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Umfrageergebnis anzeigen: Organspende - Wie steht ihr dazu?
Ja, ich würde spenden und habe einen Ausweis. 72 39,34%
Ja, ich würde spenden, habe aber KEINEN Ausweis. 69 37,70%
Kommt ja gar nicht in die Tüte. 14 7,65%
Meine Organe gehören mir. 18 9,84%
Ich weiß nichts darüber und möchte mich damit nicht beschäftigen. 6 3,28%
Wie bitte? 4 2,19%
Teilnehmer: 183. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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Alt 30.03.2015, 15:02:30   #451 (permalink)
Klamsy
Benutzer

ID: 465598
Lose-Remote

Reg: 30.03.2015
Beiträge: 39
Standard

Grundsätzlich glaube ich ist die Mehrheit dafür nur will halt niemand selbst seine Organe spenden. Ist halt auch Sozial bedingt, dass niemand sagt, nein ich will das nicht, da wird man gleich schief angeschaut obwohl es die Menschen die einen schief anschauen selbst auch nicht machen.
Gibt ja zig Beispiele bei dem man eher die sozial erwünschte Antwort gibt als wirklich seine Meinung zu sagen auch wenn man dafür vielleicht Kritik erhält.
 
Klamsy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 17:04:47   #452 (permalink)
MopsLotta
Benutzer

ID: 461951
Lose-Remote

Reg: 01.01.2015
Beiträge: 89
Standard

Ich habe vor mir in Zukunft einen Motorradführerschein zuzulegen und da gehört meiner Meinung ein Spenderausweiß dazu!
MopsLotta ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 19:21:34   #453 (permalink)
Benutzer-1248
abgemeldet

Reg: 24.04.2006
Beiträge: 12.450
Standard

Zitat:
Zitat von MopsLotta Beitrag anzeigen
Ich habe vor mir in Zukunft einen Motorradführerschein zuzulegen und da gehört meiner Meinung ein Spenderausweiß dazu!
Lobenswert, dennoch meine ich das es nicht vom motorradschein abhängig gemacht werden sollte, ob ich nun zuhause einen tödlichen stromschlag bekomme, vom baum erschlagen werde oder mit dem auto/motorrad einen crash habe.

Ich bin selber der meinung wenn ich tot bin (was durch einen arzt bewiesen wird) kann man mich sozusagen ausschlachten denn wenn ich jemandem damit helfen kann dann jederzeit.
Auch wie ich zu aktive sterbehilfe stehe was hier nicht hingehoert bin ich fuer den organspende ausweis und findenwas da auf rtl gemacht wurde super.

Sowas muss viel mehr beworben werden nd transparenter gemacht werden viel mehr faelle zeigen das man leute sieht denen geholfen wurde. Wenn man diese menschen dann leben sieht wie sie sich freuen, wie sie lachen, wie sie spass am leben haben dann stellt sich fuer mich nicht die frage ob ja oder nein sondern nur wo ich solch einen ausweis so schnell wie moeglich her bekomme.

Ich besitze schon sehr lange einen ausweis manchmal bin ich nur ohne potte unterwegs wo er drin ist dann argere ich mich sehr darueber.

Schoenen abend fuer alle
 
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Alt 30.03.2015, 20:06:38   #454 (permalink)
MopsLotta
Benutzer

ID: 461951
Lose-Remote

Reg: 01.01.2015
Beiträge: 89
Standard

Naja ich muss sagen das ich bis vor kurzem noch schwer davon überzeugt war unbedingt "vollständig" begraben zu werden! Allerdings hatten wir im erweiterten Bekanntenkreis einen Fall wo es genau darum ging allerdings nicht Organ sondern Knochenmarkspende. Ich denke das man soviel wie möglich helfen sollte!
MopsLotta ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.01.2018, 19:50:01   #455 (permalink)
News-Bot
klamm-Bot
Benutzerbild von News-Bot

Reg: 25.04.2006
Beiträge: 5.808
Beitrag Organspenderzahlen auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren

Folgende News wurde am 13.01.2018 um 19:53:13 Uhr veröffentlicht:
Organspenderzahlen auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren
Top-Themen

