Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?

DVD / Blu-ray / Trailer :: Website :: IMDB (7,0)
Original: Burn After Reading
Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Darsteller: George Clooney, Frances McDormand
Laufzeit: 96min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Komödie, Krimi (USA)
Verleih: Tobis Film
Filmstart: 02. Oktober 2008
Bewertung: 5,5 (4 Kommentare, 4 Votes)
Es ist kein guter Tag für den CIA-Balkanexperten Osborne „Ozzie“ Cox (John Malkovich): Er wird ohne Vorwarnung wegen seines Alkoholproblems auf die Straße gesetzt, und statt Trost zu spenden, macht ihn seine Frau Katie (Tilda Swinton) noch zur Schnecke, weil er vergessen hat, auf dem Heimweg die Ziegenkäse-Kanapees für ihre Dinnerparty abzuholen. Ozzie, selbst der Sohn eines Geheimdienstagenten und stolzer Träger der Cox’schen Familientradition, kann es nicht über sich bringen, vor Katie zuzugeben, dass er gefeuert wurde. Also behauptet er, selber gekündigt zu haben – zum Entsetzen von Katie, die keinerlei Lust hat, auf ihren gewohnten Lebensstandard zu verzichten und ihn von ihren Einkünften als Kinderärztin mit durchzuschleppen. Seine Erklärungen, er wolle von nun an seine Zeit nutzen, um ein Buch über seine Zeit beim Geheimdienst zu schreiben, quittiert sie nur mit einem knappen, höhnischen Lachen. Denn für Katie ist Ozzies „Kündigung“ der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt; für sie ist die Ehe mit Ozzie lange schon am Ende, und nun macht sie ernst. Ersatz für ihren Noch-Ehemann ist auch schon da. Denn was Ozzie nicht ahnt: Sie betrügt ihn bereits seit längerem mit einem Freund der Familie, dem smarten Regierungsbeamten Harry Pfarrer (George Clooney). Was wiederum Katie nicht ahnt: Harry nutzt die Zeit, in der seine Frau Sandy (Elizabeth Marvel), eine Kinderbuchautorin, auf Lesereise ist, nicht nur für Schäferstündchen mit Katie auf Ozzies Segelboot, sondern auch für diverse weitere One-Night-Stands mit Bekanntschaften aus Internet-Kontaktbörsen. Harry, ein früherer Personenschützer, der jetzt auf einem Verwaltungsposten im Finanzministerium eine ruhige Kugel schiebt, hat nach außen hin alles im Griff. Doch auch seine Ehe existiert nur noch auf dem Papier, und trotz seiner vorgeblichen Coolness ist Harry neurotisch und chronisch paranoid: Er lebt in ständiger Angst vor Lebensmittelallergien, schläft nie ohne sein orthopädisches Keilkissen – und er fragt sich, zunehmend panisch, wieso ihm beim Joggen eigentlich immer eine schwarze Limousine folgt. Und nicht zuletzt weil Katie ihn neuerdings immer stärker drängt, mit seiner Scheidung nachzuziehen, fühlt er sich zunehmend in Bedrängnis. Während Ozzie die ersten Kapitel seines Enthüllungsbuches („George Kennan war mein persönliches Vorbild“) aufs Diktaphon spricht, besucht Katie einen Scheidungsanwalt. Der gibt ihr den dringenden Rat, zuallererst, noch bevor Ozzie etwas von ihren Scheidungsplänen ahnt, sein Geld „in Sicherheit zu bringen“. Sie macht sich sogleich an die Arbeit und durchforstet Ozzies Computer nach seinen Finanzen... Auch die Fitnessstudio-Angestellte und unglückliche Single-Frau reiferen Alters Linda Litzke (Frances McDormand) hat einen wichtigen Termin: beim Schönheitschirurgen. Ihr Plan ist es, sich komplett neu zu erfinden. Dazu wünscht sie sich nicht weniger als vier Schönheitsoperationen, von den Wangen bis zu den Oberschenkeln – und über die Entfernung der Impfnarbe am Oberarm verspricht sie ihrem überaus verständnisvollen Arzt, auch noch einmal nachzudenken. Ihr Kollege bei „Hardbodies“, der gutmütige, dauerfröhliche Fitnesstrainer Chad Feldheimer (Brad Pitt), ist ihr bei allen persönlichen Problemen eine Stütze. So sortiert er die Bewerber aus Internet-Kontaktbörsen für sie vor und trennt sie in Gewinner- und Verlierertypen. Lindas neuestes Date, laut Chad ein sicherer Gewinner, ist allerdings ein ziemlicher Reinfall: Er ist völlig humorlos, behält die Brille beim Sex auf, schnarcht – und stellt sich auch noch als verheiratet heraus. Linda hat aber nicht nur Pech mit den Männern, sondern auch mit ihrer Krankenversicherung, die sich weigert, die Kosten für ihre Schönheits-OPs zu übernehmen. Und ihr Chef Ted (Richard Jenkins), der heimlich in sie verliebt ist und ihre manischen Bemühungen mit echter Sorge betrachtet, weigert sich, ihr dafür einen Gehaltsvorschuss zu gewähren. Da findet einer der Angestellten eine CD im Fitnessstudio, die jemand im Umkleideraum verloren haben muss. Chad, immer auf der Suche nach Musikdateien, schiebt sie in den Büro-Computer, doch der Inhalt der CD entpuppt sich als etwas ganz anderes: offenbar hochbrisante Geheimdienstinformationen! Dank eines Kumpels mit Hacker-Kenntnissen bekommt Chad sogar heraus, wem die CD gehört: jemandem namens Osbourne Cox! Chad besucht Linda, um ihr die heiße Neuigkeit sofort zu berichten, und die beiden beschließen, aus Ozzie einen hübschen „Finderlohn“ herauszuquetschen, denn der ist ja, davon sind sie überzeugt, ganz bestimmt ein hohes Tier bei der CIA. In Gedanken plant Linda schon ihre chirurgische Komplettüberholung, die umso dringender ist, weil sie, wieder übers Internet, soeben eine neue Bekanntschaft gemacht hat: charmant, gutaussehend, humorvoll, und als Regierungsbeamter auch noch seriös – niemand geringeres als Womanizer Harry Pfarrer! Chad trifft sich mit Ozzie zur Geldübergabe, doch der denkt überhaupt nicht daran, auch nur einen müden Cent für eine Sicherungskopie seiner Memoiren zu bezahlen. Stattdessen droht er Chad, der seine Rolle als hartgesottener Erpresser erbärmlich schlecht spielt, mit ernsthaften Konsequenzen und verpasst ihm als Vorschuss eins mit der Faust auf die Nase. Der geschockte Chad flieht zu Linda, die in der Nähe im Auto gewartet hat – und nun tritt Lindas Plan B in Kraft: die Top-Secret-Informationen an die Russen verkaufen! In der russischen Botschaft werden die beiden Amateur-Spione allerdings eher unterkühlt empfangen, und sogar der stellvertretende Kulturattaché sieht auf den ersten Blick, dass Ozzies vermeintliche Enthüllungen nur völlig uninteressantes Geschwätz sind. Dennoch ist das Ganze plötzlich ein Fall für die CIA. Denn dank ihres „Maulwurfs“ bei den Russen wissen die Geheimdienstler von Lindas und Chads Offerte und sind alarmiert: Sollte sich der gefeuerte Osborne Cox an der CIA rächen wollen? Weil aber weder der zuständige Agent Palmer (David Rasche) noch sein Vorgesetzter (J. K. Simmons) aus der Geschichte schlau wird, beschließen sie, vorsichtshalber alle Beteiligten dieses seltsamen Komplotts observieren zulassen. Inzwischen hat Katie die Scheidungspapiere an Ozzie überbringen lassen und daheim die Schlösser ausgetauscht. Während der zukünftige Ex-Ehemann gezwungen ist, sich vorerst mehr schlecht als recht auf dem Boot einzurichten, lässt Katie sogleich ihren Lover Harry samt Gesundheitskissen bei sich einziehen. Währenddessen sind auch Linda und Chad nicht untätig. Trotz des Fiaskos mit den Russen wollen sie ihren Plan noch nicht aufgegeben. Auf Ozzies PC muss doch noch etwas brisantes zu finden sein, was sich zu Geld machen lässt. Doch wie soll man an den Computer herankommen? Eine Frage, die an dieser Stelle noch nicht beantwortet werden kann, genauso wenig wie die folgenden: Hat ein Wandschrank eigentlich auch einen Notausgang? Wer sitzt in der schwarzen Limousine? Wird Linda ihre Schönheit-OPs bekommen? Hat Venezuela ein Auslieferungsabkommen mit den USA? Und, vielleicht die wichtigste Frage: Was für ein seltsames Gerät schweißt Harry da eigentlich in seinem Hobbykeller zusammen?

