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Alt 05.02.2019, 19:46:12   #16 (permalink)
raptor230961
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Der Adler und der Fuchs
(Äsop – griechischer Dichter, ca 6. Jahrhundert)
Im Gipfel einer Eiche hatte ein stolzer Adler sein Nest. Am Fuß derselben Eiche wohnte ein Fuchs in seinem Bau. Adler und Fuchs vertrugen sich gut und pflegten eine vorbildliche Nachbarschaft. Eines Tages kehrte der Adler von einer erfolglosen Jagd zurück. Er war hungrig und die Jungen in seinem Nest bettelten eindringlich um Futter. Zur selben Zeit verließ der Fuchs seinen Bau. Auch er hatte Junge zu versorgen und begab sich auf die Jagd und die Suche nach Nahrung. Ungeachtet der alten Freundschaft nutzte der Adler die Abwesenheit des Fuchses. Er stürzte sich auf dessen Junge, tötete sie und brachte sie seinen eigenen Jungen zum Fraß.
Als der Fuchs von der Jagd zurückkehrte erkannte er bald, was vorgefallen war. Vor Wut und Entsetzen beschimpfte er den Adler und nannte ihn einen niederträchtigen Mörder, der die bisherige gute Nachbarschaft grob missbraucht hätte. Der Adler jedoch schaute arrogant auf den Fuchs herab und rief ihm zu: „Was willst du armer Tropf gegen mich. Ich bin stärker als du und kann sogar durch die Lüfte fliegen." Er spreizte seine Flügel und startete zu einem neuen Beuteflug. Nicht weit entfernt feierte eine Gruppe von Menschen ein Grillfest. Im Sturzflug stieg der Adler herab und schnappte sich mit seinen Krallen und seinem Schnabel einige von den gebratenen Fleischstückchen. Dann erhob er sich wieder in die Luft und brachte das Fleisch zu seinen Jungen. Dabei hatte er übersehen, dass an einem der Fleischbrocken noch etwas Glut hing. Die entzündete sich und verbrannte das Nest. Die Jungen, die noch nicht fliegen konnten, erlitten schwere Verbrennungen und fielen zu Boden. Dort konnte der Fuchs sich darüber her machen und sie auffressen.

Die Moral der Geschichte:
Wer Böses tut, muss immer mit Strafen rechnen.
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Alt 08.02.2019, 16:43:34   #17 (permalink)
raptor230961
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Die Möwe und die Krabbe
Als eine Möwe ihren Strand überflog sah sie eine Krabbe, wie sie das Meer verließ. Die Möwe wunderte sich über das sechsbeinige Tier, weil sie so etwas noch nie gesehen hatte. Stielaugen und Scherenarme hatte das merkwürdige Geschöpf auch noch dazu.
„Wer bist denn Du?“ fragte die Möwe ein wenig abfällig und landete elegant auf dem heißen Sand. „Ich bin eine Strandkrabbe.“ antwortete die Gefragte wahrheitsgemäß und gutmütig.
„Eine Strandkrabbe? Noch nie gehört!“ erwiderte der weiß-graue Vogel. „Warum bist Du so ungelenk und hässlich? Wozu die riesigen Scheren? Nicht einmal fliegen kannst Du.“
„Fliegen, wozu sollte ich denn fliegen wollen?“ wunderte sich das Meerestier. „Ansonsten komme ich mit meinen Fähigkeiten ganz gut zurecht“, antwortete die Krabbe zufrieden.