Zitat:
Berlin (dpa) - Die Zahl der Organspender in Deutschland hat 2017 einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nach den Statistiken der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gab es nur 797 Spender, 60 weniger als im Vorjahr.
Das ist der niedrigste Stand seit 20 Jahren, teilte die Stiftung mit. Auch die «Süddeutsche Zeitung»*berichtete am*Samstag über die gesunkenen Organspenderzahlen, allerdings aufgrund von unveröffentlichten Daten der Stiftung Eurotransplant.
«Leider werden wir erstmals unter die Marke von zehn Spendern pro eine Million Einwohner rutschen. 2017 sind es 9,7», sagte Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. In der Historie der Stiftung sei das, gerechnet ohne die Anfangsjahre der Organspende vor mehr als 30 Jahren, noch nie passiert. «Im internationalen Vergleich war Deutschland bisher im unteren Mittelfeld. Jetzt stehen wir im Vergleich fast hinter allen anderen westeuropäischen Ländern. Das ist eine dramatische Entwicklung», ergänzte er.
Die Entwicklung der Organspenderzahlen in Deutschland war 2017 regional unterschiedlich. Während Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland eine Zunahme der Spender verzeichneten, ging der Bundestrend generell zurück. Da einem Spender mehrere Organe entnommen werden können, meldete Deutschland 2017 laut DSO insgesamt 2594 Nieren, Lebern, Lungen oder Herzen an die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant. 2016 waren es noch 2867 Organe.
Rahmel sieht die Gründe für den Rückgang der Spenderzahlen weniger in der mangelnden Bereitschaft der Bevölkerung. Er wünscht sich Verbesserungen in der Organisation der rund 1250 Kliniken in Deutschland, die zum Organspende-System gehören. So habe zum Beispiel Bayern 2017 Transplantationsbeauftragte erstmals für ihre Aufgabe freigestellt. Die Organspenderzahlen in Bayern seien 2017 um 18 Prozent gestiegen - der höchste Wert unter allen Bundesländern.
Laut Rahmel besteht keine Gefahr, dass die Vermittlungsstelle Eurotransplant Deutschland wegen der niedrigen Spenderzahlen aus dem Verbund ausschließt. Durch die hohe Bevölkerungszahl sei Deutschland immer noch ein Land, das in absoluten Zahlen mehr Organe als andere Länder zum Verbund beisteuere.
 
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Alt 13.01.2018, 21:45:24   #456 (permalink)
All4you
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Reg: 10.01.2016
Beiträge: 1.128
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Wer kann das verdenken?
Wenn selbst bei Spenden nur noch der Profit für die Zwischenorganisationen zählt.
DelphiKing gefällt das.
 

Geändert von All4you (14.01.2018 um 11:14:08 Uhr)
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Alt 14.01.2018, 16:44:58   #457 (permalink)
darkkurt PREMIUM-User
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Reg: 20.04.2006
Beiträge: 13.162
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Zitat:
Zitat von All4you Beitrag anzeigen
Wer kann das verdenken?
Wenn selbst bei Spenden nur noch der Profit für die Zwischenorganisationen zählt.
Welche "Zwischenorganisationen" verdienen hierzulande denn an einer Organspende?
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Alt 14.01.2018, 16:59:04   #458 (permalink)
All4you
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Reg: 10.01.2016
Beiträge: 1.128
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Zitat:
Zitat von darkkurt Beitrag anzeigen
Welche "Zwischenorganisationen" verdienen hierzulande denn an einer Organspende?
Oh, da kennst Du anscheinend nicht alle, die daran verdienen . . . Beginnen wir doch einmal bei der ersten Operation, also die Organentnahme. Klar das hier Geld fließen muss, denn das Krankenhaus muss seine Unkosten für die Organentnahme erhalten.
Danach verdient das Transportunternehmen, das diese Organe schnellstmöglich an den Empfänger verbringt. Und hier werden nicht nur die Kosten für den Transport fällig.
Danach kommen wir dann zum Empfängerkrankenhaus, das ja schon dringend auf diese Organe wartet. Anschließend sind es dann die Operationskosten die auch noch einmal auf die Kosten drücken.
Das eine Nachbehandlung kostenintensiv ist, sollte allen bekannt sein. Vor allem dann, wenn wieso auch immer dann die Chefarztoption genommen wurde.

