Underdogs - Harte Jungs habens echt nicht leicht

DVD / Blu-ray / iTunes / Trailer :: Website :: IMDB (5,8)
Original: Underdogs
Regie: Jan-Hinrik Drevs
Darsteller: Wladimir Tarasjanz, Peter Jordan
Laufzeit: 94min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Drama (Deutschland)
Verleih: Farbfilm Verleih
Filmstart: 24. Juli 2008
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Großversammlung in der JVA Brunnenberg. Die Häftlinge hocken abwartend auf ihren Stühlen, auch der schweigsame, muskelmassige Mosk (Thomas Sarbacher) harrt der Dinge. Die neue Direktorin Gloria Cornelius (Clelia Sarto) betritt den Raum und stellt den Insassen ein Projekt vor: Sechs ausgewählte Häftlinge sollen in einem einjährigen Programm Blindenführhunde ausbilden. Obwohl das Halten von Haustieren normalerweise verboten ist. Nach einer Weile bekunden sämtliche Gefangenen ihr Interesse an dem Projekt. Nur Mosk bleibt mit verschränkten Armen sitzen. Er hat etwas anderes zu tun: Der wegen Totschlag in besonders schwerem Fall Verurteilte bereitet sich auf die knastinternen Meisterschaften im Gewichtheben vor, und möchte keine Trainingsminute missen. Schon gar nicht wegen eines Köters... Beim auf Video aufgezeichneten Einzelgespräch, das die selbstbewusste Direktorin und der skeptische Hundetrainer Wache (Hark Bohm) mit jedem Häftling führen, unterstreicht Mosk noch einmal seine ablehnende Haltung: Er habe keine Zeit für eine solche Idee. Obwohl er es natürlich könnte, wenn er wollte... In seiner Zelle, deren wenige Möbel er regelmäßig für sein Muskeltraining zweckentfremdet und in der er auch die geschmuggelte Zusatz-Kraftnahrung für Bodybuilder versteckt, schreibt Mosk Postkarten an einen italienischen Freund - während der zuständige Staatssekretär sich ausgerechnet ihn, den unzugänglichen und brutalen Mosk, für die Teilnahme am Hundeprogramm ausguckt. Gerade ein solcher Härtefall würde doch die Effizienz des Projekts untermauern, erklärt er der Direktorin. Notgedrungen stellt Frau Cornelius dem Häftling Mosk ein Ultimatum: Nur wenn er einen kleinen Hundewelpen in seiner Zelle aufnehme und mit ihm die Blindenführhund-Zwischenprüfung bestände, dürfe er an den Knastmeisterschaften teilnehmen. Zusammen mit den Häftlingen Döner (Kida Ramadan), Prell (Ingo Naujoks) und Forster (Thorsten Merten) beginnt Mosk also die Ausbildung. Doch während die anderen Insassen ihre Babyhunde liebevoll behandeln, mit ihnen kuscheln und herumtollen, gibt Mosk der kleinen Hündin nicht mal einen Namen, vermeidet jeden Körperkontakt und pfeffert sie barsch zurück in die Ecke, wenn das einsame Tier nachts Mosks Nähe sucht. Beim Vorführen der gelernten Befehle in Anwesenheit von Direktorin Cornelius und Hundetrainer Wache versagt Mosks Hund – er gehorcht zwar hin und wieder, aber ausschließlich aus Angst vor seinem Herrchen. Das Ziel war jedoch, eine Beziehung zwischen Hund und Mensch herzustellen. Wache bezweifelt stark, dass Mosk der Richtige war, um ein Exempel zu statuieren. Die Direktorin erhöht den Druck auf Mosk, und schränkt die Zeiten für sein Muskeltraining ein. Mosk zieht sich noch mehr zurück, legt sich mit den Mitinsassen an und schläft aus Gewohnheit weiterhin jede Nacht mit Ohrstöpseln, damit er möglichst ungestört bleibt. Doch Mosks Mit-Hundehalter werden langsam sauer, denn das Scheitern von „Ausbilder“ Mosk bringt das gesamte Projekt in Gefahr. Es droht zu platzen, wenn nicht alle Hundehalter die anstehende Zwischenprüfung bestehen, bei der die Hunde auf Befehl sitzen, stehen und „Platz“ machen müssen. Außerdem müssen sie es sich gefallen lassen, dass das Herrchen sich über sie stellt – die meisten Vierbeiner finden das sehr unangenehm. Wieder geraten Mosk und Wache aneinander – der Hundetrainer bedauert das Tier und verlässt wütend den Ausbildungsplatz. Sogar der ansonsten sehr zurückhaltende, wegen organisierten Verbrechens einsitzende Mithäftling Kiriakov (Wladimir Tarasjanz) mischt sich ein und bedroht Mosk: Er soll sich gefälligst endlich um seinen Hund kümmern. Eines Morgens liegt das Tier krank unter Mosks Bett – der Häftling hatte das jammervolle nächtliche Winseln nicht gehört. Geschockt lässt Mosk seinen Hund zum Arzt bringen und wartet ängstlich auf Nachricht, ob er die mysteriöse Krankheit überlebt. Als Mosk erfährt, dass die Hündin außer Gefahr ist – sie hatte sich an ein paar Löffeln der Kraftnahrung vergiftet, die Mosk ahnungslos an sie verfüttert hatte – ist seine eisige Haltung gebrochen. Er lässt den Hund nachts am Fußendes seines Bettes schlafen und offenbart ihm gegenüber endlich Gefühle: Er lobt und streichelt ihn und bemüht sich um ein faires Verhältnis. Bei der Meisterschaft im Gewichtheben stemmt Mosk, der viel Training verpasst hat, nicht mehr genug Kilos für den Titel. Doch der Erfolg mit seinem Zellenhaustier lässt nicht auf sich warten: Auch Mosks Hündin erreicht das Ausbildungsziel und schafft die Zwischenprüfung. Bei der anschließenden Siegesfeier im Gefängnis kommen sich Mosk und die Direktorin vorsichtig näher – sie stoßen mit geschmuggeltem Schnaps auf den Erfolg an. Mosk tauft den Hund „Grappa“, nach seiner – einem heimlichen Italienfan angemessenen –Lieblingsspirituose. Doch die größte Prüfung steht erst noch bevor. Denn die Hündin ist jetzt bereit, an einen blinden Menschen abgegeben zu werden – eine junge Frau freut sich über die neue Chance, die der Führhund ihr eröffnet. Mit seinen eben erst mühsam ausgegrabenen Gefühlen steht Mosk plötzlich wieder allein da. Wie wird er auf diese Situation reagieren?

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