„Pfff, das denkst Du nur, weil Du nichts Anderes kennst.“ erwiderte die Möwe. „Warum sollte ich etwas kennen wollen, womit ich nichts anfangen kann?“ „Mit dir kann ich nicht diskutieren, Du bist eh nur ein Tier, das gerne im Dreck herumstochert“, sagte die Möwe überheblich und flog auf eine kleine Insel unweit der Küste. „Bleib‘ doch gerne in Deiner kleinen und beschränkten Welt.“ raunte der Vogel ihr im Flug zu. „Eingebildet ist sie auch noch“, dachte die Strandkrabbe und wollte ihren Weg fortsetzen, als sie plötzlich Schreie von der kleinen Insel hörte. „Bitte, hilf mir!“ rief die Möwe verzweifelt. Die Krabbe ging im Krebsgang langsam aber zielstrebig ins Wasser. Als sie die Insel erreichte, stellte sie fest, dass es sich dabei um eine große Ansammlung von Plastikmüll handelte, die die Menschen achtlos weggeworfen hatten. Die Seemöwe verfing sich mit ihrem rechten Flügel in einem Plastikring, der sich nur noch fester zuzog, als sie sich zu befreien versuchte. „Warte kurz“, sagte die Krabbe und zerschnitt den Ring mit einer Schere. „Danke – und entschuldige bitte meine Arroganz“, sagte der Vogel beschämt und schüttelte sich. „Wie kann ich mich nur revanchieren?“ „Deine Worte sind mir Dank genug“, sagte die Strandkrabbe, „mir ist nur wichtig, dass Du niemand mehr geringschätzig behandelst. Jeder ist auf seine Art wertvoll und wichtig. Und außerdem geht jeder mit seiner eigenen Geschwindigkeit durch das Leben.“
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Alt 09.02.2019, 22:50:05   #18 (permalink)
raptor230961
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Der Fuchs und die Katze
(Gebrüder Grimm)
Es trug sich zu, dass die Katze in einem Walde dem Herrn Fuchs begegnete, und weil sie dachte: „Er ist gescheit und wohl erfahren, und gilt viel in der Welt“, so sprach sie ihm freundlich zu. „Guten Tag, lieber Herr Fuchs, wie geht’s? Wie steht’s? Wie schlagt Ihr Euch durch in dieser teuren Zeit?“ Der Fuchs, alles Hochmutes voll, betrachtete die Katze von Kopf bis zu Füßen und wusste lange nicht, ob er eine Antwort geben sollte. Endlich sprach er: „Oh, du armseliger Bartputzer, du buntscheckiger Narr, du Hungerleider und Mäusejäger, was kommt dir in den Sinn? Du unterstehst dich zu fragen, wie es mir gehe? Was hast du gelernt? Wie viele Künste verstehst du?“ – „Ich verstehe nur eine einzige“, antwortete bescheiden die Katze. „Was ist das für eine Kunst?“ fragte der Fuchs.
„Wenn die Hunde hinter mir her sind, so kann ich auf einen Baum springen und mich retten.“ – „Ist das alles?“ sagte der Fuchs, „ich bin Herr über hundert Künste und habe überdies noch einen Sack voll Listen. Du jammerst mich, komm mit mir, ich will dich lehren, wie man den Hunden entgeht.“ Da kam ein Jäger mit vier Hunden daher. Die Katze sprang flink auf einen Baum und setzte sich in den Gipfel, wo Äste und Laubwerk sie völlig verbargen. „Bindet den Sack auf, Herr Fuchs, bindet den Sack auf“, rief ihm die Katze zu, aber die Hunde hatten ihn schon gepackt und hielten ihn fest. „Ei, Herr Fuchs“, rief die Katze, „Ihr bleibt mit Euren hundert Künsten stecken. Hättet Ihr herauf kriechen können wie ich, so wäre es nicht um Euer Leben geschehen.“

Die Moral der Geschichte:
In der Not muss man das können, was gebraucht wird.