P.S.: Ich habe auch schon des öfteren die Chefarztoption erhalten. Aber nur weil der Chefarzt zufälligerweise Zeit hatte. Und das war bestimmt nicht zu meinem Nachteil.

Ich selber wäre sogar dafür die Organspendeoption in der Art und Weise zu ändern, das jeder zu einem Organspender wird, sofern er sich nicht ausdrücklich schriftlich dagegen entscheidet.
 
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Alt 14.01.2018, 17:38:19   #459 (permalink)
darkkurt PREMIUM-User
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Alles, was du da aufzählst, fällt bei jeder normalen Operation auch an. Ist jetzt also kein exkulsives "Verdienstmodell" bei einer Organspende.

Also kein Argument dafür, dass die Zahlen sinken.

Das Modell "ohne Wiederspruch -> Spender" würde ich persönlich auch unterstützen, allerdings kollidiert das mit dem Selbstbestimmungsrecht.
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Alt 14.01.2018, 18:29:36   #460 (permalink)
All4you
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ID: 15099
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Reg: 10.01.2016
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Zitat:
Zitat von darkkurt Beitrag anzeigen
Alles, was du da aufzählst, fällt bei jeder normalen Operation auch an. Ist jetzt also kein exkulsives "Verdienstmodell" bei einer Organspende.
Halt! Es ist aber ein Unterschied, ob man für eine Operation nur den Einfachen Satz abrechnen kann oder weil er ja nicht mehr darüber entscheiden kann, den vielfachen gemäß der (siehe GOÄ) (Gebühren Ordnung der Ärzte). Und genau das ist meist der Fall bei Organspenden.
Zitat:
Zitat von darkkurt Beitrag anzeigen
Also kein Argument dafür, dass die Zahlen sinken.
Der Spender kann sich ja nicht mehr dazu äußern oder gar seine Zusage verwehren, wenn die Kosten dafür unangemessen hoch sind. (siehe GOÄ) Und die im letzten Jahr bekannt gewordenen Skandale sprechen für sich.
Zitat:
Zitat von darkkurt Beitrag anzeigen
Das Modell "ohne Wiederspruch -> Spender" würde ich persönlich auch unterstützen, allerdings kollidiert das mit dem Selbstbestimmungsrecht.
Wieso? Er kann ja noch zu seinen Lebzeiten einer Organspende schriftlich wiedersprechen. Und sollte er das nicht gatan haben, ist er mit einer Organspende/entnahme einverstanden.
Wir leben nun einmal nicht in der USA, wo alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten wird. (Trocknen von Tieren in der Microwelle oder und das ein Spiegelbild nicht die Entfernung genauestens angibt, sondern nur ein Spiegelbild ist.)
 
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Alt 24.02.2018, 10:11:18   #461 (permalink)
j.kuester24
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ID: 494443
Lose-Remote

Reg: 18.02.2018
Beiträge: 26
Standard

Hallo!

Eigentlich ist es ja nur richtig, wenn man seine Organe spenden würde, wenn man vorzeitig von dieser schönen Erde geht. Ich habe selbst keinen Ausweis, würde aber spenden. Man muss aber auch andere verstehen, die dies nicht möchten! Das muss jeder selber entscheiden.

Gruß, Jan!
 
j.kuester24 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.02.2018, 15:54:11   #462 (permalink)
All4you
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ID: 15099
Lose-Remote

Reg: 10.01.2016
Beiträge: 1.128
Standard

Zitat:
Zitat von j.kuester24 Beitrag anzeigen
Hallo!
Hallo Jan

Zitat:
Zitat von j.kuester24 Beitrag anzeigen
Eigentlich ist es ja nur richtig, wenn man seine Organe spenden würde, wenn man vorzeitig von dieser schönen Erde geht.
Wieso? Warum SPENDEN?? Wieso nicht noch den Hinterbleibenden eine "Kostengünstige Beerdigung bescheren??"
Ich gebe gerne nach meinem Ableben meine Organe ab. Jedoch nicht Kostenfrei für die "Organindustrie" sondern nur gegen bares für meine hinterbleibenden. (Denn Sie haben die Kosten für meine Beseitigung (Beerdigung) zu bezahlen! Zumal es kein Spenderorgan zum Nullpreis gibt . . .
Zitat:
Zitat von j.kuester24 Beitrag anzeigen
Ich habe selbst keinen Ausweis, würde aber spenden.
Das sagen leider sehr sehr viele. Und wenn es denn dann so weit ist, müssen die Hinterbleibenden per Gerichtsbescheid entscheiden. . .
Zitat:
Zitat von j.kuester24 Beitrag anzeigen
Man muss aber auch andere verstehen, die dies nicht möchten!
Sorry! In welchem Text der Biebel steht geschrieben, das der Tote vollständig sein muss?
Zitat:
Zitat von j.kuester24 Beitrag anzeigen
Das muss jeder selber entscheiden.

