Original: WALL·E
Regie: Andrew Stanton
Laufzeit: 98min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Familie, Animation, Science-Fiction (USA)
Filmstart: 25. September 2008
Bewertung: 9,9 (12 Kommentare, 10 Votes)
Die Erde - in ferner Zukunft: Wo einst Bäume und Wiesen in strahlendem Grün wuchsen, Flüsse und Seen die Menschen und Tiere mit Wasser versorgten, gibt es nun nichts als Müll, Wüste und Ruinen. Ein trostloser, verlassener Ort, von dem sich die Menschen in das All verabschiedet haben, wo sie auf einer endlosen Luxusraumschiff-Kreuzfahrt immergleiche Bahnen ziehen. Die Erde hatten sie in die Hände kleiner Aufräumroboter übergeben, die sie beim Verlassen der Erde jedoch alle ausgeschaltet haben – alle bis auf einen. Dieser putzige Kerl namens WALL•E hat im Laufe der Zeit ordentlich Rost angesetzt, aber das hält ihn nicht davon ab, sich tagein und tagaus programmgemäß durch die gewaltigen Müllberge zu kämpfen. Auf Kettenrädern und mit seinen Greifarmen sammelt, sortiert und stapelt er den Müll in kleinen Würfeln zu riesigen Wolkenkratzern. Eine unendliche Aufgabe, die WALL•E jedoch tapfer und unermüdlich verrichtet.
Einzig sein Haustier, die pfiffige Kakerlake Hal, leistet ihm dabei Gesellschaft. Doch 700 Jahre Einsamkeit haben bei dem liebenswürdigen WALL•E eine Funktionsstörung ausgelöst und einen kleinen Defekt entwickelt: eine Persönlichkeit. Solchermaßen beseelt interessiert er sich für alles und ist überaus neugierig. Ununterbrochen inspiziert er, was er findet, und entscheidet, ob es sich aufzubewahren lohnt. Gartenzwerge, Wackelhunde, Zauberwürfel, Quietscheentchen oder auch Göffel – halb Gabel, halb Löffel –, Feuerzeuge, Lichterketten und sogar ein BH haben ihren Weg in seinen „Müll of Fame“ geschafft. In seinem Zuhause, einem gigantischen Truck-Wrack, sortiert WALL•E den Krimskrams fein säuberlich in hydraulische Regale, bevor er die Ketten zur Nacht ablegt. Prunkstück seiner Sammlung: ein altes Video des Musicals „Hello Dolly“. Jeden Abend sitzt er davor und beobachtet die singenden und tanzenden Menschen. Fasziniert und traurig zugleich. Einmal Händchenhalten wie im Film, das wäre schön. Doch mit wem?
Am Ende eines seiner üblichen Tage rollt WALL•E über einen leuchtenden roten Punkt auf dem Boden, der sein Interesse weckt. Doch als er versucht, nach ihm zu greifen, wandert der Punkt weiter. WALL•E folgt ihm. Schnell stellt sich heraus, dass das Lichtsignal den Landeplatz eines großen Raumschiffs markiert, das WALL•E beim Aufsetzen um ein Haar zerquetscht. In letzter Sekunde und vor Angst schlotternd, verbuddelt sich der Kleine in der Erde, doch der anfängliche Schock ist im Nu verflogen, als sich die Klappe des Raumschiffs öffnet und das betörendste Wesen erscheint, das WALL•E jemals gesehen hat: die Roboterdame EVE.
Schneeweiß, stromlinienförmig und wunderschön tanzt sie durch die Luft. EVE hat den Auftrag, etwas Bestimmtes auf der Erde zu suchen.WALL•E dagegen ist auf den ersten Blick verliebt.. Doch es ist gar nicht so einfach, sich EVE gefahrlos zu nähern. Als WALL•E in seinem Versteck hinter einem Steinhaufen versehentlich ein paar Brocken löst, schießt EVE sofort mit ihrer Laserkanone in seine Richtung, ohne mit der digitalen Wimper zu zucken. Der kleine Kerl ist trotzdem völlig hingerissen und lässt nicht locker. Er startet einen Annäherungsversuch nach dem anderen, folgt ihr auf Schritt und Tritt, während sie unermüdlich die Umgebung einscannt. Wonach sucht sie bloß? Nachdem sie und WALL•E sich tatsächlich näherkommen und vor einem Sandsturm in seinen Truck flüchten, zeigt er EVE seine Schätze: einen manuellen Handmixer, ein Benzinfeuerzeug, eine Glühbirne und vor allem seinen Schatz, das „Hello Dolly“-Video.
