klamm-Forum

klamm-Forum (https://www.klamm.de/forum/)
-   Das wahre Leben (https://www.klamm.de/forum/das-wahre-leben-34/)
-   -   Diskussionen zur Organspende (https://www.klamm.de/forum/f34/diskussionen-zur-organspende-474267.html)

News-Bot 29.01.2007 07:10:01

[N] Organspende: Trotz Rekordzahlen immer noch zu wenig Spender
 
Folgende News wurde am 28.01.2007 um 20:56:00 Uhr veröffentlicht:
Organspende: Trotz Rekordzahlen immer noch zu wenig Spender
SternShortnews

Zitat:

Im Jahr 2006 sind in Deutschland insgesamt über 4.000 Organe von gut 1.250 Spendern verpflanzt worden. Dies ist eine neue Rekordzahl. Trotzdem ist die Anzahl der Spenderorgane viel zu gering. Im Moment warten etwa 12.000 Erkrankte auf ein Organ. Außerdem starben im vergangenen Jahr im Durchschnitt täglich drei Personen, die auf der Warteliste für Organe standen. In Deutschland haben nur zwölf Prozent der Bevölkerung einen Organspendeausweis, allerdings wären viel mehr Menschen bereit, eigene ...

flofree 29.01.2007 07:14:20

Trotz Rekord sind diese Zahlen schon mehr als traurig.

Viele sind einfach zu faul, einen Organspendeausweis in der Tasche zu tragen.

Noch schlimmer finde ich die Vorwürfe, dass man eher stirbt, sollte man sich zu einer Organspende bereit erklären.

Fakt ist, dass nur ein Hirntoter als Organspender in Frage kommt. Erst wenn ein Hirntod festgestellt ist, kann man diese Option in Betracht bringen. Als Organspender wird übrigens alles doppelt und dreifach überprüft ob man auch wirklich Hirntod ist, im Gegensatz zu hirntoten "Nichtspendern".

Hirntote können nur noch mit Maschinen überleben, ansonsten haben diese keine andere Möglichkeit mehr.


Im Übrigen sollte jeder, einen Organspendeausweis in seiner Tasche haben, egal ob eine Einwilligung gegeben wird, oder nicht.


Unter http://www.organspende-info.de/extra...spendeausweis/ gibt es Organspendeausweise.

darkkurt 29.01.2007 17:52:48

Ich habe meinen Organspenderausweiß seid 5 Jahren im Portemonnaie

spockonline 29.01.2007 18:01:16

In Belgien und in den Niederlanden macht man es genau andersherum: jeder ist automatisch Organspender - es sei denn, er/sie lehnt dies ausdrücklich ab.

Derjenige der perdu nicht spenden will, muss dies schriftlich an der Zentralstelle mitgeteilt haben und die Ablehnung bei sich tragen. Hat das Problem mit den Mangelorganen aber auch nicht behoben - die Leute werden einfach zu alt und der Mensch lebt sicherer/gesünder, außerdem rettet die Medizin heute Patienten mit einer simplen OP, die sonst vor 10-15 Jahren gestorben wären, weil es die Technik noch nicht gab. Es sterben einfach zu wenig Menschen.

NewFrontier 29.01.2007 18:05:54

Zitat:

Zitat von flofree (Beitrag 1118924)
Viele sind einfach zu faul, einen Organspendeausweis in der Tasche zu tragen.

Was hat das mit Faulheit zu tun? Schon mal drüber nachgedacht das es Leute geben könnte die nicht das geringste Interesse an diesem Thema zeigen?

Es bleibt nach wie vor ja wohl jedem freigestellt. Oh man :yawn:

EDIT: Mag sein das viele keinen bei sich tragen; vielleicht ist die Entscheidung da noch nicht gefallen.

darkkurt 29.01.2007 18:09:52

Zitat:

Zitat von Casinomeister (Beitrag 1121382)
Es bleibt nach wie vor ja wohl jedem freigestellt. Oh man :yawn:

Der Organspendeausweiß beschleunigt auf jeden Fall den Ablauf. Du kannst der Organspende Grundsätzlich wiedersprechen und schon ist die Sache erledigt.

Wenn du einen Unfall hast und keine Ausweiß, müssen erst Angehörige ausfindig gemacht werden, die entscheiden MÜSSEN. Das kannst du ihnen mit einem kleinen Papier abnehmen.

Von daher ist es schon "Faulheit", sich mit dem Ausweiß nicht zu beschäftigen.

birnchen 11.02.2007 14:17:12

also ich hab seit etwa 10 jahren so nen ausweiß im portemonaie weil ich es meiner mama nicht zumuten will zu entscheiden, ob sie mir organe entnehmen dürfen oder nicht. außerdem wissen sie dann auch gleich, was sie mit mir machen sollen, wenn sie mich "ausgenommen" haben. das kann man da nämlich auch mit reinschreiben.

voigtcyber 11.02.2007 18:37:59

Den Ausweiß bekommst du auch bei deinem Hausarzt wo man ja im Algemeinen hin und wieder mal erscheint. Ich hab auch aschon seit jahren einen. Allerdings gibt es auch Leute die damit Ethische Probleme haben. Es gibt ja auch Leute die an ein Leben nach dem Tod glauben und meinen das die dann mit Schäden Reakaniert werden.

Liquid0815 11.02.2007 18:42:42

Ich habe schon von Ärzten gehört, die keinen Organspendeausweis haben, aus Angst, einer ihrer Kollegen würde mehr Wert auf die Organe als auf den vor ihm liegenden Patienten legen... Äußerst bedenklich, wenn sich Ärzte Gedanken darüber machen, die müssen ja wissen, wie es in der Praxis verläuft. :(
Da finde ich die Regelung in Belgien und Niederlanden besser, da wird es keinen Mangel wie bei uns geben. :roll:

edit: ich persönlich habe kein Problem damit, Organe zu spenden, ich hätte jedoch Probleme damit, wenn nach einem Unfall nach möglichen Empfängern für mein Herz etc. gesucht wird, wenn ich noch lebendig auf dem OP-Tisch liege... ich weiss nicht, in wiefern die Ärzte wissen, ob ein Organspender vor ihnen liegt, jedoch kenne ich viele Ärzte, die aus den oben genannten Gründen keinen Organspendeausweis haben. Sind zwar keine Ärzte, die in der Notaufnahme arbeiten, oder in der Chirurgie, aber es sind dennoch Ärzte, die wohl Ahnung von der Materie haben... :roll: Was spricht in Deutschland eigentlich gegen eine gesetzliche Regelung?

Banane 11.02.2007 19:16:41

Zitat:

Zitat von spockonline (Beitrag 1121363)
In Belgien und in den Niederlanden macht man es genau andersherum: jeder ist automatisch Organspender - es sei denn, er/sie lehnt dies ausdrücklich ab.

Ist in Österreich auch so, darum gibt es in Österreich auch mehr Spender pro Jahr (relativ zur Bevölkerung).

Liquid0815 11.02.2007 19:24:00

Zitat:

Zitat von Banane (Beitrag 1183209)
Ist in Österreich auch so, darum gibt es in Österreich auch mehr Spender pro Jahr (relativ zur Bevölkerung).

Hmm... ich frag mich dann ernsthaft, warum nicht in Deutschland? Schließlich hat auch hier jeder weiterhin das Recht, sich GEGEN eine Organspende zu entscheiden. :roll:

voigtcyber 11.02.2007 19:25:16

Ist doch ganz einfach. Die Politiker hatten noch keine 3 Jahre zeit sich darüber zu streiten.

darkkurt 11.02.2007 21:40:14

Irgendwie drollig - auf der einen Seite wird immer gejammert, der Staat würde alle bevormunden: Tempolimits, Rauchverbote - alles gilt automatisch als "Bervormundung" und damit undemokratisch.
Bei der Organspende HAT jeder das ausdrückliche Recht, zu sagen, ob und wenn ja was er bereit ist, zur Verfügung zu stellen - aber ein Großteil der Bevölkerung tut es einfach nicht...

Der einzige Punkt ist, einen Spenderpaß im Portmonnaie zu haben...

Hier übrigens Klarheit zur gesetzlichen Regelung:

http://de.wikipedia.org/wiki/Organsp...iche_Situation

Liquid0815 11.02.2007 21:42:39

Zitat:

Zitat von darkkurt (Beitrag 1184394)
Bei der Organspende HAT jeder das ausdrückliche Recht, zu sagen, ob und wenn ja was er bereit ist, zur Verfügung zu stellen - aber ein Großteil der Bevölkerung tut es einfach nicht...

Hätte er bei einer anderen Regelung auch. Er HAT das recht, ausdrücklich sein Organ NICHT für eine Spende freizugeben.

darkkurt 11.02.2007 21:44:21

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184409)
Hätte er bei einer anderen Regelung auch. Er HAT das recht, ausdrücklich sein Organ NICHT für eine Spende freizugeben.

