Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Einheimischen und Zuwanderern. Der Einheimische wurde hier geboren, erzogen, ausgebildet und ist eigener Segen oder Fluch. [...]
Ein Unterschied, der dem Arbeitsmarkt in der Regel ziemlich schnuppe ist, wenn der Arbeitnehmer auf die Stelle passt.
Aber es gibt eben auch Hartzis, die gern eine Chance im Leben haben würden. Und es ist die Pflicht eines Staates, sich zuerst um diese Personen zu kümmern, bevor man sich der Probleme anderer Länder annimmt. [...]
Aber das sind doch genau die Menschen, die die vielschichtigen Probleme haben! Die anderen sind tatsächlich unvermittelbar, die gibt es eben auch.
[...] Aber nicht Abdul den Staplerschein bezahlen, wenn auf dem Amt 10 arbeitslose Staplerfahrer hocken. [...]
Ich sehe nicht, dass das die Realität ist. Erstens nimmt die Zahl der Lagerhaltungen immer mehr ab, so dass der "einfache Staplerfahrer" gar nicht mehr so gefragt ist. Außerdem sehe ich die 10 Staplerfahrer da nicht sitzen.
Viele grundsätzlich arbeitswillige Arbeitslose haben ganz andere Probleme:
Da sind zum einen kranke Menschen. Die wären im Job auf besondere Bedingungen angewiesen, die der allgemeine Arbeitsmarkt nicht so leicht zur Verfügung stellen kann oder will.
Dann gibt es viele ältere und schon länger arbeitslose Menschen. Denen wird nicht mehr viel zugetraut und sie bleiben unberücksichtigt, solange man jüngere, vermeintlich fittere Bewerber hat.
Dann kommen hinzu die alleinerziehenden Menschen, die wegen der Kinderbetreuung auf eine gewisse Flexibilität des Arbeitgebers angewiesen wären.
Die nächste Gruppe sind Menschen die örtlich nicht flexibel sind (sei es aus guten oder weniger guten Gründen).
Dann gibt es noch Jobhopper, die von einer teilfinanzierten Stelle zur nächsten "gereicht" werden, weil der Arbeitgeber dann leider doch keine Verwendung für sie hat...
Schließlich haben wir noch diejenigen, die vor einer Aufnahme einer Stelle im Arbeitsmarkt tatsächlich erst einmal Bildung benötigten. Das fängt manchmal ganz klein an (Warum soll ich täglich pünktlich sein?) und endet bei konkreten Umschulungsmaßnahmen.
Das waren so die wichtigsten Fallgruppen, die mir spontan in den Sinn kamen.
Sie alle haben ein Problem, was (aus Sicht des Arbeitsmarktes!) ein deutschsprachiger, junger, flexibler und lernwilliger Flüchtling oder Asylant womöglich nicht hat. Warum also soll der Arbeitgeber nun einen anderen Menschen einstellen? Und wer soll ihm das wie vorschreiben? Es gibt doch keine zentrale Vergabestelle für Arbeitsstellen...
[...] Im Falle von Flüchtlingen, Asylanten, Zuwanderern, ... gibt es aber noch eine dritte Möglichkeit, die man bei einheimischer Clientel nicht hat: Man lässt sie einfach nicht ins System. Und falls man sie aus welchen Gründen auch immer aufnehmen muss, wälzt man die Kosten der Aufnahme eben auf die ab, die sie verursachen. Im Grunde ganz einfach.
Nun. Wie gesagt, da bin ich anderer Meinung.
Und selbst wenn die Ausländer wegblieben, würde das den übrigen Kandidaten eben auch nicht automatisch einen Job verschaffen. Sonst müsste doch seit 2005 (Einführung des SGB II - Hartz IV) irgendetwas merkliches passiert sein...
Klar gibt es faule Arbeitslose. Aber das sind wie gesagt nicht alle. Neben Faulheit und Krankheit gibt es eben andere Vermittlungshemmnisse, um mal den Fachterminus zu verwenden.