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Alt 06.11.2014, 09:53:33   #1 (permalink)
Vini2012
Erfahrener Benutzer

ID: 435695
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Reg: 07.08.2012
Beiträge: 677
Standard Rechnung als Privatperson ausstellen?

Hey,

ich hoffe ich hab hier einigermaßen das richtige Unterforum gewählt.

Und zwar:
Ich schreibe Artikel (Presseartikel) für eine Firma, bekomme von denen Geld dafür. Die wollen eine Rechnung von mir haben. Kann ich so einfach eine Rechnung ausstellen? Wie wird das mit den Steuern gehandhabt? Oder benötige ich sogar ein Gewerbe? Dazuzusagen ist, falls von Relevanz, ich bin berufstätig (Vollzeit).

Kann mir da jemand ne Auskunft geben? Sollte ich es etwas unverständlich geschrieben haben, einfach nachfragen

Danke schon einmal im voraus.
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Alt 06.11.2014, 11:10:25   #2 (permalink)
Gandist
Erfahrener Benutzer

Reg: 22.02.2013
Beiträge: 545
Standard

Tach!

Du kannst als Privatperson eine Rechnung schreiben. Dazu gibt es im Netz ohne Ende Muster, falls Du nicht weißt welche Formalien Du einhalten musst... ist sehr unkompliziert.
So lange Du es nicht gewerblich machst, musst Du nichts weiter tun als die entsprechenden Einkünfte bei der Steuererklärung anzugeben als Einkünfte aus Selbstständiger Tätigkeit. Zu unterscheiden ist da aber das Steuerrecht und das Wettbewerbsrecht. Wettbewerbsrechtlich gibt es keine klare gesetzliche Grenze. Solltest Du allerdings sehr viel nebenbei Schreiben/verdienen und Deine Dienste zudem öffentlich anpreisen musst Du damit rechnen irgendwann ne Abmahnung zu kriegen solltest Du nicht zumindest ein Kleingewerbe angemeldet haben.
Vini2012 gefällt das.
 
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Alt 06.11.2014, 11:23:39   #3 (permalink)
Vini2012
Erfahrener Benutzer

ID: 435695
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Reg: 07.08.2012
Beiträge: 677
Standard

Zitat:
Zitat von Gandist Beitrag anzeigen
Tach!

Du kannst als Privatperson eine Rechnung schreiben. Dazu gibt es im Netz ohne Ende Muster, falls Du nicht weißt welche Formalien Du einhalten musst... ist sehr unkompliziert.
So lange Du es nicht gewerblich machst, musst Du nichts weiter tun als die entsprechenden Einkünfte bei der Steuererklärung anzugeben als Einkünfte aus Selbstständiger Tätigkeit. Zu unterscheiden ist da aber das Steuerrecht und das Wettbewerbsrecht. Wettbewerbsrechtlich gibt es keine klare gesetzliche Grenze. Solltest Du allerdings sehr viel nebenbei Schreiben/verdienen und Deine Dienste zudem öffentlich anpreisen musst Du damit rechnen irgendwann ne Abmahnung zu kriegen solltest Du nicht zumindest ein Kleingewerbe angemeldet haben.
Oki, super, danke, das hilft mir schon einmal weiter. Also berechne ich normal die 19% Steuern und die werd ich bei der Steuererklärung wohl dann zahlen müssen, wa? Da ich noch nicht weiß wieviel ich damit verdiene, verzichte ich vorerst auf ein Kleingewerbe. Da kann also erst mal nichts passieren?
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Alt 06.11.2014, 11:40:24   #4 (permalink)
Wasweissdennich
Hakuna Matata
Benutzerbild von Wasweissdennich

ID: 96572
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Reg: 21.04.2006
Beiträge: 10.965
Standard

Wenn Du kein Gewerbe hast kannst Du auch keine Umsatzsteuer erheben. Du brauchst ein Gewerbe sobald Du regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht etwas machst. Auch mit Kleingewerbe kannst Du mit der Kleinunternehmer-Regelung davon absehen Deinen Kunden die 19 % Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen.
 