Mal Ne Farge - hast du einen Spenderpaß bei dir? :biggrin:

Liquid0815 11.02.2007 21:45:38

Zitat:

Zitat von darkkurt (Beitrag 1184418)
Mal Ne Farge - hast du einen Spenderpaß bei dir? :biggrin:

Ich hatte, ja, jedoch seitdem ich von einem Arzt gehört habe, dass die Möglichkeit besteht, dass dieser Organspendeschein über mein Leben entscheiden könnte, habe ich ihn nichtmehr.
Wenn sich die Lage in Deutschland wieder entspannen würde, und Organe nichtmehr Mangelware wären, würde ich die Freigabe meiner Organe NACH meinem Tod auch gerne wieder befürworten.
Wenn es jedoch heisst "hey, die überlebenschancen von dem Kerl sind geringer als von einer Patientin, die auf ein Herz wartet", solange werde ich keinen Organspendeausweis bei mir tragen. Es sei denn, jemand kann mir beweisen, dass es definitv nicht so abläuft, z.B. wenn der Arzt keinerlei Kenntnisse darüber hat, ob der vor ihm liegende Patient Organspender ist. Traurig aber wahr.

edit: In deutschen Krankenhäusern geht es leider längst nichtmehr um den Patienten, sondern um Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Recht und Ordnung. Konkretes Beispiel: Während meiner Zivildienstzeit habe ich auf einer Krebsstation gearbeitet, auf der schon seit einigen Monaten eine Frau mit Hautkrebs lag, welche keine Hoffnung mehr auf eine Entlassung vor Ihrem Tod hatte. Ihr letzter Wunsch war es, in ein Krankenhaus mit Blick auf die Alpen verlegt zu werden, in dem sie vorher schon einmal wegen einer Untersuchung untergebracht war. Nach lange hin und her, und vielen Gesprächen über die Risiken mit ihr, hat sich der Arzt entschieden, die Patientin in das Krankenhaus mit Alpenblick zu verlegen, damit ihr dort ihr letzer Lebenswunsch erfüllt werden sollte. Beim Transport dorthin verstarb die Patientin - meiner Meinung nach ziemlich überraschend - was zur Folge hatte, dass die Krebsstation einige Wochen lang von einer Kripo belagert wurde, welche diesen Fall klären wollte. Dass es der Wunsch der Patientin war, interessierte den Leuten von der Kripo reichlich wenig. Fazit: Man darf heutzutage nicht einmal entscheiden, wo man sterben will, der Arzt muss das entscheiden, ob man persönlich will, oder nicht. :(

voigtcyber 11.02.2007 21:49:36

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184423)
Ich hatte, ja, jedoch seitdem ich von einem Arzt gehört habe, dass die Möglichkeit besteht, dass dieser Organspendeschein über mein Leben entscheiden könnte, habe ich ihn nichtmehr.
Wenn sich die Lage in Deutschland wieder entspannen würde, und Organe nichtmehr Mangelware wären, würde ich die Freigabe meiner Organe NACH meinem Tod auch gerne wieder befürworten.
Wenn es jedoch heisst "hey, die überlebenschancen von dem Kerl sind geringer als von einer Patientin, die auf ein Herz wartet", solange werde ich keinen Organspendeausweis bei mir tragen. Es sei denn, jemand kann mir beweisen, dass es definitv nicht so abläuft, z.B. wenn der Arzt keinerlei Kenntnisse darüber hat, ob der vor ihm liegende Patient Organspender ist.

Wenn du Angst davor hast das dein Leben dadurch verkürzt wird solltest du dir erst recht einen holen wo du dann einträgst das du definitiv nichts Spenden willst. Ansonsten werden nämlcih deine Verwandten gefragt und das will ich meinen nicht zumuten.

birnchen 11.02.2007 21:54:50

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184423)
Ich hatte, ja, jedoch seitdem ich von einem Arzt gehört habe, dass die Möglichkeit besteht, dass dieser Organspendeschein über mein Leben entscheiden könnte, habe ich ihn nichtmehr.

sorry, aber das ist echt der größte blödsinn den ich je gehört hab. in deutschland ist alles rechtlich geregelt, auch wann sie deine maschine abstellen dürfen. man du bist echt ein schisser. sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

Liquid0815 11.02.2007 21:58:10

Zitat:

Zitat von birnchen (Beitrag 1184487)
sorry, aber das ist echt der größte blödsinn den ich je gehört hab. in deutschland ist alles rechtlich geregelt, auch wann sie deine maschine abstellen dürfen. man du bist echt ein schisser. sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

1. auch ärzte haben emutionen, und kein mensch funktioniert wie eine Maschine, die keine Fehlentscheidungen trifft.

2. Meine Eltern würden niemals eine Organspende ablehnen.

3. Dass ein Kind meine Organe bekommt ist ziemlich unwahrscheinlich, da meine Organe ausgewachsen sind.

Wie gesagt WENN ich tod bin, werden meine Eltern gefragt, und die sind mit sicherheit für eine Organspende. Ich will nur nicht, dass ein Arzt VOR meinem Tod davon weiss, dass meine Organe gespendet werden, wenn es darum geht, ob 3 Minuten versucht wird, mich wiederzubeleben, oder 5 oder 6 (solche dinge sind nämlich - zum glück - nicht gesetzlich geregelt). Ich bin kein "Schisser" ich hänge nur an meinem Leben, ich glaube das ist ein natürlicher Trieb.

voigtcyber 11.02.2007 22:02:22

Zitat:

Zitat von birnchen (Beitrag 1184487)
sorry, aber das ist echt der größte blödsinn den ich je gehört hab. in deutschland ist alles rechtlich geregelt, auch wann sie deine maschine abstellen dürfen. man du bist echt ein schisser. sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

Was hat das bitte mit schiß zu tun. So wie er denken viele da es im TV auch schon so dargestellt worden ist. Es ist zwar in Deutschland so geregelt das mindestens 2 von einander unabhängige Ärzte den Hirntod feststellen müßen aber das nimmt vielen immer noch nicht das komische Gefühl im Magen. Es ist Gott sei dank ja so das wir alle selber entscheiden können was mit unseren Organen angestellt werden soll. Nur wenn ich bedenken ( nicht Schiß) habe meine Organe zu Spenden sollte ich mit trotzde4m einen Ausweiß holen und das dort festhalten das ich keine Organe Spenden will. Denn wie ich schon oben geschrieben habe will ich diese Entscheidung nicht anderen zumuten.

Liquid0815 11.02.2007 22:05:22

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184537)
Was hat das bitte mit schiß zu tun. So wie er denken viele da es im TV auch schon so dargestellt worden ist.

Wie schon gesagt, ich kenne es nicht nur aus dem Fernsehen, sondern von einer Ärztin. Ein Bericht im Fernsehen hätte mich wohl nicht dazu gebracht, meinen Organspendeausweis aus dem Geldbeutel zu nehmen.

voigtcyber 11.02.2007 22:05:36

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184508)
Ich will nur nicht, dass ein Arzt VOR meinem Tod davon weiss, dass meine Organe gespendet werden, wenn es darum geht, ob 3 Minuten versucht wird, mich wiederzubeleben, oder 5 oder 6 .

Also ich wäre mit 3 Minuten zufrieden. Wenn das Gehirn länger als 3
Minuten nicht mit Sauerstoff versorgt wird können sich schon bleibende Schäden festsetzen. Bei einer guten bekannten von mir was dieses jtzt der Fall. Sie wurde nach mehreren Minuten zurück ins Leben geholt und "vegetiert" seit dem im Wachkomma vor sich hin. Da sag ich lieber Tod als das.

Meine Meinung.

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184559)
Wie schon gesagt, ich kenne es nicht nur aus dem Fernsehen, sondern von einer Ärztin. Ein Bericht im Fernsehen hätte mich wohl nicht dazu gebracht, meinen Organspendeausweis aus dem Geldbeutel zu nehmen.

Wenn ich dich nun richtig verstanden habe willst du nur nicht das der Arzt direkt weiß das deine Organe gespendet werden sollen. Hast du mit deinen Eltern über das Thema gesprochen das sie einer Organspende auch zustimmen werden. Und was passiert wenn deine Eltern nicht ereichbar sind wenn es soweit ist. Geht da ja schließlich um Minuten.

Liquid0815 11.02.2007 22:08:23

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184564)
Also ich wäre mit 3 Minuten zufrieden. Wenn das Gehirn länger als 3
Minuten nicht mit Sauerstoff versorgt wird können sich schon bleibende Schäden festsetzen. Bei einer guten bekannten von mir was dieses jtzt der Fall. Sie wurde nach mehreren Minuten zurück ins Leben geholt und "vegetiert" seit dem im Wachkomma vor sich hin. Da sag ich lieber Tod als das.

Jup, ich kenne die folgen, ich weiss auch nicht ob ich da gerne weiterleben würde, jedoch ist dies einer der konkreten fälle. Nach 3 Minuten kann ein Arzt nämlich selbst über Leben und Tod entscheiden. Ich bin mir sicher, wenn man sich mit einem Arzt von der Notaufnahme unterhält, gibt es mehr solcher Fälle, bei denen es am Arzt liegt, ob ein Patient überlebt oder nicht.

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184586)
Wenn ich dich nun richtig verstanden habe willst du nur nicht das der Arzt direkt weiß das deine Organe gespendet werden sollen. Hast du mit deinen Eltern über das Thema gesprochen das sie einer Organspende auch zustimmen werden. Und was passiert wenn deine Eltern nicht ereichbar sind wenn es soweit ist. Geht da ja schließlich um Minuten.

Jup, mir gehts nur darum, dass der Arzt, bzw. Notarzt keine Kenntniss darüber hat. Wenn meine Eltern nicht erreichbar sind, ist das tragisches Schicksal, deswegen würde ich auch eine Regelung befürworten, bei der generell die Organe gespendet werden.

voigtcyber 11.02.2007 22:12:32

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184590)
Jup, ich kenne die folgen, ich weiss auch nicht ob ich da gerne weiterleben würde, jedoch ist dies einer der konkreten fälle. Nach 3 Minuten kann ein Arzt nämlich selbst über Leben und Tod entscheiden. Ich bin mir sicher, wenn man sich mit einem Arzt von der Notaufnahme unterhält, gibt es mehr solcher Fälle, bei denen es am Arzt liegt, ob ein Patient überlebt oder nicht.

