Filmkritik - Hotel Nooteboom (2003)
 
 

Hotel Nooteboom

Regie: Heinz Peter Schwerfel
Darsteller: Cees Nooteboom, Laszlo Földenyi
Laufzeit: 90min
FSK: ???
Genre: Dokumentation (Deutschland)
Verleih: Kairos Filmverleih
Filmstart: 08. April 2004
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
HOTEL NOOTEBOOM ist kein Film der Worte, sondern der Liebe zwischen Wort und Bild. Anläßlich seines 70. Geburtstages und der deutschen Herausgabe seines Gesamtwerkes wird Cees Nooteboom, Schriftsteller, Poet, Essayist, Augenmensch, katholischer Calvinist und niederländischer Kosmopolit, in einem Porträt vorgestellt, das der Literatur das Wort überläßt. Anstelle trockener Werkanalysen werden Nootebooms Freunde befragt, also Schriftsteller, Philosophen, Künstler, die über ganz Europa verstreut leben und ein Netzwerk des Wissens und Denkens bilden. Vor allem aber schwelgt die Kamera in Landschaften, Städten - und Gesichtern. Sie erzählt bildlich Leben und Werk zu Textauszügen aus Büchern wie "Philipp und die anderen", "Allerseelen", "Rituale" oder "Die Reise nach Santiago". Immer wieder kehrt der Film zu jenem Roman zurück, der stellvertretend für das Gesamtwerk die Biografie mit der Fiktion verknüpft: "Die folgende Geschichte". Darin erzählt Nooteboom die letzte Reise seines Protagonisten Hermann Mussert, eines einsamen Reiseschriftstellers, der im Augenblick des Sterbens eine Fahrt durch die Vergangenheit erlebt, die in eine Zukunft jenseits des Todes führen wird. In HOTEL NOOTEBOOM werden Leben und Denken Nootebooms mit dem seiner Romanhelden verwoben: durch eigenes Verschulden oder Schicksalsschläge vereinsamte Einzelgänger, die - obwohl mitten im Leben stehend - permanent den Tod vor Augen haben. Der Film besteht aus vier Handlungsfäden, die sich immer wieder kreuzen. Einmal die Reisen und Begegnungen des heutigen Nooteboom, seine Spaziergänge durch Lissabon, Paris, Berlin und Budapest, dazu die Arbeit am Schreibtisch, die Gespräche mit den Freunden, die jeweils ihr Lieblingsbuch vorstellen. Und schließlich das Archivmaterial: Authentisches, aber auch Fingiertes aus Fernsehsendungen, Ehrungen, Lesungen und historische Ereignisse, die Nooteboom erlebte und in denen seine individuelle Lebensgeschichte verschmilzt mit der Zeitgeschichte der letzten 50 Jahre.

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