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Alt 06.11.2014, 11:42:24   #5 (permalink)
Gandist
Erfahrener Benutzer

Reg: 22.02.2013
Beiträge: 545
Standard

Zitat:
Zitat von Wasweissdennich Beitrag anzeigen
Wenn Du kein Gewerbe hast kannst Du auch keine Umsatzsteuer erheben.
rrrrichtig!!! Wollt ich grade auch schreiben.


"regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht"... wie gesagt. Keine klare gesetzliche Regelung. Ist nun alle drei Monate 30 Euro regelmäßg und die Abstände eine Woche - 2 Monate - 2 Tage - fünf Wochen - 7 Monate - 3 Tage nicht? Ist Pfandpullen sammeln eher mit Gewinnerzielungsabsicht als ab und zu Briefmarken vom Opa verkaufen? Kannste alles halten wie n Dachdecker Zu der Frage gibts gefühlt zwölt mal mehr Urteile als Meinungen und die Urteile unterscheiden sich in ihrer Rechtsauffassung zum Teil eklatant.
 

Geändert von Gandist (06.11.2014 um 11:56:31 Uhr)
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Alt 06.11.2014, 11:48:22   #6 (permalink)
Vini2012
Erfahrener Benutzer

ID: 435695
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Reg: 07.08.2012
Beiträge: 677
Standard

Oki, also einfach eine Rechnung ohne Steuern schreiben, Vorlagen habe ich schon gefunden.

Da wunder ich mich nur warum die Firma sagt ich soll ne Rechnung inkl. Steuern schreiben?
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Alt 06.11.2014, 11:52:12   #7 (permalink)
Wasweissdennich
Hakuna Matata
Benutzerbild von Wasweissdennich

ID: 96572
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Reg: 21.04.2006
Beiträge: 10.965
Standard

Zitat:
Zitat von Gandist Beitrag anzeigen
"regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht"... wie gesagt. Keine klare gesetzliche Regelung. Ist nun alle drei Monate 30 Euro regelmäßg und die Abstände eine Woche - 2 Monate - 2 Tage - fünf Wochen - 7 Monate - 3 Tage nicht? Ist Pfandpullen sammeln eher mit Gewinnerzielungsabsicht als ab und zu Briefmarken vom Opa verkaufen? Kannste alles halten wie n Dachdecker
Weiß ich doch das das alles schwammig ist, gibt da im Endeffekt halt dann Gerichtsurteile oder Abmahnungen wenn man es übertrieben hat, aber das ist halt der Grundsatz

Zitat:
Zitat von Vini2012 Beitrag anzeigen
Da wunder ich mich nur warum die Firma sagt ich soll ne Rechnung inkl. Steuern schreiben?
Die möchten natürlich eine Rechnung möglichst mit Umsatzsteuer da sie sich die als Vorsteuer vom Finanzamt wiederholen können. Wenn Du sie nicht ausstellen kannst bist Du also bei gleichem Endpreis teurer für Deinen Auftraggeber.
 

Geändert von Wasweissdennich (06.11.2014 um 12:02:06 Uhr)
Wasweissdennich ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2014, 12:04:17   #8 (permalink)
Vini2012
Erfahrener Benutzer

ID: 435695
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Reg: 07.08.2012
Beiträge: 677
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Oki, danke, da habt Ihr mir echt schon mal weiter geholfen.
Vini2012 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2014, 12:05:35   #9 (permalink)
Gandist
Erfahrener Benutzer

Reg: 22.02.2013
Beiträge: 545
Standard

Ach eins vielleicht noch am Rande um evtl. nem Fettnäpfchen vorzubeugen: Einige Menschen neigen insbesondere im Internet dazu sich bei dem Thema etwas unbedarft zu verhalten.
Ich würde in jedem Falle davon absehen, Deine Dienste im Internet zu bewerben so lange Du kein Gewerbe angemeldet hast und Dich GENAU über die damit verbundenen Formalpflichten informiert hast. Es gibt ohne Ende "gesetzeshütende Anwälte" die den ganzen Tag nichts anderes machen als im Netz nach derartigem zu suchen um saftig abzumahnen.
 