Mal abgesehn vom Arzt wird es auch daran liegen wie lange der schon im Dienst ist. Wenn ich sehe was für Arbeitszeiten die haben ist das ja unmenschlich. Da kann ich mir gut vorstellen das schonmal fehleinschätzungen getroffen werden. Wie schon gesagt es sind auch nur Menschen.

Zitat:

Jup, mir gehts nur darum, dass der Arzt, bzw. Notarzt keine Kenntniss darüber hat. Wenn meine Eltern nicht erreichbar sind, ist das tragisches Schicksal, deswegen würde ich auch eine Regelung befürworten, bei der generell die Organe gespendet werden.
Und was Würde das dann ändern. Dann hätten wir den gleichen Fall wie wenn du nen Ausweiß bei dir hättest.

Liquid0815 11.02.2007 22:15:48

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184615)
Mal abgesehn vom Arzt wird es auch daran liegen wie lange der schon im Dienst ist. Wenn ich sehe was für Arbeitszeiten die haben ist das ja unmenschlich. Da kann ich mir gut vorstellen das schonmal fehleinschätzungen getroffen werden. Wie schon gesagt es sind auch nur Menschen.

ja, vorallem versetze dich mal in den arzt. Du hast einen Patienten, seit jahren, der auf ein Herz wartet. Nun kommt eine 80 jährige Rentnerin, deren überlebenschance bei 10% oder weniger liegt. Der Zustand verschlechtert sich zunehmend, und eine Rettung kommt nurnoch in Frage, wenn die Patientin grobe Einschnitte Ihres Lebens in Kauf nehmen muss... auf der anderen Seite immernoch der (sagen wir 18 jährige) Patient, der auf ein Herz wartet... Mir kann niemand erzählen, dass da JEDER Arzt sachlich bleibt. :roll: Viele Ärzte hängen sehr, an ihren langjährigen Patienten, denen sie das leben retten wollen. :roll:

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184622)
Und was Würde das dann ändern. Dann hätten wir den gleichen Fall wie wenn du nen Ausweiß bei dir hättest.

eben nicht, Organe wären bei solch einer Gesetzesänderung sicherlich nicht die Mangelware, die sie es derzeit sind. Dadurch ist es nur eine Frage der Zeit, wann das nächste Herz "auf den Markt" (sorry, mir ist grad nichts besseres eingefallen) kommt. Das entspannt die Situation in den Notaufnahmen sicherlich.

voigtcyber 11.02.2007 22:20:34

Gut jetzt würde ich zwar nicht annehmen das das Herz der 80 Jährigen verwendet wird (gibt doch da auch ne obergrenze wie beim Blutspenden oder) aber bei dem rest kann ich dir nur zustimmen.

Liquid0815 11.02.2007 22:22:30

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184653)
Gut jetzt würde ich zwar nicht annehmen das das Herz der 80 Jährigen verwendet wird (gibt doch da auch ne obergrenze wie beim Blutspenden oder) aber bei dem rest kann ich dir nur zustimmen.

Gut, war jetzt etwas übertrieben, aber auch bei einem 18 jährigen Unfallopfer kann ein guter Arzt die Überlebenswahrscheinlichkeit schnell abwägen. Wenn die Situation wirklich so ist, wie die Medien es derzeit aufzeigen, dann möchte ich nicht in der Haut eines solchen Arztes stecken.

voigtcyber 11.02.2007 22:25:51

Ich möchte sowieso kein Arzt sein. Da ist mir die Verantwortung zu hoch. Wenn ich als Eelektriker mal ne Strippe falsch anschließe fliegt halt die Sicherung raus. Wenn ein Arzt einen Fehler macht kann es sein das ein Leben endet und da find ich die Arbeitszeiten echt nicht hilfreich bei Fehler zu vermeiden.

Liquid0815 11.02.2007 22:32:19

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184690)
Ich möchte sowieso kein Arzt sein. Da ist mir die Verantwortung zu hoch. Wenn ich als Eelektriker mal ne Strippe falsch anschließe fliegt halt die Sicherung raus. Wenn ein Arzt einen Fehler macht kann es sein das ein Leben endet und da find ich die Arbeitszeiten echt nicht hilfreich bei Fehler zu vermeiden.

jup, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Was in deutschen Krankenhäusern abgeht, ist mehr als fragwürdig, ich frage mich wirklich, wie es in den Krankenhäusern aussehen würde, wenn Mindestlöhne eingeführt werden würden, die Ärzte einen 8 Std. Tag hätten, und der Zivildienst abgeschafft werden würde... ist schon äußerst fragwürdig, worauf wir unser Gesundheitssystem aufbauen, aber das ist ein anderes Thema. :roll:

voigtcyber 11.02.2007 22:38:54

Die mindestlöhne sollen ja nur Lohndumping verhindern. Also das die Putzfrau z.B. für 2€ arbeiten geht. Aber wenn wir die Berufsarmee einführen was ja schon seit Jahren im Gespräch ist wird auch der Zividienst wegfallen und dann bekommen wir ein ernsthaftes Problem. Bin auch nicht zur Bundeswehr gegangen aber dafür seit Jahren beim Thw und vertrette auch die Meinung das ich da bisher mehr für die Allgemeine getan habe als die Personen die ur BW gehen. Das gleiche gilt auch für die Leute die bei der Feuerwehr sind und natürlich auch die Ziveildienstleitenden die in Altersheimen und auch Krankenhäusern ihren Dienst verichten. Wenn die alle wegfallen wird das mit Ehrenamtlern nicht auszugleichen sein und das System wird kolabieren. Aber soweit sind wir ja Gott sei dank noch nicht.

Xaro 11.02.2007 22:45:19

Zitat:

Zitat von birnchen (Beitrag 1184487)
sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

Was soll das denn? Ob du es glaubst oder nicht, es wäre noch nicht einmal eine Schande sich vollständig gegen jede Organentnahme zu entscheiden. So einfach und sicher wie du es darstellst ist die Sache mit der Organspende nämlich nicht. Nur weil es der aktuelle Wissensstand der Medizin ist, ist noch lange nicht gesagt, dass dem Hirntod auch immer und zwingend der Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems folgen muss und das er immer und zwingend irreversibel ist. Auch die Feststellung des Hirntods enthält ein gewisses Maß an Unsicherheit, denn diejenigen, die den Hirntod feststellen sind nur Menschen - und die können Fehler machen. Selbst wenn man also den Hirntod als endgültigen Tod akzeptiert, kann man berechtigte Zweifel an der Organspende haben. Und das obwohl die gesetzlichen Bestimmungen vollständig umgesetzt sind, das System also quasi "perfekt" funktioniert.

Liquid0815 zweifelt aber nun sogar die Sicherheit des Spenderorganverteilsystems an. Dazu hat er jedes Recht und seine Zweifel sind auch berechtigt, weil auch hier nur Menschen am Werk sind und solche Systeme, die das Leben des potentiellen Organspenders schützen sollen, versagen können.

Ob man einen Organspendeausweis bei sich trägt oder nicht und was dann möglicherweise drinnen steht, das ist die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen. Ich halte es auch für richtig wenigstens ein Mal mit seinen Angehörigen über das Thema gesprochen zu haben, damit diese durch eine evtl. nötige Entscheidung nicht völlig überfordert werden (und auch damit die eigenen Wünsche durchgesetzt werden) - aber letztlich muss auch das jedem selber überlassen werden.

Und die Entscheidung die da jeder für sich trifft, die hat ganz einfach akzeptiert zu werden und ist kein Grund für persönliche Angriffe.

Die Idee Organentnahme erstmal grundsätzlich zu legitimieren und den Menschen lediglich ein Verweigerungsrecht einzuräumen halte ich übrigens für sehr bedenklich.

Gruß Malte

Liquid0815 11.02.2007 22:53:30

Zitat:

Zitat von Xaro (Beitrag 1184794)
Die Idee Organentnahme erstmal grundsätzlich zu legitimieren und den Menschen lediglich ein Verweigerungsrecht einzuräumen halte ich übrigens für sehr bedenklich.

Was spricht deiner Meinung nach dagegen?

Xaro 11.02.2007 23:01:53

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184832)
Was spricht deiner Meinung nach dagegen?

Die Tatsache, dass dann die Doktrin gilt Hirntod = "wirklicher" Tod gilt.

Das ist als "Arbeitshypothese" sicher sinnvoll (besonders wenn man überhaupt Spendenorgane haben möchte ;) ) - aber ich halte es für sehr sinnvoll wenn jede Person einzeln (und durch einen eigenen Entscheidungsprozess) dieser Idee zustimmen muss.

Ums mal sehr überzogen zu formulieren: ich hielte es auch nicht für sinnvoll wenn Pi gesetzlich auf 3,141 592 653 589 793 238 462 definiert würde - auch wenn es wohl außreichend genau wäre um damit zu arbeiten.

Ist das nachvollziehbar?

Gruß Malte

Liquid0815 11.02.2007 23:07:03

halbwegs. :roll:

Denn jede Person wird auch in Zukunft darüber selbst bestimmen dürfen, ob ihre Organe gespendet werden, oder nicht, da man eine Spende ja immernoch verhindern kann. Am besten wäre ein Datenbank, auf die alle Krankenhäuser zugreifen könnten, nachdem der 100%ige Tod festgestellt wurde. Und zwar erst wirklich dann erst. Das würde auch vorbeugen, eventuelle Angehörige nicht zu erreichen oder ähnliches. :roll:

Xaro 11.02.2007 23:15:54

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184886)
Am besten wäre ein Datenbank, auf die alle Krankenhäuser zugreifen könnten, nachdem der 100%ige Tod festgestellt wurde. Und zwar erst wirklich dann erst. Das würde auch vorbeugen, eventuelle Angehörige nicht zu erreichen oder ähnliches. :roll:

Da irrst du, und da liegt auch das eigentliche Problem der Organspende. Die Organe eines Toten nützen niemandem mehr etwas. Der Mensch muss noch leben damit seine Organe transplantiert werden können. Darum wird definiert, dass der Hirntod bereits der endgültige Tod ist. Das ist wie gesagt eine Definition (eine gut begründete natürlich) aber keine medizinische Tatsache.

