Filmkritik - Les Petites Couleurs (2003)
 
 

Les Petites Couleurs

DVD / Blu-ray :: IMDB (5,9)
Regie: Patricia Plattner
Darsteller: Philippe Bas, Anouk Grinberg
Laufzeit: 97min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Drama (Frankreich, Schweiz)
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Filmstart: 06. Januar 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Christelle ist eine 35-jährige Coiffeuse und arbeitet in einem kleinen Provinzdorf. Sie ist angepasst und lebt in Abhängigkeit von ihrem Mann Francis, einem simplen Menschen, der nicht zögert, zuzuschlagen. In ihrem farblosen Alltag bedeuten deshalb die kleinen Freuden das große Glück. So erwartet sie ungeduldig die Lieferung der revolutionären Maschine «Belles Boucles», die als ein Wunder der Kapillartechnologie gepriesen wird. Umso derber ist Christelles Enttäuschung, als ihr Francis eines Abends eröffnet, «Belles Boucles» einer anderen Coiffeuse zu überlassen. Da legt die junge Frau für einmal ihre Unterwürfigkeit ab und protestiert. Im darauffolgenden Handgemenge schlägt sie ihren Mann nieder und flieht mit der Maschine im Kofferraum. Nach ihrer ziellosen Fahrt durch die Nacht findet sie Unterschlupf im Galaxy, einem schon etwas in die Jahre gekommenen Motel, das gleichzeitig Absteige für Fernfahrer und Disco ist. Zwischen Christelle und der Wirtin Mona, einer emotionalen und energischen Witwe, wächst eine enge Freundschaft. Mona gibt Christelle erst ein Zimmer, später einen Job. Sie teilen ihre Leidenschaft für die Fernseh-Soap «Die Liebesranch», mit deren Heldinnen sie sich identifizieren, und entdecken ihre gemeinsame Passion für… die Liebe. Christelle, die sich selbst immer treu bleibt, wird allmählich zu einem Teil der «Familie» des Motels: Da sind Fanny und ihr Mann Max, der Koch, der ganze Schwung von Fernfahrern – Robert, Babar, Marcel, Dédé –, treue Stammkunden des Galaxy, und sowohl der überaus charmante Lucien als auch der vornehme Vertreter von Damenunterwäsche, Vladimir. Als Christelle beginnt ihre Angepasstheit abzulegen, kommen ganz neue Seiten zum Vorschein. Sie besitzt eine Affinität zu allen Lebewesen, in ihren Händen gedeihen Pflanzen und ganze Gebäude erstrahlen in neuem Glanz. Trotz ihres Misstrauens den Männern gegenüber, übt sie auf diese eine große Anziehung aus. Der junge Lucien verliebt sich in sie und erlangt durch seine ehrliche und unaufdringliche Art ihr Vertrauen. Die Angst, nie mehr für sie zu sein als ein «netter kleiner Bruder» und die Tatsache, dass er zusehen muss, wie sie sich von Vladimir umwerben lässt, bringt ihn jedoch zur Verzweiflung. Christelle, die immer unter dem Joch ihres Mannes gelebt und noch nie etwas alleine gemacht hatte, beginnt langsam, sich selbst und das Leben zu entdecken. In diesem Prozess wächst sie innerlich und schafft es schließlich, sich zu befreien und ihren eigenen Weg zu gehen.

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