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Alt 06.11.2014, 12:09:59   #10 (permalink)
Vini2012
Erfahrener Benutzer

ID: 435695
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Reg: 07.08.2012
Beiträge: 677
Standard

Zitat:
Zitat von Gandist Beitrag anzeigen
Ach eins vielleicht noch am Rande um evtl. nem Fettnäpfchen vorzubeugen: Einige Menschen neigen insbesondere im Internet dazu sich bei dem Thema etwas unbedarft zu verhalten.
Ich würde in jedem Falle davon absehen, Deine Dienste im Internet zu bewerben so lange Du kein Gewerbe angemeldet hast und Dich GENAU über die damit verbundenen Formalpflichten informiert hast. Es gibt ohne Ende "gesetzeshütende Anwälte" die den ganzen Tag nichts anderes machen als im Netz nach derartigem zu suchen um saftig abzumahnen.
Danke für den Tip, aber ich habe nicht vor etwas Größeres draus zu machen. Das lässt meine Zeit gar nicht zu. Sind nur ein paar Artikel pro Woche, also nichts Großes. Bewerben werde ich dies auch auf keinen Fall.
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Alt 06.11.2014, 12:59:07   #11 (permalink)
Laewateinn
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Reg: 12.08.2014
Beiträge: 19
Standard

Als ich ein Gewerbe angemeldet habe und nicht sicher war, was das Finanzamt genau von mir wollte, wie ja andere vor mir schon erwähnt haben ist so manches in dem Bereich Auslegungssache, bin ich einfach zu meinem Finanzbeamten getappt und hab nach gefragt.

Der war erstaunt und glücklich zugleich, dass jemand auf die Idee kommt, vorher zu fragen und die Sache nicht erst im Nachhinein aufgedröselt werden mußte

Und da du ja mehrere Artikel schreibst und diese auch regelmäßig vergütet bekommst, kannst du schon die Kriterien einer regelmäßigen Beschäftigung mit Entlohnung erfüllen.
Ich würde Nachfragen,
wenn dein Finanzamt streng ist hast du sonst schneller Ärger als dir lieb ist, und wenn es locker ist, dann sind die Auflagen, z.B. Kassenbuch führen und mit der Steuererklärung abliefern nicht sehr hoch.
Außerdem kannst du als Gewerbetreibender die Kosten, welche dir bei deiner Tätigkeit entstehen als Verlust übernehmen, was sich dann wieder auf deine Steuer auswirkt.
Und solange du nicht jahrelang hohe Verluste in deinem Nebenerwerb machst, nur um die Steuer zu drücken, sagt das Finanzamt normalerweise auch nichts.
 
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Alt 06.11.2014, 19:42:14   #12 (permalink)
DocTrax
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Reallife

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Reg: 26.04.2006
Beiträge: 2.918
Standard

Denke nicht, dass es hier eine Gewerbeanmeldung braucht - hört sich eher nach einer freiberuflichen Tätigkeit an und dann gelten wieder andere Regelungen. Am Besten fragt man mal einen Steuerberater, der auch kein Gewerbe ist, sondern ein Freiberufler.
-'-.-'-.-'-.-'-.-
DocTrax ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2014, 19:54:14   #13 (permalink)
d82dennis
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von d82dennis

ID: 324316
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Reg: 16.07.2008
Beiträge: 1.563
Standard

Zitat:
Zitat von Laewateinn Beitrag anzeigen
Als ich ein Gewerbe angemeldet habe und nicht sicher war, was das Finanzamt genau von mir wollte, wie ja andere vor mir schon erwähnt haben ist so manches in dem Bereich Auslegungssache, bin ich einfach zu meinem Finanzbeamten getappt und hab nach gefragt.