Selbst wenn man diese Tatsache akzeptiert, ergibt sich das Problem, dass der Hirntod (im Gegensatz zum vollständigen Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems) nicht mit vollständiger Sicherheit diagnostiziert werden kann.

Gruß Malte

voigtcyber 12.02.2007 15:18:04

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184832)
Was spricht deiner Meinung nach dagegen?

Solange es Keine Datenbank gibt könnte der Arzt z.B. sagen das keine schriftliche Ablehnung zur Organspende vorhanden war.

Wannabe 13.02.2007 10:28:20

Zitat:

Zitat von birnchen (Beitrag 1184487)
sorry, aber das ist echt der größte blödsinn den ich je gehört hab. in deutschland ist alles rechtlich geregelt, auch wann sie deine maschine abstellen dürfen. man du bist echt ein schisser. sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

Sorry aber Menschen wie dich Verstehe ich echt nicht. Hört sich ja an als ob du Menschen vorhaltungen machst die nicht bereit sind zu Spenden. Dabei bist du doch nichtmal betroffen, oder ?

Naja ich selber bin kein Organspender, möchte auch nicht das meine Organe entnommen werden, habe aber dadurch das ich meine eigene Leber abstoße sehr viel mit anderen zu tun die Leberimplantate haben oder halt noch auf wartelisten stehen. Und von denen ist bis jetzt keiner so verbissen gewesen wie du grad klingst. Sie sind dankbar wenn jemand dazu bereit war, ein Organ zu spenden und sie dadurch Leben können, aber würden niemals jemanden einen Vorwurf machen, nur weil er es nicht möchte. Von daher find ich es auch durchaus O.k., wenn man hier in Deutschland sich drum kümmern muss, wenn man spenden möchte und nicht umgekehrt. Viele junge Menschen denken nicht darüber nach, dass sie bald sterben könnten und einige davon haben vielleicht dennoch nicht den Wunsch das ihnen Organe entnommen werden.

Agroschx 13.02.2007 12:16:34

Hm,

ich hatte mal so nen Ausweis - aber jetzt benötige ich keinen mehr da meine Organe sowieso keiner haben möchte (O-Ton meiner Ärzte).

Zurück zum Thema an sich.

Es ist sicher Schade das es so wenige mögliche Spender gibt, aber das liegt auch sehr daran (in meinen Augen) das es zu wenig Aufklärung gibt. Was meint ihr was ich schon höre wenn ich möchte das sich Leute in die Datenbank für mögliche Spender im Falle von Leukämie eintragen sollen. Viele haben Angst vor Operationen die gar nicht stattfinden. Das als Beispiel. Es liegt also zum großen Teil an der Aufklärung .

Was ich allerdings falsch finde ist wenn es denen die nicht als Organspender registriert sind vorgeworfen wird. Das ist ganz alleine die persönliche Entscheidung jedes einzelnen und egal wie gut oder schlecht man sie findet - diese sollte man auch akzeptieren. Und Totschlagargumente wie z.B. "Wenn es dein Kind wäre...." finde daneben.

birnchen 13.02.2007 12:49:20

naja das is vielleicht bissl falsch rübergekommen. ich werfe es niemandem vor, wenn er sich nicht dazu durchringen kann seine organe zu spenden.

aber es ist faulheit zu sagen ich brauch keinen ausweis, denn dann macht man es seinen angehörigen nur unnütz schwer. und es ist feige zu sagen, ich hatte mal einen ausweis, war also mal bereit dazu, aber nur weil mir nen arzt weismachen wollte, die würden zu schnell den strom abdrehen hab ich jetzt keinen mehr. dieses argument finde ich einfach zu schwach.

ärzte erzählen auch viel wenn der tag lang ist. die erzählen auch immer daß sie nen tolles studium abgelegt haben, aber wenn ich dann so manche von denen hier im praktikum hatte, da kriegt man regelrecht angst daß man wirklich mal richtig krank werden könnte...

Nightfire 13.02.2007 13:17:15

Also ich denke jeder sollte einen Ausweis tragen, dass zeigt wenigstens das man sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat. In diesem Ausweis gibt es ja durchaus die Option, die Entscheidung jemand anderem zu übertragen oder die Organspende komplett abzulehnen.

Zum anderen Einwand: Die Illuminaten bringen Organspender im Krankenhaus um, um mit den Organen eine Alien-Mischrasse zu erzeugen. Ist meines erachtens genauso abwegig.

Cya Nightfire

Caro_van_Kuchen 17.02.2007 10:55:10

Mhh....das ist n nettes Thema. Ich hab mir letzte Woche einen Organspendeausweis ausgefüllt und zu meinem Perso getan. Viele Menschen wissen ja garnicht dass man auf sonem Ausweis auch "Nein" ankreuzen kann. Ich möchte es meiner Familie nicht überlassen wollen soetwas zu entscheiden und ich finde es ist sehr wichtig dass man darüber redet.
In einigen Ländern werden ja sogar ohne Organspendeausweis oder fragen der Angehörigen Organe entnommen im falle eines Hirntodes oä....das find ich schon ziemlich krass. Dagegen ist Dtl. ja noch echt "unterbemittelt". Die Aufklärungsarbeit in dem Bereich kommt in jedem fall zu kurz. Da muss was getan werden!

voigtcyber 17.02.2007 11:24:50

Zitat:

Zitat von Caro_van_Kuchen (Beitrag 1210276)
Mhh....das ist n nettes Thema. Ich hab mir letzte Woche einen Organspendeausweis ausgefüllt und zu meinem Perso getan. Viele Menschen wissen ja garnicht dass man auf sonem Ausweis auch "Nein" ankreuzen kann. Ich möchte es meiner Familie nicht überlassen wollen soetwas zu entscheiden und ich finde es ist sehr wichtig dass man darüber redet.
In einigen Ländern werden ja sogar ohne Organspendeausweis oder fragen der Angehörigen Organe entnommen im falle eines Hirntodes oä....das find ich schon ziemlich krass. Dagegen ist Dtl. ja noch echt "unterbemittelt". Die Aufklärungsarbeit in dem Bereich kommt in jedem fall zu kurz. Da muss was getan werden!

Wem sagst du das. Leider sind die Informationen die die meisten denken zu haben falsch.

Valle 19.02.2007 23:23:16

Ich habe mir auch letzten Freitag einen Ausweis in der Apotheke geholt.
Das ist ja echt mehr als einfach. Ist ja quasi nur ne Erklärung, die man ausfüllen muss. Kein Test und keine Anmeldung. Theoretisch könnte man ja auch auf nen Zettel schreiben, was mit dem Körper passieren soll, wenn man ihn mal nicht mehr braucht.
Ich zitiere da mal aus Sin-City "Ein alter Mann stirbt, ein junges Mädchen lebt. Guter Tausch"
So stell ich mir das vor, habe auch einige Debatten mit Freunden geführt, in denen ich sie zuerst überreden wollte, bis mir klar wurde, dass das auf jeden Fall eine indivuelle Entscheidung bleiben muss.

Wenn ich tot bin, dann bin ich tot, und bevor sie verrotten, sollen meine Organe lieber einem Menschen helfen. Da lebt ja dann ein Teil von mir in ihm/ihr weiter. Eigentlich doch das schönste, was es gibt.

Ich habe mal gehört, dass die Eigenschaften des Spenders teilweise auf den Empfänger übergehen. Also Geigerherz bekommen, plötzlich musikalisch. Was wisst ihr davon? Habt ihr schon Erfahrungen mit Organspenden, oder wenigstens Bekannte? Ich nicht wissentlich.

Leider muss die Sache ja anonym bleiben, aber das ist doch wirklich ein supertheologisches Thema. Was der Empfänger wohl für Eigenschaften von mir bekommt...?

Agroschx 20.02.2007 08:17:48

Zitat:

Zitat von Valle (Beitrag 1222429)
Was der Empfänger wohl für Eigenschaften von mir bekommt...?

Er meldet sich bei Klamm an :mrgreen:

voigtcyber 20.02.2007 08:28:34

Ich glaub nicht das sowas passiert. Ist woll eher Einbildung vom Empfänger. Aber man kann ja nie Wissen.

Schwarzdrossel 14.06.2007 13:34:03

Organspende - Wie steht ihr dazu?
 