Völlig aus dem Häuschen präsentiert er ihr schließlich auch seinen Fund des Tages: er hält EVE feierlich ein zartes Pflänzchen entgegen, das er in einem alten Stiefel aufbewahrt. EVE scannt den Gegenstand und sofort spielen ihre Dioden verrückt: Das ist es doch, wonach sie sucht: der Schlüssel für die Zukunft der Menschheit! Auftrag erfüllt. Mit der Pflanze in ihrem Rumpf schaltet sich EVE ab. WALL•E ist verzweifelt, die neue Freundin, mit der er eben noch ausgelassen zu „Hello Dolly“ tanzte, reagiert nicht mehr auf seine Kontaktversuche. Traurig wendet sich WALL•E wieder seiner Arbeit zu, voller Liebeskummer und Sorgen über EVE, als am Horizont Staubwolken aufwirbeln. Das Raumschiff, das EVE gebracht hat, ist wieder da, um sie abzuholen!
WALL•E rollt, so schnell er kann, auf das Monstrum zu. Mit letzter Kraft kann er sich mit seinen Metallhänden an der Außenwand des Raumschiffs festklammern: So schnell gibt er seine neue Freundin nicht auf...
Nach einer aufregenden Reise, die sie durch Weltraumschrott und Sternenmeere geführt hat, landen sie auf der „Axiom“, einem gigantischen Luxus-Vergnügungsdampfer, seit Jahrhunderten die Heimat der Menschen. Dort hat sich der Traum vom süßen Leben erfüllt. Den lieben langen Tag schweben die Bewohner auf Liegesesseln durch die Gegend und schlürfen Flüssignahrung. Jeder Handgriff wird ihnen von Robotern abgenommen. Medial dauerberieselt dösen sie vor sich hin, zum Nichtstun und Nichtsdenken animiert.
In der Ankunftshalle wird EVE von Empfangsrobotern gescannt, auf einen Transportwagen geschnallt und davongeflogen. WALL•E folgt ihr ängstlich, verzweifelt und sehr verliebt, nachdem er zuvor den lästigen kleinen M-O abschütteln musste, einen Reinigungsroboter mit Schmutzphobie, dem beim Anblick des verdreckten, rostigen Eindringlings fast die Schaltkreise durchbrennen. Bei dem Versuch, EVE auf sich aufmerksam zu machen, hinterlässt WALL•E ungewollt eine Schneise der Verwüstung, löst auf den internen Roboterschnellstraßen eine Massenkarambolage aus und schubst einen Menschen versehentlich von seinem Schwebesitz. John, so sein Name, wirkt überrascht, als WALL•E ihn wieder hochhievt und sich mit einem Händeschütteln vorstellt. Das gab es noch nie: Roboter, die menschlich sind! John ist verwirrt.
WALL•E jedoch muss weiter, in der Ferne sieht er, wie EVE Richtung Kommandobrücke gefahren wird. Einzig eine dicke Frau im Schwebesessel trennt ihn noch von seiner Herzensdame. Beherzt schaltet er ihren medialen Sessel ab, stellt sich wieder höflich vor und wird vorbeigelassen. Mary, so der Name der Dame, ist fassungslos: Auf ihrem Raumschiff gibt es einen Pool – das hat sie, durch den Permanent-Bildschirm vor ihren Augen von der Umwelt abgeschnitten, nie wahrgenommen. Doch WALL•E hat dafür keinen Blick: Vor ihm liegt EVE, regungslos, nicht ansprechbar. Er schmuggelt sich hinter ihr in den Fahrstuhl zur Brücke, wo der Kommandant (MARKUS MARIA PROFITLICH) EVE in Augenschein nimmt. Der Kommandant hatte bislang nichts weiter zu tun, als täglich eine Ansprache zu halten und zwei oder drei Knöpfe zu drücken. Den Rest erledigten der Autopilot, genannt Otto, der wie das Steuerrad eines Segelschiffes aussieht, und sein Helferlein GO-4, ein kleiner, schlauer Miniroboter.