Gruß, Jan!
Das schlimme daran ist doch das die Betroffenen es nicht selber entschieden haben, sondern das Problem an die Hinterbleibenden weiter geben.
Von daher, sollte der Staat die Standartmäßige Freigabe (egal ob jetzt kostenfrei oder kostenpflichtig) beschließen! Und die Verwehrung (Ablehnung der Organentnahme) nur auf Nachweis anbieten.
 
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Alt 28.05.2018, 12:40:01   #463 (permalink)
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Reg: 25.04.2006
Beiträge: 5.808
Beitrag Negativrekord bei Organspenden

Folgende News wurde am 28.05.2018 um 12:53:33 Uhr veröffentlicht:
Negativrekord bei Organspenden
Top-Themen

Zitat:
Frankfurt (dpa) - Über 10.000 Kranke warten laut Vermittlungsstelle Eurotransplant in Deutschland auf ein Spenderorgan. «Täglich sterben statistisch gesehen drei von ihnen, weil für sie nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist», weiß die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt.
Auf eine Niere - das am häufigsten benötigte Spenderorgan - warten etwa viermal so viele Menschen, wie es Organe gibt. Durchschnittliche Wartezeit: etwa sechs Jahre.
Derzeit sieht es nicht so aus, als würde sich die Situation der Betroffenen bald verbessern: 2017 hat die Zahl der Organspender in Deutschland einen neuen Tiefpunkt erreicht. Laut DSO gab es nur noch 797 Spender - nochmal 60 weniger als im Vorjahr. Das war der niedrigste Stand seit 20 Jahren. In Deutschland gibt es jetzt weniger als zehn Spender pro eine Million Einwohner. Axel Rahmel, medizinischer Vorstand der DSO, spricht von «einer dramatischen Entwicklung».
Europaweit führend ist Spanien mit 46,9 Spendern pro eine Million Einwohner im Jahr. Dort gilt die sogenannte Widerspruchslösung: Menschen müssen es explizit dokumentieren, wenn sie gegen eine Organentnahme nach ihrem Tod sind, sonst werden sie automatisch zum Spender. So ist es auch in Italien, Norwegen, Schweden, Luxemburg, Österreich und Frankreich geregelt.
Das jüngste Land in der Reihe ist die Niederlande. Hier wurde eine solche Regelung im Februar von der ersten Kammer des Parlaments angenommen - wenn auch nach langer Debatte und nur mit knapper Mehrheit. Jetzt wird jeder volljährige Bürger automatisch als Organspender registriert. Wer das ablehnt, muss sich melden.
Seither werden die Stimmen lauter, die auch in Deutschland eine Widerspruchslösung fordern. «Die Niederländer haben reagiert, und zwar lange bevor die Situation so prekär wurde wie bei uns», sagt der Generalsekretär der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG), Christian Hugo: «Ich wünsche mir ähnlich mutige Politiker im Bundestag wie in Holland.»
Viele Mediziner sind auf seiner Seite. Der Deutsche Ärztetag in Erfurt hat sich Anfang Mai klar für die Widerspruchslösung ausgesprochen. «Aus medizinischer Sicht, vor allem aber aus Sicht der vielen schwerkranken Patienten auf der Warteliste wäre eine solche Regelung der Idealfall», sagte Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, der Deutschen Presse-Agentur.
«Man sollte von den Bürgerinnen und Bürgern verlangen können, dass sie sich nach der gesetzlich vorgeschriebenen Aufklärung durch die Krankenkassen mit der Problematik auseinandersetzen und im Falle einer Ablehnung ihr Nein zur Organspende formulieren.» Vorher müssten «mit großer Sensibilität» ethische, religiöse und rechtliche Fragen diskutiert werden. Man dürfe nicht riskieren, dass die Menschen weiter verunsichert werden und sich am Ende komplett verschließen.