Ja, hallo erstmal!
Als selbst Betroffene stehe ich diesem Thema natürlich recht aufgeschlossen gegenüber.
Edit: Ich glaube, ich sollte hier mal ein bisschen über meine Geschichte schreiben, damit ihr meine Beweggründe besser versteht:

Ich leide an einer Krankheit (obwohl das 'leide' eigentlich doof ausgedrückt ist...) namens Juvenile Nephronophtise. Das ist eine genetische Erkrankung, vererbt über rezessive Gene der Eltern, die mit einer Chance von 25 % im Kind zu einer dominanten Erkrankung führen. (Es gibt insgesamt 4 Varianten in der Vererbung, deshalb die 25%).
Für die betreffenden Organe (ind iesem Fall die Nieren) bedeutet das, das sie in einem über Jahre dauernden, chronischen Prozess die Funktion einstellen.
Bei einem Chronischen Nierenversagen gibt es vier Stadien:

Zitat:

Symptome
Der Beginn einer chronischen Niereninsuffizienz ist meist schleichend und verläuft häufig sogar lange Zeit beschwerdefrei. Deshalb wird die Erkrankung oftmals erst in einem fortgeschrittenen Stadium auffällig, da erst dann die charakteristischen Symptome auftreten. Es gibt vier Stadien einer Niereninsuffizienz.
Im ersten Stadium (kompensiertes Dauerstadium) ist die Filtrationsleistung der Nieren vermindert. In diesem Stadium liegen keine Beschwerden vor, es kann lediglich zu vermehrtem nächtlichem Wasserlassen (Nykturie) kommen. Der fortschreitende Untergang des Nierengewebes führt in den folgenden beiden Stadien (Stadium der kompensierten Retention und Stadium der präterminalen Niereninsuffizienz) zur Verminderung der Harnbildung bis hin zum Harnverhalt und entsprechendem Anstieg von harnpflichtigen Substanzen, Elektrolyten und Wasser im Blut. Der Anstieg dieser Substanzen hat eine Schädigung der inneren Organe zur Folge. Neben typischer gelblicher Hautfärbung und Hautjucken durch Einlagerung der Harngifte in die Haut kommt es zu Leistungsabfall, Immunschwäche , Blutdruckanstieg, später zu Störungen des Magen-Darm-Traktes mit Erbrechen und Durchfällen, Beeinträchtigung des Herz-Kreislauf-Systems und des Nervensystems. Im Endstadium (terminale Niereninsuffizienz) kommt es zur Urämie (=Harnvergiftung) mit den o. g. Symptomen sowie Zuspitzung der Symptome bis hin zum Tod.
Quelle:http://www.aok.de/bund/tools/medicit...e.php?icd=6052
In meinen ersten drei Lebensjahren hatte ich keine Einschränkungen, aber dann ging es los. Ich hörte auf zu wachsen, bekam X-Beine und schreckliche Schmerzen beim Laufen Ich wusste genau, wie die kleine Meerjungfrau sich gefühlt haben muss...). Ich hängte mich nachts an den Wasserhahn und trank literweise Wasser, bis ich nicht mehr konnte. Ich wusste selbst nicht, warum ich das tat, ich hatte nur das unbedingte Gefühl, ich müsse das tun.
Das führte zu Ärger mit meinen Eltern, vor allem mit meinem Stiefvater, weil ich wieder anfing ins Bett zu machen. (welches Kleinkind macht das nicht?)
Tja, lange Rede, kurzer Sinn: Mir ging es immer schlechter, doch da Niereninsuffizienz bei Kindern so selten ist, wurde mein Zustand von den Magdeburger Ärzten nicht ernst genommen.
Wir liefen von einem Doktor zum nächsten, von Röntgenärzten zu Orthopäden und Sportärzten, doch alle meinten, es wäre nichts und ich würde simulieren. Das letztendlich überhaupt herauskam, dass ich so sehr krank bin, war reiner Zufall. Weil ich anfing, ein starkes Zittern zu entwickeln (was ich heute noch habe, keinen Dank an all die Stümperdoktoren da draußen), gingen wir zu einer Neurologin, die das tat, was all die Mediziner hätten tun sollen: Sie nahm mir Blut ab.
Danach fuhren wir in den Urlaub, es war 1989 und wahnsinnig heiß, doch ich schwitzte nicht mehr, weil mein Körper nach und nach alle Funktionen einstellte. Ich wollte nicht mehr essen oder trinken, hatte weder Durst noch Hunger.

Als wir wieder nach Hause kamen, lag ein Zettel im Briefkasten, der besagte, dass das Labor wohl einen Fehler gemacht habe, die Werte seien viel zu hoch und wir sollten zur Hausärztin zur Nachkontrolle. Gesagt, getan. Wir fuhren also dorthin und ließen mir Blut abzapfen. Ich kann mich erinnern, dass wir sehr lange warten mussten und die Doktorin mich nach dem Ergebnis gar nicht mehr heim ließ, sondern von ihrer Praxis aus ein Taxi rief, dass mich in eine Kinderklinik brachte. Dort weiß ich noch, dass ich in einem Untersuchungszimmer auf einer Liege saß, und auf einmal das ganze Zimmer voller Leute war, die alle sehr aufgeregt waren. Ich weiß, dass ich in der Nacht schrecklichen Durst hatte, und lange nach einer Schwester rief. (Ich war so klein, dass ich in ein Gitterbett passte, da kommt man so schnell nicht raus.) Auch kann ich mich erinnern, das am anderen Morgen, als die Schwestern kamen und uns aus den Betten holten, ich weder sitzen noch stehen wollte. Mir wurde einfach unglaublich schlecht, sobald ich in eine aufrechte Position gebracht wurde. Bis jedoch das Personal gepeilt hat, das ich gerade im Sterben lag, verging ein bisschen zuviel Zeit. Als sie das Ganze endlich begriffen hatten, war der Teufel los.

Mir wurden eine Infusion und ein Blasenkatheter gelegt (schmerzhafte Sache, das) und nach meiner Mutter geschickt, die zu Hause bei meiner kranken kleinen Schwester war. Sie wurde dort von einem Taxifahrer abgeholt, der ihr lediglich sagte, es wäre etwas mit mir, jedoch keine näheren Informationen dazu gab, egal, wie sehr sie danach fragte.

….

Sorry, Leute, aber ich merke gerade, wie sehr mich das aufwühlt. Ich habe das zwar schon oft erzählt, aber das Schreiben scheint einen Unterschied zu machen….

Nach den Aufregungen der letzten Wochen zum Thema Organspende dachte ich mir, erkundige ich mich mal, wie die Klammer dazu so denken.

Was haltet ihr von Organspende?
Würdet ihr Organe spenden?
Wenn ja, warum?
Wenn nein, warum?
Habt ihr einen Spenderausweis?

Und die wichtigste Frage: Was wisst ihr über Organspende?

Edit: So, ich editiere mal. Von den Klammern, die bisher gepostet haben, haben folgende einen Spenderausweis:

Blaq
Yerusha
wundertuetchen
noone
JeriC
Leo
Hypnotic
Xhollowboyx
Valle

http://yerusha.pytalhost.com/anbet.gif http://yerusha.pytalhost.com/anbet.gif http://yerusha.pytalhost.com/anbet.gif

Durch den Thread darauf gekommen sind:
MiMo666
coquic


http://yerusha.pytalhost.com/umarmung.gifhttp://yerusha.pytalhost.com/umarmung.gifhttp://yerusha.pytalhost.com/umarmung.gifhttp://yerusha.pytalhost.com/umarmung.gif

xhollowboyx 14.06.2007 13:43:55

Ich hab nen Organspendeausweis. Und habe auch absolut kein Problem damit, Organe zu spenden.
Ich kann damit ja sowieso nichts mehr anfangen, wenn ich tot bin. Dann kann ich damit wenigstens noch jmd. helfen.

Ich bin auch für das Gesetzt, dass jedem die Organe entnommen werden, außer er hat sich vorher ausdrücklich dagegen entschieden!

Benutzer-1872 14.06.2007 13:52:05

Generell bin ich für Organspenden, da durch sie Menschen ein besseres oder überhaupt ein Weiterleben ermöglichen. Natürlich muss die Spende freiwillig und nicht erzwungen oder erkauft sein (Thema Organhandel). Keiner sollte zum Spenden gezwungen werden, sofern er irgendwelche moralischen Bedenken hat.
Ich selbst besitze keinen Spenderausweis. Ein Grund dafür ist, meiner Meinung nach, dass das Thema Organspende zuwenig im Mittelpunkt steht und ich dadurch noch nicht auf die Idee gekommen bin mich als Spender zu melden. Außerdem will ich nicht schon jetzt an mein eigenes Ende denken.
Zugegeben weiß ich auch nicht sehr viel darüber. Reicht es wirklich, wenn man eine Erklärung schreibt, dass man seine Organe spenden will und diese mitführt?

csjudge 14.06.2007 14:08:24

Immer raus mit dem Stuff, was juckts mich wenn ich hinüber bin. Finde man sollte das ganze auf auf dem "Wie du mir, so ich dir!"-Prinzip aufbauen: Wer nicht spendet, bekommt auch nix! Ganz einfach...

Hypnotic 14.06.2007 14:20:18

Ich hab schon seit ich 17 bin einen Organspendeausweis im Geldbeutel.
Ich finde das ne schöne Vorstellung, dass ich so vielleicht ein anderes Leben retten/verbessern kann.

Schwarzdrossel 14.06.2007 14:22:02

Zitat:

Zitat von sam940 (Beitrag 1678497)
Zugegeben weiß ich auch nicht sehr viel darüber. Reicht es wirklich, wenn man eine Erklärung schreibt, dass man seine Organe spenden will und diese mitführt?

Nun, am besten ist es natürlich, wenn du einen Spenderausweis mit dir führst, damit die Ärzte wissen, woran sie sind. Du solltest auch mit deinen Angehörigen darüber sprechen, damit sie im Falle eines Falles wissen, was dein Wille gewesen wäre. Spenden scheitern häufig an der Nichteinwilligung der Angehörigen, da diese entweder nicht wissen, ob das im Sinne ihres Kindes/Elternteils/Wasauchimmer wäre oder dagegen sind.
Einen Spenderausweis bekommst du bei jeder Krankenkasse.

Hast du sonst noch Frage zu den Verfahren?

Talion 14.06.2007 14:27:46

Den Ausweis bekommt man auch im Internet zum Ausdrucken, z.B. hier.

