Filmkritik - Die Rückkehr (2003)
 
 

Die Rückkehr

Original: Woswraschtschenije
Regie: Andrej Swjaginzew
Darsteller: Wladimir Garin, Iwan Dobronrawow
Laufzeit: 106min
FSK: ???
Genre: Drama (Russland)
Verleih: Movienet Film
Filmstart: 01. April 2004
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Die Brüder Iwan und Andrej leben mit ihrer Mutter und der Großmutter in einer russischen Provinzstadt. Nichts scheint ihnen zu fehlen. Doch plötzlich taucht nach zehn Jahren Abwesenheit ihr Vater wieder auf. Iwan und Andrej wissen weder, was er in dieser Zeit getan hat, noch wo er gewesen ist, sie kennen ihren Vater nur von einem Foto. Der ältere Andrej ist von diesem wortkargen und rätselhaften Mann sofort fasziniert, verzweifelt ringt er um seine Anerkennung. Iwan jedoch bleibt der Vater fremd und unheimlich. Es fällt ihm sogar schwer, Vater zu ihm zu sagen. Ein Verbrecher, ein Mörder könnte er sein, meint Iwan. Woher kommt er? Was hat er in der Vergangenheit getan? Der Vater hüllt sich jedoch in Schweigen und nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch die wilde Schönheit einer nordrussischen Seenlandschaft. Das anfangs unterhaltsame Abenteuer entwickelt sich mehr und mehr zu einem Härtetest. Immer wieder stellt der Vater die Kinder vor Bewährungsproben, werden die Jungs mit Situationen konfrontiert, denen sie nicht gewachsen zu sein scheinen. Der Vater stellt die Widerstandskraft der Söhne rücksichtslos auf die Probe - ein Konflikt ist vorprogrammiert. So wird Iwan, der sich in ständiger Verweigerung befindet, für einige Zeit einfach im Regen stehen gelassen. Nichts entgeht dem strengen Blick des Vaters, gegen seine kompromißlose Haltung kommen die Jungen nicht an. Trotzdem bleibt er für den älteren Sohn in seiner Härte und Männlichkeit lange Zeit ein geheimes Vorbild. Am Ziel der Reise, einer unbewohnten Insel, gräbt der Vater eine Blechkiste aus - ganz offensichtlich der Grund dieser Tour. Doch welche Bedeutung dieser Gegenstand haben könnte, bleibt so offen wie die Frage nach der Natur dieses Mannes, in dessen Gesicht bei aller Härte und Undurchdringlichkeit manchmal auch ein liebevoller Blick aufzuleuchten scheint. In den sieben Tagen ihrer Reise reifen Iwan und Andrej zu eigenständigen Menschen heran, die sich von dem Druck, den der Vater ausübt, befreien. Der archaische Kampf zwischen einem autoritären Vater und seinen Söhnen mündet in eine Tragödie, deren Dimension weit über den familiärem Konflikt hinaus weist. Andrej Swjaginzew's Film, erfüllt von biblischen und mythologischen Bezügen, bleibt in seiner Kargheit und Strenge doch immer ein realistisches Werk. Sparsam inszeniert und gleichzeitig atmosphärisch dicht, lässt der Film viel Raum für Interpretationen, seien sie politischer, moralischer oder religiöser Natur. Die imposante Natur Nordrusslands bildet hierfür eine ideale Kulisse. Präzise gezeichnete Charaktere, zeitlose, minimalistische Bilder - atemberaubend fotografiert und komponiert - und eine ausgefeilte Tonebene tragen dazu bei," the return - DIE RÜCKKEHR" zu einem der erstaunlichsten Debütfilme der letzten Jahre zu machen.

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