zugang zu allen Bereichen: dem digital ausgerichteten eSports Festival, dem analogen Spielefest Wien und dem Food Festival am Vorplatz des Austria Center Vienna. Dadurch entstand kein klassisches Entweder-oder, sondern ein ziemlich runder Mix aus Gaming, eSport, Streaming, Brettspielkultur und Popkultur.
Organisator Manuel Haselberger sieht genau darin die Stärke der Veranstaltung. Der Mix aus analogem Spielspaß, digitaler E-Sport-Action und Festivalcharakter komme bestens an:
Das eSports Festival und Spielefest haben heuer erneut bewiesen, dass der Mix aus analogem Brettspielspaß, digitaler E-Sport- und Gaming Action sowie einem abwechslungsreichen Programm mit Festival-Character bestens ankommt. Mit unserem Kombi-Event sind wir inzwischen zu einem der bedeutendsten europäischen Veranstaltungen der Spielebranche – sowohl digital als auch analog – geworden. Die familiäre, Community-nahe und ungezwungene Atmosphäre macht das eSports Festival und Spielefest so besonders und einzigartig.
Auf der Mainstage wurde es trotzdem kompetitiv. Beim erstmals ausgetragenen Duell Österreich gegen Deutschland in League of Legends setzte sich Deutschland mit 2:0 durch. Das Match diente als Vorbereitung auf den eSports Nations Cup, der vom 02. bis 29. November 2026 in Riyadh (Saudi-Arabien) stattfindet und mit insgesamt 20 Millionen US-Dollar Preisgeld dotiert ist.
Eintracht Spandau gewinnt vor vollem Saal
Auch das Duell Eintracht Spandau gegen G2 Nord sorgte für einen voll besetzten Saal. Die beiden bekannten deutschsprachigen „League of Legends“-Teams lieferten eines der großen Highlights des Wochenendes. Am Ende konnte Eintracht Spandau das Match verdient für sich entscheiden.
Doch das Festival war nicht nur für eSport-Fans interessant. Beim Spielefest Wien verwandelten knapp 2.000 Spieltische gleich vier Ebenen in ein Paradies für Brettspiel-Fans. In Österreichs größter Spielothek konnten Besucherinnen und Besucher aus rund 5.000 Spielen wählen, Neuheiten ausprobieren, Klassiker testen und einfach losspielen.
Dazu präsentierten sich zahlreiche Verlage, Wiener Spieleclubs, Vereine und unabhängige Spieleautoren. Auch Prototypen, Indie-Spiele und bisher wenig bekannte Neuheiten waren zu sehen. Für Tabletop-Fans gab es eigene Bereiche, darunter ein Warhammer 40K Super Major. Der Trading-Card-Bereich mit Spielen wie Magic: The Gathering und Disney Lorcana wurde heuer deutlich vergrößert.
Cosplay, Manhunt und Fortnite-Vorgeschmack
Abseits von Bühne und Spieltischen bot das Programm viele weitere Gründe, länger zu bleiben. Insgesamt waren rund 250 Aussteller vertreten. Dazu kamen Arcade- und Retro-Gaming, Cosplay Village, Cosplay Catwalks, Prop-Maker-Ausstellungen, Artist Alley, Lasertag, Hüpfburgen, Arts-&-Craft-Stationen und eigene Spielbereiche für Kleinkinder.
Ein Community-Höhepunkt war der Live-Reveal zur neuen Staffel des österreichischen YouTube-Formats Manhunt. Vor Publikum wurde der neue Schauplatz verraten: Sigon in Vietnam. Außerdem gab es am Stand von Red Bull Reshuffle bereits einen Vorgeschmack auf das Fortnite-Mega-Event, das am 15. August ebenfalls im Austria Center Vienna stattfinden soll.
Am Ende zeigt dieses Wochenende ziemlich klar, wie breit Gaming in Österreich inzwischen geworden ist. eSport-Fans, Familien, Cosplayer, Brettspielgruppen, Sammler und Retro-Spieler teilen sich dieselben Hallen. Und genau das macht das eSports Festival und Spielefest Wien so stark: Es ist kein reines eSport-Event und keine klassische Brettspielmesse. Es ist beides. Und offenbar genau deshalb erfolgreich.








