Ehevertrag unmoralisch?

hbss

Well-known member
ID: 19406
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29 Juli 2007
17.299
128
Nicht zu heiraten ist keine Lösung, weil es selbst Probleme mit sich bringt - im Erbfall, aber auch bei schwerer Krankheit, im Krankenhaus etc.

Klar ist Liebe Herzenssache, aber man sollte dabei das Hirn nicht gänzlich abschalten. Hier gehts ja nicht um das Gefälle zwischen junger sexy Göre und altem Milliardär sondern um 2 durchaus vermögenden Peronen, die beide etwas zu verlieren haben - auch wenn ich da ein gewisses Vermögensgefälle sehe.

Wenn "sie" hier einen Ehevertrag rigoros ablehnt, stelle ich die Frage: warum? Allein der Glaube an die Ewigkeit der Ehe - "bis dass der Tod euch scheidet" - kann es nicht sein, denn das wäre naiv, sogar für jemanden aus Polen ("Wohnung in Warschau").



"Nicht zu heiraten ist keine Lösung"

Falsch und richtig.

Zusammenziehen ist eine Art halbe Ehe.
Damit lassen sich auch rechtliche Ansprüche ableiten,
zB Sorgerechtprobleme.
 

TheRockMan

Board-Psychose
ID: 293295
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25 April 2008
3.471
996
"Nicht zu heiraten ist keine Lösung"

Falsch und richtig.

Zusammenziehen ist eine Art halbe Ehe.
Damit lassen sich auch rechtliche Ansprüche ableiten,
zB Sorgerechtprobleme.
Zusammenziehen ist rechtlich überhaupt nix, außer für das Jobcenter, das sofort die Leistungen auf mögliche Kürzung überprüft, und den Vermieter, der statt einer zwei Unterschriften im Mietvertrag will. Wenn die Bank eine Eigentumswohnung/ein Häuschen finanzieren soll, holt sie sich sowieso beide Unterschriften - gemeinschuldnerisch.

Sorgerecht ist bei Eheleuten automatisch geteilt, bei Unverheirateten nicht - immer noch, auch im 21. Jahrhundert. Als unverheirateter Vater das Sorgerecht für seine Kinder zu kriegen, ist kein Spaziergang.

Der/die Ehepartner/in darf automatisch auf die Intensivstation, wenn der/die andere Ehepartner/in dort liegt, unverheiratete Partner/innen dürfen das nicht. Wenns um lebenserhaltende Maßnahmen geht, werden unverheiratete Partner/innen überhaupt nicht gefragt.

Und erbrechtlich sind Unverheiratete gleich doppelt genatzt: Der Freibetrag für Ehepartner/innen und auch der Erbschaftssteuersatz von unverheirateten Partner/innen grundverschieden.
 

hbss

Well-known member
ID: 19406
L
29 Juli 2007
17.299
128
Prinzipiell richtig, aber eben nicht in Bezug auf das Elternhaus, denn das gehört im Moment den Eltern, und sollte er es während der Ehe erben, wäre es ja ein Zugewinn, und damit - im Gegensatz zu den beiden Wohnungen, die Partner vorher schon hatten - im gesetzlichen Güterstand bei einer eventuellen Scheidung zu teilen / auszugleichen. Und wenn es dem TE eben genau um dieses Haus geht, müsste das im Vorfeld vertraglich geregelt werden um im Fall der Fälle auf der sicheren Seite zu sein. (Oder er bekommt das Haus schon vor der Heirat überschrieben, dann ist es soweit auch sicher :mrgreen:)

Wie gut, dass ich recht früh geheiratet habe, als keiner von uns ernsthaft Vermögen hatte und auch keine nennenswerten Erbschaften zu erwarten sind, da gibt's nix, worum man sich im Ernstfall streiten könnte :ugly:


"denn das gehört im Moment den Eltern, "

Oder sie verschenkt ihre Wohnung,
dann guckt er blöd.
 

All4you

Well-known member
ID: 15099
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10 Januar 2016
23.046
529
Mach einen Ehevertrag !
Wenn Sie Dich liebt, dann wird Sie unterschreiben.
Wenn Sie nur auf Deine Kohle aus ist, wird Sie sich weigern.

So einfach ist es.
 

MartStraub

Well-known member
ID: 352990
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23 Oktober 2020
196
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Die deutschen Gesetze sind einfach dämlich. Ehevertrag und Zugewinnausgleich bei Scheidung ähnlich wie Ehebonus bei der Steuer oder Familienbonus bei der Krankenversicherung.
 

wimola

uffsässige alte
ID: 162007
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21 April 2006
805
783
Also das ablehnen eines ehevertrages sehe ich kritisch.
Hat so einen Faden Nachgeschmack als wolle der Partner auch am Ende alles..

Tja, genau das ist ein Problem.

Selbst, wenn sie aus völlig anderen Gründen (Thema erst kurz vor der Hochzeit anzusprechen und damit letztlich in einer Situation der Vorfreude, sachlich zu werden) einen Ehevertrag ablehnen würde, käme beim Partner doch immer der Verdacht auf, sie entscheidet so, weil sie einen finanziellen Vorteil erwartete, oder?

Das Vertrauen hat dann eindeutig auf beiden Seiten einen deutlichen Knacks :(.

Das Timing war einfach schlecht.