Doch die Nachricht von der gefundenen Pflanze weckt die Lebensgeister des Kommandanten, weil sie bedeutet, dass die Menschen auf die Erde zurückkehren können. Von der plötzlichen Abwechslung in seinem Alltag begeistert und gleichzeitig überfordert, will er sofort alle nötigen Schritte einleiten. Doch als sich EVEs Rumpf öffnet, ist die Pflanze verschwunden! Enttäuscht schickt der Kommandant EVE und WALL•E in die Reparaturabteilung für funktionsgestörte Roboter. Dort wird WALL•E in einen Laserkäfig gesperrt, während EVE auf DV-Herz und -Nieren geprüft wird. Als ihr Laserpistolenarm entfernt wird, dreht ihr kleiner Freund durch: WALL•E bricht aus und entreißt dem Reparatur-Bot EVEs Arm. Leider löst sich dabei ein Schuss, der die Sicherheitsanlage lahmlegt. Freudig flüchten die anderen Insassen – darunter ein Staubsaugerroboter, der Staub pustet und nicht saugt, ein Massageroboter, der etwas zu kräftig massiert, ein Sonnenschirmroboter, der ständig unkontrolliert aufspringt, und ein paar weitere durchgeknallte Kerlchen, die nicht nur eine Schraube locker haben – mit WALL•E und EVE aus dem Raum ...
Währenddessen forscht der Kommandant auf der Brücke den rätselhaften Ereignissen nach: Wenn es nun doch eine Pflanze gäbe? Vom Bordcomputer lässt er sich alles über die Erde mitteilen, was verfügbar ist. Doch bei seinen Recherchen stößt er auf überraschenden Widerstand: Otto versucht dazwischenzufunken. Er folgt rücksichtslos einem Geheimauftrag, hinter dem die Buy N Large Corporation steckt, die das ganze Universum mit ihren Produkten beherrscht. So hatte er GO-4 damit beauftragt, die Pflanze aus EVE zu entfernen und in einer Raumkapsel mit Selbstzerstörungsmechanismus ins All zu schießen. Leider hat sich GO-4 just die Raumkapsel ausgesucht, mit der EVE ihren Freund WALL•E zur Erde zurückbringen wollte. Als die Kugel urplötzlich in das All hinausschießt und explodiert – mit WALL•E an Bord – ist EVE verzweifelt und fliegt hinterher. Doch der smarte WALL•E schafft es, sich und auch noch die Pflanze zu retten. Im Freudentaumel und Liebesrausch schweben sie vergnügt neben der „Axiom“. Endlich zusammen! Aber noch ist das Abenteuer nicht überstanden …
EVE wagt einen erneuten Anlauf: Mit der Pflanze im Bauch fliegt sie auf die Brücke und schafft es, sie dem Kommandanten zu zeigen. WALL•E folgt ihr durch den Müllschacht. Der Kommandant erhebt sich aus seinem Schwebestuhl, um erstmals auf eigenen Füßen zu stehen. Im wahrsten Sinne des Wortes ein großer Schritt für die Menschheit! Denn um die Pflanze zu retten, muss er Otto unbedingt ausschalten. Nur ist das wendige Steuerrad verflixt schnell und ausgebufft. Während der Kommandant sich mit Otto anlegt, beginnt für WALL•E und EVE ein Kampf auf Leben und Tod – im Gerangel um die Pflanze landen die beiden Dank des fiesen GO-4 in der Schrottpresse der „Axiom“ und laufen Gefahr, in einen riesigen Müllwürfel gepresst, in den Weltraum geschossen zu werden. Erst in letzter Sekunde und mit Hilfe des Putzroboters M-O gelingt es ihnen, sich zu befreien.
Leider hat WALL•E sich dabei ernsthaft verletzt: Teile der Schaltkreise auf seiner Festplatte sind geschmolzen. Er ist so stark beschädigt, dass er nur mit den nötigen Ersatzteilen aus seinem Zuhause auf der Erde überleben kann. Todesmutig wagt WALL•E schließlich trotzdem einen allerletzten Versuch, alles zum Guten zu wenden: EVE muss die Pflanze auf das Pool-Deck bringen und sie dort in einen Apparat stecken. Nur dann wird der Hyperkraft Mechanismus ausgelöst, der das Raumschiff direkt zur Erde bringt. Während EVE sich mit dem verletzten WALL•E unter dem einen Arm und der Pflanze unter dem anderen auf ihre Mission begibt, kämpft der Kommandant auf der Brücke einen verzweifelten Kampf gegen Otto. Die „Axiom“ muss zur Erde zurück! Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn diese ungewöhnliche Liebe und das Schicksal der Menschheit darf so nicht zugrunde gehen…