Holy Lola

DVD / Blu-ray / Trailer :: IMDB (6,6)
Regie: Bertrand Tavernier
Darsteller: Frederic Pierrot, Bruno Putzulu
Laufzeit: 125min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Drama (Frankreich)
Verleih: Prokino Filmverleih
Filmstart: 18. August 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Dr. Pierre Cessac (Jacques Gamblin) und seine Frau Geraldine (Isabelle Carré) wünschen sich sehnlichst Nachwuchs. Da sie kein eigenes Kind bekommen können, haben sie sich für die Alternative einer Adoption entschieden. Sie machen sich auf den Weg nach Phnom Penh, denn in Frankreich muss man mindestens sieben Jahre warten, um als Adoptiveltern in die engere Wahl zu kommen – unerträglich lange für ein Paar, in dessen idyllischem Häuschen schon das Kinderzimmer eingerichtet ist. Viele Franzosen entschließen sich so für diese Art des Adoptions-Tourismus, um ihren Traum vom eigenen Kind in einer überschaubareren Zeit zu verwirklichen. Doch die wenigsten wissen, worauf sie sich einlassen … Es ist Monsun in Phnom Penh: Wolkenbrüche empfangen Pierre und Geraldine bei der Ankunft in Kambodscha. Im Hotel, das sie ansteuern, begegnen sie auf Schritt und Tritt Schicksalsgenossen. Neben vielen kleinen Tipps wird ihnen auch geraten, sich in Geduld zu üben: eine Adoption regulär und mit Anstand über die Bühne zu bringen kann Monate dauern! Ja, wenn man einem Mittelsmann 4.000 Dollar zahlen würde, könnte es schneller gehen! Vor allem Amerikaner und Kanadier nutzen diese Gelegenheit: Sie kommen über Agenturen für zwei bis drei Tage nach Phnom Penh, zahlen bis zu 20.000 Dollar und treten die Heimreise mit einem Kind an. Viele werdende Eltern wollen – und können – diesen Weg aber nicht beschreiten. So bekommen sie beim wochenlangen Aufsuchen immer neuer Waisenhäuser auch ausreichend Gelegenheit, das Land kennen zu lernen… Pierre und Geraldine beginnen ihre Odyssee durchs Labyrinth der kambodschanischen Bürokratie mit einem Besuch bei der französischen Botschaft. Hier bekommen sie die Nummer 38, den Ratschlag, immer großzügig zu „spenden“ und eine Liste der infrage kommenden Waisenhäuser – mehr kann man hier nicht für sie tun. Tag für Tag besuchen sie fortan Waisenhäuser, sehen viele, viele Kinder, aber bekommen immer wieder die gleiche Auskunft: es gibt kein Baby für sie. Sie treffen auf andere französische Paare, die vom Warten zermürbt und ungeduldig sind, erfahren von Kindern, die Aids haben, Hepatitis, Hautausschläge. Der Fahrer, der sie zu einem Waisenhaus an der vietnamesischen Grenze fährt, präsentiert ihnen endlich ein Baby. Doch es soll sehr viel Geld kosten: ein Mädchen unter der Hand vermittelt. Pierre weigert sich, mit einem Kinderhändler Geschäfte zu machen. Geraldine aber fühlt sich durch den moralischen Rigorismus ihres Partners übergangen. Sie hat mit dem kleinen Wesen innerlich schon Kontakt aufgenommen. Beider Nerven liegen zunehmend blank. Im Laufe der Zeit wird Dr. Cessac – in seiner Funktion als Allgemeinmediziner – immer öfter von den anderen Wartenden um Rat und Hilfe gebeten. Annie (Lara Guirao), eine der wenigen, die ohne ihren Mann nach Kambodscha gekommen sind, hat einen Sohn zur Adoption zugesprochen bekommen. Spätere Tests ergeben, dass er Hepatitis B hat. Was kann das im schlimmsten Fall bedeuten? Was soll sie tun? Die Tage vergehen. Endlich, nach Wochen des Wartens, bekommen die Cessacs die Nachricht vom Waisenhaus Holy Baby, dass ein Mädchen zur Adoption für sie bereit ist. Das Baby heißt Holy Lola und macht Geraldine augenblicklich glücklich. Jetzt können sie noch vor Weihnachten in Frankreich zurück sein und das Fest als richtige kleine Familie verbringen. Die Begegnungen mit den Vertretern der kambodschanischen ‚Adoptions-Branche’ wächst sich immer mehr zum absurden Theater aus. Schikanen, die an Schildbürgerstreiche erinnern, treiben sie fast zur Verzweiflung. Die Zeit drängt, da sie ihren Rückflug in wenigen Tagen, bald sind es nur noch wenige Stunden, für den 23. Dezember gebucht haben…

Kommentare

Dieser Film wurde leider noch nicht kommentiert.
Hier kannst du einen Kommentar abgeben.