Leo 14.06.2007 14:36:59

Zitat:

Zitat von Talion (Beitrag 1678656)
Den Ausweis bekommt man auch im Internet zum Ausdrucken, z.B. hier.

kann man da auch bestellen.

ich hab auch einen im geldbeutel. wieso sollt ich nicht helfen, wenn ich mal tot bin? mir isses dann eh egal...
ich bekomms nicht mehr mit.

mighty666 14.06.2007 14:39:07

irgendwie war ich bis jetzt zu bequem dafür. aber jetz hab ich mal den link durchgeklickt und mir das ding runtergeladen.
nachher dann ausfüllen und ab in geldbeutel damit.

für ne bessere welt =)

DragonLilly 14.06.2007 14:42:36

Meine Familie weiß das ich das gerne meine Organe spenden möchte um so vielleicht noch anderen helfen zu können.
Diesen Wunsch habe ich auch in meiner Patientenverfügung hinterlegt.
Ein Organspenderausweis kommt für mich aber nicht in Frage.

Ihr könnt von mir denken "die spinnt doch" aber ich habe mich viel zu ausgiebig mit dem Thema befasst und sehr viel erlebt, um ganz gutgläubig mein Leben in die Hände anderer zu legen.

Vielleicht ändert sich meine Meinung, wenn ich erst im Krankenhaus arbeite, aber das glaube ich nicht, denn die meisten Mediziner besitzen diesen Ausweis selbst nicht, dass muß schon einen Grund haben.

Schwarzdrossel 14.06.2007 14:45:09

Zitat:

Zitat von MiMo666 (Beitrag 1678713)
irgendwie war ich bis jetzt zu bequem dafür. aber jetz hab ich mal den link durchgeklickt und mir das ding runtergeladen.
nachher dann ausfüllen und ab in geldbeutel damit.

für ne bessere welt =)

Du machst mich stolz. Ehrlich.

http://yerusha.pytalhost.com/ghosti.gif http://yerusha.pytalhost.com/party2.gifhttp://yerusha.pytalhost.com/happydance.gif

Man kann in dem Ausweis auch festlegen, welche Organe man spenden will und welche nicht. Ich besitze ebenfalls einen und habe alle meine Organe außer den Nieren (Haha) und der Haut zur Spende bestimmt.

Liquid0815 14.06.2007 14:45:29

ähm... wird das hier die neuauflage eines bereits existierenden threads:

http://www.klamm.de/forum/showthread.php?t=78588

:lol: aber vielleicht könnte man die threads ja irgendwie verschmelzen.

Schwarzdrossel 14.06.2007 14:59:52

Zitat:

Zitat von DragonLilly (Beitrag 1678724)
....ändert sich meine Meinung, wenn ich erst im Krankenhaus arbeite, aber das glaube ich nicht, denn die meisten Mediziner besitzen diesen Ausweis selbst nicht, dass muß schon einen Grund haben.

Aus dem gleichen Grund wie alle anderen Leute auch: Bequemlichkeit und der Glaube, "sowas" nie zu brauchen, da man ja unsterblich ist.

Zitat:

Zitat von DragonLilly (Beitrag 1678724)
Meine Familie weiß das ich das gerne meine Organe spenden möchte um so vielleicht noch anderen helfen zu können.
Diesen Wunsch habe ich auch in meiner Patientenverfügung hinterlegt.

So kann man das auch machen, wenn man keinen Ausweis bei sich tragen will.

JeriC 14.06.2007 17:02:36

Zitat:

Zitat von Schwarzdrossel (Beitrag 1678743)
Du machst mich stolz. Ehrlich.

http://yerusha.pytalhost.com/ghosti.gif http://yerusha.pytalhost.com/party2.gifhttp://yerusha.pytalhost.com/happydance.gif

Man kann in dem Ausweis auch festlegen, welche Organe man spenden will und welche nicht. Ich besitze ebenfalls einen und habe alle meine Organe außer den Nieren (Haha) und der Haut zur Spende bestimmt.

Ich alle bis auf das Gehirn :ugly:

Trag' den Ausweis auch schon ein paar Jahre mit mir rum, seit die mal beim Blutspendertermin irgendwo auslagen, um genau zu sein.

Valle 14.06.2007 18:30:44

Ich hab jetzt auch seit einem halben Jahr einen.
Ich hab in der Schule drüber nachgedacht, und mir dann in der großen Pause einen geholt. Ist ja nur ein Zettel, den man ausfüllen muss, mehr nicht.

Ich finde es klasse, weil ich dir vorstellung wunderschön finde, dass mit meinem Tod jemand anderes Leben gerettet wird. Also nicht, dass ich jetzt deswegen gerne sterbe, aber ... naja, ich bin dann tod, was soll ich mit meinen Organen?:ugly:

Dragonlilly, was meinst du denn, wieso die Ärzte keinen haben?
Glaubst du, dass man im Notfall "anders behandelt" wird?

DragonLilly 14.06.2007 18:39:20

Zitat:

Zitat von Valle (Beitrag 1679747)

Dragonlilly, was meinst du denn, wieso die Ärzte keinen haben?
Glaubst du, dass man im Notfall "anders behandelt" wird?

Sowas hat mit Vertrauen zu tun.
Gibst Du einem fremden deine Börse mit all Deinem Geld nur weil er Dir sagt das er Dir hilft es zu vermehren? (Ja ich weiß der Vergleich hinkt, es geht mir hier nur ums Bewußtsein für Wert)
Warum also soll ich unnötigerweise mein Leben mit dem eines anderen Menschen in eine Waagschale werfen oder werfen lassen.
Bei keiner Behörde sind alle Menschen gleich, meinst Du das es bei Organspenden so ist?

Maastaaa 14.06.2007 19:09:48

Ich bin da noch unentschlossen und mit mir selber nicht im Reinen ob ich mir einen Organspendeausweis holen würde. Daher die Option "Wie bitte?". ;)

Generell aber eine gute Sache.

blaq 14.06.2007 21:57:23

Hab heute 3 Organspendeausweise bestellt. Einen für mich und zwei für Freunde, die das auch schon länger im Kopf hatten.

yerusha 14.06.2007 22:04:28

Ich habe einen, seit ich 14 bin und das sind mittlerweile stattliche 21 Jahre (Gott, bin ich alt :ugly: )

Ich finde es wichtig, zu spenden. Was nützen mir meine Organe noch nach meinem Tod? Nichts. Doch anderen Menschen können sie das Leben retten (sofern sie verwendbar sind).

Ich bin z.B. auch für die Regelung, daß jeder automatisch Organspender ist, es sei denn, er widerspricht der Spende und trägt DAS mit sich in der Brieftasche herum. Denn es gibt so unglaublich viele Menschen, die immer wieder sagen "Jo, würd ich ja machen, aber bin noch nicht dazu gekommen, einen Ausweis zu beantragen" oder ähnliche Ausreden. Bequemlichkeit oder was auch immer - wenn die Gesetze anders wären, ist man gezwungen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich zu fragen "Will ich der Regelung widersprechen?"

Ich kenne auch die Vorbehalte, die viele Leute haben, nämlich daß man im Zweifelsfall vielleicht eher als Ersatztteillager behandelt wird und die Ärzte sich nicht genug Mühe geben, das Leben des Patienten zu retten, sondern einen sterben lassen, weil sie mit den Organen stattdessen 2, 5 oder mehr anderen Menschen helfen können. Ich bin vielleicht zu naiv für diese Welt, aber ich glaube immer noch an den Hippokratischen Eid und daran, daß der Großteil der Ärzte sich daran hält. Und sollte ich mich jemals in einem kritischen Zustand befinden, so ist in meiner Patientenverfügung ohnehin geregelt, wer die Entscheidung über die Abschaltung irgendwelcher lebenserhaltenden Maßnahmen trifft und das sind nicht die behandelnden Ärzte in dem Moment.

Die Regelung, daß nur Menschen als Empfänger eines Organs in Frage kommen, wenn sie selber zum Spenden bereit sind, halte ich zumindest für fragwürdig, denn wer will das überprüfen? Beispielsweise erkrankt jemand und braucht eine Niere. Er ist 35 und hatte bislang noch keinen Ausweis. Und nun? Schnell einen ausstellen lassen? Oder ist das Kriterium, er muß seit mindestens 5, 10, 15 Jahren einen haben? Oder jemand, der grad mal 15 ist, braucht ein neues Herz. Hat sich aufgrund des jungen Alters noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt.
Der Ansatz so einer Regelung ist vielleicht nicht verkehrt, aber die Durchführung und Überprüfung sind nahezu unmöglich.

Was auch wiederum erleichtert werden könnte mit der gesetzlichen Regelung als automatischem Organspender, bis man widerspricht. Dann gäbe es vielleicht nur noch 2 Gruppen von Menschen, bei denen es schwierig ist, Minderjährige (Ich denke, eine solche gesetzliche Regelung mit Widerspruch sollte von Minderjährigen nicht verlangt werden) und Menschen, die der Spende widersprochen haben. Doch wer würde sich vor so jemanden hinstellen und sagen "Sie haben einen Widerspruch in der Brieftasche, deshalb lassen wir sie jetzt auch sterben!"? - Davon abgesehen, kann man so einen Widerspruch im entscheidenden Moment auch vernichten und steht dann widerum als Empfänger zur Verfügung.