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Alt 11.02.2019, 19:02:51   #19 (permalink)
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Der Affe und der Vogel
Ein Affe schlug zur Winterszeit auf einem Baume sein Nachtquartier auf. Vor Kälte zitternd, sah er zu seiner Freude am Fuße des Baumes ein Leuchtkäferchen flimmern, das er für einen Lichtfunken hielt. Unverweilt eilte er zu dem Lichtlein hinab, um trockenes Holz und etwas Stroh, das er in der Nähe liegen sah, herbeizuholen. Über dem Leuchtkäferchen türmte er diesen Brennstoff dann auf und mit vollen Backen blies er nun auf das Leuchtwürmchen ein, um eine Flamme zu entfachen. Ein Vogel sah diesem fruchtlosen Beginnen erheitert zu, hüpfte herbei und sagte: »Nimm mir's nicht übel, Freund, wenn ich Dir rate, Zeit und Mühe hier nicht nutzlos zu vergeuden! Was Du allem Anscheine nach für ein Feuerfünkchen hältst, das ist nichts anderes als ein kleines Tier, das von Natur leuchtet.« »Vorwitziger Vogelfratz Du!« erhielt er zur Antwort. »Kehre in Dein Nest zurück, und geh schlafen! Mit Deinen guten Lehren aber, um die ich Dich nicht gebeten habe, verschone mich! Was ich zu tun oder zu unterlassen habe, das Lass getrost meine Sorge sein!« Diese Verachtung seiner Weisheit konnte der törichte Vogel nicht verschmerzen. Wieder und wieder redete er auf den Affen ein, um ihn eines Besseren zu belehren. Der aber verlor ob dieser Zudringlichkeit die Geduld. Zornig sprang er auf den Weisheitsprediger zu, erhaschte den Vogel und zerriss ihn in blutige Stücke. Das nun hatte der dumme Schwätzer davon, dass er seine Weisheit durchaus auch dort an den Mann bringen wollte, wo man ihrer nicht begehrte.
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Alt 12.02.2019, 22:31:09   #20 (permalink)
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Der alte Löwe
Kraftlos lag der alte Löwe nun vor seiner Höhle und erwartete den Tod. Die Tiere, deren Schrecken er bisher gewesen war, bedauerten ihn nicht. Sie freuten sich richtig, dass sie ihn nun bald los sein würden. Einige von ihnen, die noch immer das Unrecht schmerzte, das er ihnen einmal angetan hatte, wollten nun ihren alten Hass an ihm auslassen. Der arglistige Fuchs kränkte ihn mit beißenden Reden. Der Wolf sagte ihm die ärgsten Schimpfworte. Der Ochse stieß ihn mit den Hörnern. Das Wildschwein verwundete ihn mit seinen Hauern. Selbst der träge Esel gab ihm einen Schlag mit seinem Huf. Das edle Pferd allein blieb schweigend stehen und tat ihm nichts, obgleich der Löwe seine Mutter zerrissen hatte. Da fragte der Esel: „Willst Du nicht dem Löwen auch eins hinter die Ohren geben?“ Das Pferd aber antwortete: „Ich halte es für niederträchtig, mich an einem Feinde zu rächen, der mir nicht mehr schaden kann.“

Die Moral der Geschichte:
Wenn einer am Boden liegt, tritt man nicht nach!
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Alt 14.02.2019, 20:08:26   #21 (permalink)
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Die Fabel vom Affenmeister
(Gene Sharp)
Im Feudalstaat Chu überlebte ein alter Mann, in dem er Affen hielt, die für ihn sorgten. Die Menschen in Chu nannten ihn »ju gong«, den Affenmeister. Jeden Morgen versammelte der alte Mann die Affen im Hof seines Hauses und befahl dem ältesten von ihnen, die anderen in die Berge zu führen, wo sie von Sträuchern und Bäumen Früchte sammeln sollten. Die Regel lautete, dass jeder Affe ein Zehntel des von ihm Gesammelten an den alten Mann abzugeben hatte. Wer das nicht tat, wurde brutal geschlagen. Alle Affen litten bitterlich, wagten es jedoch nicht, sich zu beklagen.
Eines Tages fragte ein kleiner Affe die anderen: »Hat der alte Mann all die Sträucher und Bäume gepflanzt?« Die anderen antworteten: »Nein, sie sind ganz natürlich gewachsen.«
Der kleine Affe fragte weiter: »Können wir die Früchte nicht ohne Erlaubnis des alten Mannes nehmen?« Die anderen erwiderten: »Ja, das können wir alle machen.« Der kleine Affe fuhr fort: »Warum sollten wir dann von dem alten Mann abhängig sein; warum müssen wir ihm alle dienen?« Noch bevor der kleine Affe seine Ausführungen beenden konnte, ging allen Affen plötzlich ein Licht auf und sie erwachten.