Erklärter Befürworter einer Widerspruchslösung ist auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. «Für mich ist das ganz klar die Lösung, die ich bevorzuge - als Politiker und als Arzt», sagte er der dpa. «Wir könnten damit so vielen Menschen den Tod ersparen oder ein besseres Leben ermöglichen.» Politisch «sollten wir uns in diese Richtung bewegen», gesellschaftlich «sollten wir diese Diskussion führen».
Dass sich Deutschland schwerer tut mit einer Widerspruchslösung als seine Nachbarländer, liegt seiner Ansicht nach daran, «dass in Deutschland das Misstrauen gegen den Staat und seine Institutionen besonders stark ist». Ob in der laufenden Legislaturperiode eine Änderung realistisch ist, ist fraglich. «Ich persönlich werde alles, was ich kann, dafür tun», verspricht Lauterbach.
Kritisch steht einer Widerspruchregelung Rudolf Henke gegenüber, der Vorsitzende der Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund. Das Transplantationswesen lebe vom Vertrauen der Menschen - und Henke glaubt nicht, dass das Vertrauen durch eine Widerspruchslösung gestärkt wird: «Es ist eher das Gegenteil zu befürchten.» Es habe wenig Sinn, «eine große Kontroverse anzuzetteln»: «Man muss mit den Leuten reden, sie überzeugen und die Organisation der Organtransplantation in den Kliniken verbessern.»
Die überwiegende Mehrheit der Deutschen steht dem Thema Organspende - jüngsten Skandalen bei der Vergabe von Organen zum Trotz - zugewandt gegenüber. 84 Prozent sehen Organspenden «eher positiv», wie eine neue Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ergab. Die Positiv-Antworten steigen von Jahr zu Jahr. 36 Prozent der Bevölkerung besitzen laut BZgA einen Organspendeausweis. 72 Prozent dieser Ausweisbesitzer willigen in eine Organspende nach dem Tod ein.
Zuletzt wurde vor sechs Jahren etwas geändert: Seit November 2012 gilt die sogenannte Entscheidungslösung. Die Krankenkassen müssen ihre Mitglieder regelmäßig anschreiben und informieren - das ist alles. Eine Aktion, die nach Schätzung des Spitzenverbands der gesetzlichen Kassen alle zwei Jahre grob geschätzt rund 60 Millionen Euro kostet. Bisher landen Broschüren bei vielen Menschen vermutlich ungelesen im Altpapier. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ruft denn auch dazu auf, dass sich mehr Menschen mit dem wichtigen Thema beschäftigen: «Sich mit der Organspende auseinanderzusetzen, muss für uns alle zur Selbstverständlichkeit werden.»
Dass die Zahl der gespendeten Organe weiter zurückging, ist für die Transplantationsgesellschaft ein Beweis, «dass diese Lösung nicht greift». Um mehr Menschen zu sensibilisieren, gibt es einen jährlichen Tag der Organspende - diesmal am 2. Juni in Saarbrücken.
 
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Alt 28.05.2018, 13:07:57   #464 (permalink)
All4you
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Lose-Remote

Reg: 10.01.2016
Beiträge: 1.128
Standard

Geld regiert die Welt!

Doch warum müssen denn die Organgeber oder deren Hinterbleibenden auf den Beerdigungskosten sitzen bleiben?
So als kleiner Beitrag der Organverarbeitenden Industrie könnten Sie doch die Beerdigungskosten anschließend übernehmen, so das die Hinterbleibenden sich auf die Trauer und nicht auf den finanziellen Schaden konzentrieren können.
Deupo gefällt das.
 
All4you ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.05.2018, 12:33:35   #465 (permalink)
darkkurt PREMIUM-User
Moderator
Benutzerbild von darkkurt

ID: 35967
Lose-Remote

Reg: 20.04.2006
Beiträge: 13.162
Standard

Zitat:
Zitat von All4you Beitrag anzeigen
Geld regiert die Welt!

Doch warum müssen denn die Organgeber oder deren Hinterbleibenden auf den Beerdigungskosten sitzen bleiben?
Vielleicht, weil die ohnehin anfallen?
darkkurt ist offline   Mit Zitat antworten
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