Sorry für's lange Posting, ich glaub ich hab heute Sabbelwasser getrunken 8O - oder ich will einfach nur mal wieder meine Keys etwas pushen :biggrin:

wundertuetchen 14.06.2007 22:25:20

ich habe meinen Ausweis bestimmt schon drei Jahre. Falls es nötig sein sollte, kann alles von mir verwendet werden, mit Ausnahme der Augenhornhaut und der Haut.
Das war aber mehr ein Zugeständnis an meine Familie. Die wollten nicht, dass meine *angeblich* so schönen Augen "zerstückelt" werden. Und mit der Haut fanden die auch nicht so prickelnd. Wenn man einen Schnitt von der Organentnahme hat, kann man den ja zunähen, aber bei Haut würde halt ein größeres Stück fehlen und dann kann ich ja nicht äußerlich unversehrt in den Himmel kommen (O-Ton meines Vaters) :ugly:
Da ich sowieso eine Einäscherung wünsche, wäre mir das nicht so wichtig, aber wenn es dem Familienfrieden hilft, gehe ich halt diesen Kompromiss ein.

Meine Tochter hat mir gegenüber geäußert, dass sie ihre Organe spenden möchte, falls sie sterben sollte (sie ist 13). Wir haben uns lang über dieses Thema unterhalten und sie findet es richtig, dass anderen Kindern geholfen werden kann durch ihre evt. Spende.
Mein Sohn mit seinen 10 Jahren versteht das wohl noch nicht so ganz. Das ganze drumherum ist einfach noch zu komplex für ihn. Er hat gesagt, dass er es im Augenblick noch nicht möchte und das würde ich auch respektieren. Er ist ja noch jung und kann seine Meinung noch ändern, wenn er will.

kopi-marl 14.06.2007 22:46:14

Ich habe das Problem, dass ich grundsätzlich dafür bin. Ich spende auch regelmäßig Blut und möchte evtl. auch gerne ein Organ haben, wenn ich es brauche. Als ich meine Partentenverfügung mit meiner Frau zuzsammen ausgefüllt habe (sie ihre auch), kamen wir auf das Thema. Und sie hat mich darum gebeten, keinen Pass zu beantragen. Da ich zum einen (nur) fünf Jahre älter bin und die Lebenwahrscheinlichkeit des Mannes immer noch geringer ist, als der der Frau, meinte sie, dass sie es niemals überwinden könnte, mich als ausgeschlachteten Menschen unter die Erde zu bringen. Das Argument, dass eigentlich die Organe des gesunden, verunfallten Menschen gefragt sind, brachte mich in der Diskussion nicht wirklich weiter ;) Und der Gedanke, dass ich wesentlich vor der Lebenserwartung sterben könnte und einem jungen Leben eine neue Chance geben könnte, führte eher zu einer Depression als zu einer Überzeugung.

Da ich aber grundsätzlich mit meiner Ehefrau alle wesentlichen Dinge zusammen entscheide, habe ich den Pass noch nicht. Aber grundsätzlich sind meine Innereien für alle verfügbar, sobald ich sie nicht mehr brauche! Sorry, etwas krass ausgedrückt! Im tiefsten Inneren meines Gewissens heißt es, dass ich gerne meine Organe zur Verfügung stelle, wenn ich sie nicht mehr wirklich brauche, oder: Organspende = http://www.derbeistand.de/jpg/smile/s_thumbup.gif

coquic 14.06.2007 23:17:05

wusste bis eben nicht das es ohne arzt geht :D
dachte das wäre viel komplizierter.
in 2min gedruckt, ausgefüllt, ausgeschnitten und ins portmoney getan


kommentar: "schade das ich tod bin. hoffentlich hilfts jmd. :) "

dnake für den tip ;)

noone 14.06.2007 23:35:44

Ich habe auch einen. Allerdings habe ich das Spenden von Gehörknöchelchen und Hornhaut des Auges davon ausgeschlossen. Wenn ich schon ausgeschlachtet werde, dann soll das auch Leben retten 8).

synthpower 18.06.2007 08:13:56

Hallo,

ich habe "meine Organe gehören mir" gewählt, allerdings nur mangels differenzierter Wahlmöglichkeiten.

Da es ja "meine Organe" sind möchte ich auch bestimmen, wer im Falle eines Falles ein Organ bekommen soll. Klar, wenn ich tot bin, dann kann's mir eigentlich egal sein, aber irgendwie hätte ich was dagegen, wenn ein Alkoholiker meine Leber bekommt und diese dann auch wieder kaputtsäuft, ein Kinderschänder mein Herz bekäme oder dergleichen (okay, hypothetische Beispiele und vllt. auch etwas an den Haaren herbeigezogen). Wenn ich bestimmen dürfte, wer meine Organe bekommt, dann würde ich mich nach meinem Ableben "ausschlachten" lassen.

Die berechtigte Gegenfrage ist natürlich: was würde ich machen, wenn ich selbst mal ein lebenswichtiges Organ brauchte? Logischerweise sollte ich es ablehnen, die Organe eines Toten zu bekommen und im Grunde ist das auch meine derzeitige Einstellung, aber kann ich auch in einer entsprechenden Situation so konsequent bleiben? Um ehrlich zu sein: ich weiß es nicht.

Was ich hingegen machen würde: für ein Familienmitglied ein Organ spenden (also zu Lebzeiten).

VG, Andy

Ambro 18.06.2007 08:36:31

Ich hab auch nen Organspenderausweis im Geldbeutel. Nachdem ich schon als Kind eine Freundin hatte, die dringend ein Spenderherz brauchte und gesehen habe, wie schwierig das ist, war mir eigentlich schon immer klar, wie ich dazu stehe. Die Arbeit im Krankenhaus hat das nur noch bestärkt. Ich werde mich auch demnächst noch in der deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen. Das ist ja vielleicht auch für die Leute hier, die nach dem Tod nicht ausgehöhlt werden wollen, eine Möglichkeit, noch zu Lebzeiten Gutes zu tun! :)

MasterCoder 18.06.2007 16:28:50

Ich wusste gar nicht, dass es so einfach ist, einen Organspenderausweis zu holen. Ich hab mir jetzt auch mal einen ausgedruckt, auch wenn ich mich nicht mit den Gedanken auseinander setzen möchte, was nach dem Tod mit mir passiert, aber wenn man das ganze von der anderen Seite betrachtet wäre ich auch froh, wenn ich ein Spenderorgan bekommen würde, wenn ich es bräuchte.

phip 18.06.2007 19:00:59

Ich habe keinen Spendenausweis... Die Gründe liegen eher in wahrscheinlich unbegründeten Ängsten, dass ich möglicherweise zu früh ausgeschlachtet werden könnte... Für ein Familienmitglied würde ich vielleicht (das kann man erst dann sagen, wenn man in der Situation ist) spenden, aber nach meinem Tod sollten die Organe schön mit den restlichen Körper begraben werden...

Prinzipiell finde ich es aber sehr gut, wenn Menschen einen Organspendenausweis haben...

synthpower 18.06.2007 19:05:03

Zitat:

Zitat von phip (Beitrag 1696946)
Ich habe keinen Spendenausweis... Die Gründe liegen eher in wahrscheinlich unbegründeten Ängsten, dass ich möglicherweise zu früh ausgeschlachtet werden könnte...
Prinzipiell finde ich es aber sehr gut, wenn Menschen einen Organspendenausweis haben...

Du kannst ja auf dem Organspende-Ausweis auch "Nein" ankreuzen.

Künftig sollte man auf jeden Fall einen dabei haben, da eine Gesetzesänderung geplant ist, wonach künftig auch Organe entnommen werden dürfen, wenn kein Spenderausweis vorliegt.

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news206649

nappy_roots 18.06.2007 21:36:11

also eigentlich hab ich schon einen ausweis seit 2000 oder so.

jetzt wos mir einfällt, weiss ich gar nicht, wo der ist.
muss ich mir ma nen neuen holen 8O

aber bin eigentlich schon für organspende

flaschenkind 18.06.2007 22:45:58

Ich bin auch für Organspende. Wenn man tot ist braucht man sie eh nicht mehr. Damit kann man sogar dann anderen Menschen das Leben retten :)
Nen Ausweis habe ich nicht, da ich noch unter 16 bin. Aber sobald es soweit ist, werde ich mir den auch besorgen.

BloodyMary 18.06.2007 22:54:24

Den Organspendeausweis habe ich seit vielen Jahren in der Tasche, ich spende regelmäßig Blut und bin in der Knochenmarkspenderdatei registriert.

Bis zur Organspende vergehen aber hoffentlich noch ein paar Jahre. ;)

flaschenkind 18.06.2007 22:56:42

Zitat:

Zitat von BloodyMary (Beitrag 1698199)
Bis zur Organspende vergehen aber hoffentlich noch ein paar Jahre. ;)

Es gibt auch Organe, die man spenden kann, wenn man noch lebt, z.B. die Niere ;)

BloodyMary 18.06.2007 22:58:14

Zitat:

Zitat von flaschenkind (Beitrag 1698210)
Es gibt auch Organe, die man spenden kann, wenn man noch lebt, z.B. die Niere ;)

Das käme für mich aber nur im Verwandtenkreis in Frage, und da hoffe ich halt auch, daß das nicht passieren wird. ;)

Tyrell 18.06.2007 23:45:41

Ich habe einen Organspendeausweis seit ca. 5 Jahren. Ich spende alle Organe. Nach meinem Tod ist es mir wirklich egal, was mit meinen Organen passiert. Wenn nach deutschem Recht der Hirntod festgestellt wird, kann ich mir sicher sein, auch wirklich tot zu sein (bzw. kann ich dann eigentlich gar nichts mehr...), daher spende ich alle Organe.