Der war erstaunt und glücklich zugleich, dass jemand auf die Idee kommt, vorher zu fragen und die Sache nicht erst im Nachhinein aufgedröselt werden mußte

Ich bin damals auch ganz frech zu einem Unternehmensberater gegangen. Hat mich knappe 20 Euro gekostet und gab ne super Aufklärung sowie Hilfe bei der Ausfüllung der ganzen Forumlare.

Im übrigen würde ich immer eine Gewerbeanmeldung machen. Sicher ist sicher. Die kostet dich nur 19,95€ glaube ich.

Dann kannst du deine laufenden Kosten, wie z.B. PC, Drucker, Internet usw. mit angeben.


Zitat:
Zitat von DocTrax Beitrag anzeigen
Denke nicht, dass es hier eine Gewerbeanmeldung braucht - hört sich eher nach einer freiberuflichen Tätigkeit an und dann gelten wieder andere Regelungen. Am Besten fragt man mal einen Steuerberater, der auch kein Gewerbe ist, sondern ein Freiberufler.
Freiberufliche Tätigkeit war soweit ich mich erinnern kann das selbe Formular vom Finanzamt bei der Gewerbeanmeldung.
Losewetten,Exclusive ADDONS,Doppler mit täglicher Förderung, Seitenanteile,Slotanteile, MTP-Handel uvm.
d82dennis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.11.2014, 08:48:45   #14 (permalink)
wusseler
Erfahrener Benutzer

ID: 304177
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Reg: 23.11.2007
Beiträge: 2.256
Standard

Mehrmals die Woche und verkaufen erfüllen auf jeden Fall den Punkt der Gewinnerzielungsabsicht, und das auch regelmäßig. Also hör auf, dich hier beraten zu lassen und geh zu jemanden, der das zum Beruf gemacht hat. Die 20-100 Euro sollte man JETZT haben, bevor in 2-3 Jahren irgendwelche Rückforderungen und teilweise Ordnungegelder anstehen...
wusseler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.11.2014, 10:39:56   #15 (permalink)
apolle
Erfahrener Benutzer

Reg: 25.09.2007
Beiträge: 698
Standard

Guckst Du zB hier: http://www.lexoffice.de/lexikon/privatrechnungen/

"...
Zunächst einmal, die gute Nachricht:

Ja, Sie können auch als Privatperson eine Rechnungen schreiben. Sie müssen jedoch unbedingt auf die Pflichtelemente auch bei einer Privatrechnung achten. Achten Sie nicht darauf, kann es zu Zahlungsverzögerungen des Käufers oder gar zu Schwierigkeiten mit dem Finanzamt kommen.

Pflichtelemente einer Rechnung:

– Name und Anschrift von Ihnen als Verkäufer
– Name und Anschrift des Käufers
– Ausstellungsdatum der Rechnung
– Zeitpunkt des Verkaufs
– Menge und Beschreibung der Ware
– Hinweis: Hinweis auf Privatverkauf

Keine Mehrwertsteuer auf der Privatrechnung ausweisen!

Als Privatperson dürfen Sie keine Umsatzsteuer, oder auch Mehrwertsteuer genannt, ausweisen. Hierbei ist es unerheblich, ob Ihr Käufer ein umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen ist. Wenn Sie als Privatperson dennoch eine Rechnung schreiben, welche Umsatzsteuer enthält, sind Sie als gegenüber dem Finanzamt, selbst bei einer Privatrechnung, zur Zahlung der Steuer verpflichtet.
..."

Die Finanzamter sind nicht gerade für übermäßig humorvollen Umgang mit potentiell Steuerpflichtigen bekannt, die paar Euronen für eine umfassende Beratung ersparen Dir ggf. jede Menge Ärger.


http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14.html
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__22.html

http://www.finanztip.de/ust-in-rechnungen/
http://www.fastbill.com/rechnungsvorlage/
http://blog.fastbill.com/privatrechnung-vorlage/
 
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Stichworte
einkommen, privatperson, selbstständig, steuer

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