Kommentare

(4) k109904 vergibt 9 Klammern · 04. September 2009
Geniestreich der Coens. Kommt zwar nicht ganz an Barton Fink, The Big Lebowski oder No Country For Old Men heran, aber allein die filmhandwerkliche Genialität macht den Film zu einem Hochgenuss. Die Schauspieler machen den Film durch feine Nuance perfekt, die Zitate anderer Filme, der geniale Einsatz der Musik verdeutlichen, dass die Coens mit die genialsten Filmemacher unserer Zeit sind.
(3) quark007 vergibt 4 Klammern · 20. Oktober 2008
ein Film, den man nicht gesehen haben muss. Ein paar Lacher waren enthalten, größtenteils aber eher verwirrende Handlung ohne wirklichen Zusammenhang und die Thematik des Films is auch nicht wirklich gut rausgekommen.... Der Film ist also SEHR geschmacksabhängig
(2) T-Flow vergibt 8 Klammern · 09. Oktober 2008
Mann, was hab ich gelacht! *g* War zwar am Anfang etwas langwierig und es zog sich wie Kaugummi, aber alleine die Sprüche der Hauptdarsteller und die Komik in der Mimik der Leute... zum "Schießen" *lach*
(1) Oster vergibt 1 Klammer · 05. Oktober 2008
langweilig. laut fernsehwerbung spannung erwartet.