Spyryt 19.06.2007 00:01:28

Ich habe auch seit ca 1,5 Jahren nen Organspendeausweis, ohne Einschränkung. Ich finde es wichtig, dass ich nach meinem Tod eventuell noch andere das Leben retten kann. Was soll ich bitte mit meinen Organen nach dem Tod? Vergammeln lassen? Ne, dafür sind sie wirklich zu schade.

kleiner Tipp: Man sollte seinen Organspendeausweis ALLE ZWEI JAHRE ERNEUERN. (Wird ähnlich gehandhabt wie bei der Patientenverfügung)

Schwarzdrossel 19.06.2007 16:27:55

Das ist ja erstaunlich. Ich hätte gar nicht erwartet, dass so viele einen Ausweis haben... Es ist, Statistiken nach so, dass 80 (!) % der Deutschen für die Organspende sind, davon aber nur 12 % einen Ausweis haben. Noch eine (erschütternde) Statistik: Im Jahr 2005 gab es im Bundesland Nordrhein - Westfalen 173 mögliche Spender, von denen jedoch nur in einem (1) einzigen Fall die Zustimmung der Angehörigen gegeben wurde. Versteht ihr jetzt, wie wichtig es ist, entweder einen Ausweis zu haben oder mit seinen Angehörigen darüber zu sprechen?
Mit den Organen, die ein Mensch mit sich herumträgt, kann er nach seinem Hirntod mindestens 6 Menschen das Leben retten oder erleichtern.

Talion 19.06.2007 17:17:26

Die Umfrage kann aber auch nicht als repräsentativ gelten. Zum einen besteht eine Vorauswahl (Leute, denen das Thema egal ist bzw. die nicht darüber nachdenken wollen, klicken den Thread gar nicht erst an) und zum anderen unterstelle ich mal, dass ein paar Leute, die keinen Ausweis haben, gar nicht erst an der Umfrage teilnehmen, weil sie öffentlich ist.

klamm 19.06.2007 17:22:12

Ganz einfach: Wenn ich tot bin, können die mit meinen Organen machen was sie wollen. Wenn's jemandem hilft >> prima!

nappy_roots 20.06.2007 21:42:14

Zitat:

Zitat von flaschenkind (Beitrag 1698164)
Ich bin auch für Organspende. Wenn man tot ist braucht man sie eh nicht mehr. Damit kann man sogar dann anderen Menschen das Leben retten :)
Nen Ausweis habe ich nicht, da ich noch unter 16 bin. Aber sobald es soweit ist, werde ich mir den auch besorgen.

ich hatte mir glaub ich meinen ersten schon mit 15 ausgefüllt ;)

flaschenkind 20.06.2007 21:50:33

Zitat:

Zitat von nappy_roots (Beitrag 1706965)
ich hatte mir glaub ich meinen ersten schon mit 15 ausgefüllt ;)

Das würde aber nichts nützen, da die nicht gültig sind, wenn wirklcih was passieren sollte.

Requiem 21.06.2007 09:21:24

intressantes Thema, habs jetzt schon mehrfach auf der Startseite gesehen, jetzt komm ich mal dazu mich damit auseinander zu setzten

also eins vorweg. Ich habe keinen Organspenderausweiß

Prinzipell möchte ich aber sehr gerne mit meinern Organen helfen, da mein Bruder krank ist seit er sieben jahre alst ist und es häufiger, wenn es akut ausbricht, passiert dass er kurz vor einem Nierenversagen steht. Allerdings ist das eigentliche Problem nicht seine Niere sondern eine Autoimmunerkrankung (genauer gesagt ein Nephrotisches Syndrom) Also würde ihm eine neue Niere nichts nützten. Allerdings wenn er eine neue Niere brauch weil eine seiner Nieren nicht mehr genügend Leistung bringen kann, bzw. gänzlich tot ist, wäre ich sofort bereit mich auf Spendentauglichkeit überprüfen zu lassen, auch wenn ich dann einige körperliche Einschränkungen hin nehmen müsste.
Also bin ich prinzipell sehr dankbar dafür wenn Leute gerettet werden können mit Spenderorganen. Wenn er ins Krankenhaus muss, liegt er häufig mit Leuten auf einem Zimmer die gerade neue Organe erhalten haben. Und er kriegt auch mit, dass einige vorher sterben, bevor sie ein passendes Organ bekommen. Deswegen setzt ich mich da schon länger mit auseinander. Aber irgendwie kann ich mich bis heute nicht dazu durchringen wirklich einen Spenderausweiß zu beantragen. Ich kann nicht beschreiben wieso ich das nicht mache, ich geh auch jedes Mal Blutspenden, wenn wieder ein Termin bei uns in der Stadt ist, und da kriegen ja auch andere, mir fremde Menschen "einen Teil von mir"
Trotzt allem habe ich nach wie vor Vorbehalte dagegen. Vielleicht ist es auch einfach, weil ich mich noch nicht mit meinem eigenen Tod befassen will. Oder eben wegen meinem Bruder, weil es bei ihm ein paar Mal kurz davor stand, dass er vielleicht nciht wieder aus dem Krankenhaus kommt mist ist kann nicht mehr weiterschreiben ...

Banane 21.06.2007 09:28:47

Mich kannst Du auch in den ersten Post eintragen, hier in Österreich ist man nämlich automatisch Spender, außer wenn man sich in ein Widerspruchsregister eintragen lässt. :D
:arrow: http://de.wikipedia.org/wiki/Widerspruchsl%C3%B6sung

edit:
Es gab nebenbei schon eimal eine Disskussion zu diesem Thema hier im Forum:
:arrow: [N] Organspende: Trotz Rekordzahlen immer noch zu wenig Spender

Requiem 21.06.2007 10:29:25

so ich hab mich wieder beruhigt.

und ich habe mich jetzt eben auch entschlossen mir mal so einen Ausweiß zu holen, mal gucken was ich dann eintrage wenn er hier ist.

SumoSulsi 21.06.2007 10:34:19

Falls ich sterben sollte sind meine Organe frei verfügbar ... und da ich potenzieller Organspender bin (Motorradfahrer) werden sie wohl auch noch einigermassen frisch sein wens soweit is :ugly:

Lebendspenden von Nieren oder so würd ich net machen ... mir wären die persönlichen Einschränkungen zu gross ... resp wen dann die einzelne noch versagt zu doof aufn Spenderorgan warten zu müssn -.-

Als Knochenmarkspender bin ich ebenfalls eingetragen und Blut spenden geh ich alle 3 Monate

Nightwalker 21.06.2007 10:41:54

Bin auch seit 2 Jahren mit nem Ausweis versorgt den ich immer bei mir führe!

inken63 21.06.2007 11:49:02

Auch ich trage seit mind. 10 Jahren so einen Ausweis in meinem Portemonnaie. Und habe mir gerade wieder einen neuen ausgefüllt und einschweißen lassen. Von mir können sie nach meinem Tode auch alles haben - bis auf die Augen (damit habe ich mich selbst schon 44 Jahre rumgeärgert).
Da ich mich sowieso verbrennen lasse, ist es doch egal was da noch verbrannt wird

darkkurt 21.06.2007 17:47:39

Ich hab meinen Ausweis seid ich Blutspender bin (ca. 14 Jahre)

glowhand 21.06.2007 18:10:12

Also ich persönlich habe keinen Organspendeausweis. Bin auch garnicht bereit zu spenden. Möchte mir nicht mal vorstellen, wie man meine Leiche aufschneidet und irgendwelche Organe rausnimmt...
OK, damit könnte ich vielleicht Leben retten, aber das geht mir dann auch zu weit.
Und wenn ich für meine Haltung keine Organe gespendet bekomme, falls ich mal welche brauche, dann ist das auch OK. Da bin dann auch dazu bereit, das einzusehen.

darkkurt 21.06.2007 18:11:31

Naja, die Würmer sollen ja auch was von Dir haben, ne? :evil:

phip 21.06.2007 18:20:32

Naja, ein toter Mensch ist auch noch ein Mensch... Und deshalb bleibt auch die Würde des Menschen bestehen, der schon tot ist.

Requiem 21.06.2007 18:22:18

aber findest du es würdelos wenn man durch dich helfen kann?

phip 21.06.2007 18:34:56

Nein, das wollte ich damit nicht sagen... Ich finde es nur billig, wenn ein toter Mensch nur aufs Verwesen reduziert wird... Mehr wollte ich ja nicht sagen... Ich bin ja derzeit sowieso am Überlegen, ob ich mir nicht mal nen Organspendenausweis zumindestens bestelle... ;)

Xaro 21.06.2007 18:37:47

Zitat:

Zitat von Tyrell (Beitrag 1698320)
Wenn nach deutschem Recht der Hirntod festgestellt wird, kann ich mir sicher sein, auch wirklich tot zu sein

Du kannst dir dann sicher sein hirntod zu sein. Zumindest wenn die Ärzte die Tests ordentlich gemacht haben - aber das ist wahrscheinlich, denn den Hirntod müssen zwei Ärzte unabhängig voneinander festgestellt haben bevor es mit dem Zerschnibbeln losgehen kann.

Tod (definiert als Versagen des Herz- Kreislaufsystems) bist du aber erst nach der Organentnahme - und das dann auch mit Sicherheit.

Dass der Hirntod gleich dem Tod ist, legt lediglich das Transplantationsgesetz fest - da könnte man aber auch anders zu stehen.

Gruß Malte

Requiem 21.06.2007 18:38:04

ich denke so meinte darkkurt das nicht ;) aber stimmt kann man auch raus lesen *g*

synthpower 21.06.2007 18:38:52

Zitat:

Zitat von glowhand (Beitrag 1710120)
Also ich persönlich habe keinen Organspendeausweis. Bin auch garnicht bereit zu spenden. Möchte mir nicht mal vorstellen, wie man meine Leiche aufschneidet und irgendwelche Organe rausnimmt...

Dann solltest Du Dir aber trotzdem einen besorgen und "Nein" ankreuzen, da sich in D die Rechtslage höchstwahrscheinlich ändern wird (siehe mein Post weiter oben: hier klicken)...


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 01:27:58 Uhr.