Noch in der gleichen Nacht warteten die Affen, bis der alte Mann eingeschlafen war, und rissen dann die Umzäunungen des Geheges nieder, in dem sie eingesperrt waren, und zerstörten das Gehege vollständig. Sie nahmen zudem die Früchte, die der alte Mann gelagert hatte, mit sich in die Wälder und kehrten nie mehr zurück. Der alte Mann starb schließlich an Hunger.
Yu-li-zi sagt: »Manche Menschen auf dieser Welt regieren ihr Volk durch Hinterlist und nicht durch rechtschaffene Prinzipien. Sind sie nicht genauso wie der Affenmeister? Sie sind sich ihrer Wirrköpfigkeit nicht bewusst. Sobald ihrem Volk ein Licht aufgeht, funktionieren ihre Hinterlisten nicht mehr.«
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Alt 19.02.2019, 15:58:11   #22 (permalink)
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Der graue Fuchs und der Drache
(Äsop – griechischer Dichter, ca 6. Jahrhundert)
Eines Tages traf eine graue Füchsin im Wald auf einen roten Fuchs. Sie wanderten gemeinsam weiter und unterhielten sich dabei. Einmal fragte der rote Fuchs: "Verzeih die Frage, aber welche Farbe hat dein Fell? Ich habe diese Fellfarbe noch nie bei einem Fuchs gesehen." Die graue Füchsin antwortet: "Wie du sehen kannst, ist mein Fell grau." Nach langem Nachdenken antwortet der rote Fuchs: "Ich habe schon viele Füchse getroffen, aber noch nie einen mit grauem Fell. Warst du vielleicht einmal rot und dein Fell ist durch das Alter grau geworden?" Die Füchsin antwortet: "Nein, mein Fell war schon immer grau.", worauf der rote Fuchs antwortet: "Das kann nicht sein. Füchse sind rot, oder weiß oder braun aber niemals grau." Daraufhin stieß die Füchsin ein Geheul aus, und mit lautem Brüllen und Flügelschlagen erschien ein Drache. Die Füchsin erzählte dem Drachen von dem Gespräch, worauf der Drache antwortet: "Ich kenne diese Füchsin schon lange, und ihr Fell war immer grau. Warum akzeptierst du das nicht einfach?" Da kriegt es der rote Fuchs mit der Angst zu tun und wimmert: "Oh mächtiger Drache, ich kenne viele Füchse, und wenn du mich gehen lässt, garantiere ich dir zum Dank große Reichtümer.", doch der Drache widerspricht: "Ich bin nicht an Schätzen interessiert, und habe keinen Hort. Ich möchte nur meiner Freundin helfen." Darauf sagt der rote Fuchs: "Aber es ist doch weithin bekannt, dass Drachen Schätze über alles lieben. Und ich verspreche dir so viele Schätze wie du wünschst, wenn du mich nur leben lässt." Die Antwort des Drachen war: "Du täuschst dich, roter Fuchs. Nicht alle von uns lieben Schätze, und ich am wenigsten. Alles was ich dafür möchte, dass ich dich leben lasse, ist dass du dich bei der Füchsin entschuldigst." Darauf sagt der Fuchs: "Dann bist du kein Drache. Alle Drachen lieben Schätze, und die Liebe zu Schätzen ist für Drachen essentiell. Ich kann dich nicht als Drachen anerkennen." Da stieß der Drache einen Feuerstrahl aus und verbrannte den roten Fuchs. Dieser rollte sich am Boden, um das Feuer zu löschen. Nachdem sie dies einige Zeit beobachtet hatten, gingen der Drache und die Füchsin weg. Dabei sagte der Drache: "Vielleicht wirst du eines Tages verstehen, dass es mehr Dinge in der Welt gibt als das was du gesehen oder wovon du gehört oder was du dir vorstellen kannst. Vielleicht wirst du eines Tages erkennen, dass ein Drache ein Drache ist, egal wie sehr du es bestreitest."

Die Moral der Geschichte:
Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern, als ein Atom (Albert Einstein)
Vorurteile sind die Vernunft der Narren. Voltaire
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