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News-Bot 29.01.2007 08:10:01

[N] Organspende: Trotz Rekordzahlen immer noch zu wenig Spender
 
Folgende News wurde am 28.01.2007 um 20:56:00 Uhr veröffentlicht:
Organspende: Trotz Rekordzahlen immer noch zu wenig Spender
SternShortnews

Zitat:

Im Jahr 2006 sind in Deutschland insgesamt über 4.000 Organe von gut 1.250 Spendern verpflanzt worden. Dies ist eine neue Rekordzahl. Trotzdem ist die Anzahl der Spenderorgane viel zu gering. Im Moment warten etwa 12.000 Erkrankte auf ein Organ. Außerdem starben im vergangenen Jahr im Durchschnitt täglich drei Personen, die auf der Warteliste für Organe standen. In Deutschland haben nur zwölf Prozent der Bevölkerung einen Organspendeausweis, allerdings wären viel mehr Menschen bereit, eigene ...

flofree 29.01.2007 08:14:20

Trotz Rekord sind diese Zahlen schon mehr als traurig.

Viele sind einfach zu faul, einen Organspendeausweis in der Tasche zu tragen.

Noch schlimmer finde ich die Vorwürfe, dass man eher stirbt, sollte man sich zu einer Organspende bereit erklären.

Fakt ist, dass nur ein Hirntoter als Organspender in Frage kommt. Erst wenn ein Hirntod festgestellt ist, kann man diese Option in Betracht bringen. Als Organspender wird übrigens alles doppelt und dreifach überprüft ob man auch wirklich Hirntod ist, im Gegensatz zu hirntoten "Nichtspendern".

Hirntote können nur noch mit Maschinen überleben, ansonsten haben diese keine andere Möglichkeit mehr.


Im Übrigen sollte jeder, einen Organspendeausweis in seiner Tasche haben, egal ob eine Einwilligung gegeben wird, oder nicht.


Unter http://www.organspende-info.de/extra...spendeausweis/ gibt es Organspendeausweise.

darkkurt 29.01.2007 18:52:48

Ich habe meinen Organspenderausweiß seid 5 Jahren im Portemonnaie

spockonline 29.01.2007 19:01:16

In Belgien und in den Niederlanden macht man es genau andersherum: jeder ist automatisch Organspender - es sei denn, er/sie lehnt dies ausdrücklich ab.

Derjenige der perdu nicht spenden will, muss dies schriftlich an der Zentralstelle mitgeteilt haben und die Ablehnung bei sich tragen. Hat das Problem mit den Mangelorganen aber auch nicht behoben - die Leute werden einfach zu alt und der Mensch lebt sicherer/gesünder, außerdem rettet die Medizin heute Patienten mit einer simplen OP, die sonst vor 10-15 Jahren gestorben wären, weil es die Technik noch nicht gab. Es sterben einfach zu wenig Menschen.

NewFrontier 29.01.2007 19:05:54

Zitat:

Zitat von flofree (Beitrag 1118924)
Viele sind einfach zu faul, einen Organspendeausweis in der Tasche zu tragen.

Was hat das mit Faulheit zu tun? Schon mal drüber nachgedacht das es Leute geben könnte die nicht das geringste Interesse an diesem Thema zeigen?

Es bleibt nach wie vor ja wohl jedem freigestellt. Oh man :yawn:

EDIT: Mag sein das viele keinen bei sich tragen; vielleicht ist die Entscheidung da noch nicht gefallen.

darkkurt 29.01.2007 19:09:52

Zitat:

Zitat von Casinomeister (Beitrag 1121382)
Es bleibt nach wie vor ja wohl jedem freigestellt. Oh man :yawn:

Der Organspendeausweiß beschleunigt auf jeden Fall den Ablauf. Du kannst der Organspende Grundsätzlich wiedersprechen und schon ist die Sache erledigt.

Wenn du einen Unfall hast und keine Ausweiß, müssen erst Angehörige ausfindig gemacht werden, die entscheiden MÜSSEN. Das kannst du ihnen mit einem kleinen Papier abnehmen.

Von daher ist es schon "Faulheit", sich mit dem Ausweiß nicht zu beschäftigen.

birnchen 11.02.2007 15:17:12

also ich hab seit etwa 10 jahren so nen ausweiß im portemonaie weil ich es meiner mama nicht zumuten will zu entscheiden, ob sie mir organe entnehmen dürfen oder nicht. außerdem wissen sie dann auch gleich, was sie mit mir machen sollen, wenn sie mich "ausgenommen" haben. das kann man da nämlich auch mit reinschreiben.

voigtcyber 11.02.2007 19:37:59

Den Ausweiß bekommst du auch bei deinem Hausarzt wo man ja im Algemeinen hin und wieder mal erscheint. Ich hab auch aschon seit jahren einen. Allerdings gibt es auch Leute die damit Ethische Probleme haben. Es gibt ja auch Leute die an ein Leben nach dem Tod glauben und meinen das die dann mit Schäden Reakaniert werden.

Liquid0815 11.02.2007 19:42:42

Ich habe schon von Ärzten gehört, die keinen Organspendeausweis haben, aus Angst, einer ihrer Kollegen würde mehr Wert auf die Organe als auf den vor ihm liegenden Patienten legen... Äußerst bedenklich, wenn sich Ärzte Gedanken darüber machen, die müssen ja wissen, wie es in der Praxis verläuft. :(
Da finde ich die Regelung in Belgien und Niederlanden besser, da wird es keinen Mangel wie bei uns geben. :roll:

edit: ich persönlich habe kein Problem damit, Organe zu spenden, ich hätte jedoch Probleme damit, wenn nach einem Unfall nach möglichen Empfängern für mein Herz etc. gesucht wird, wenn ich noch lebendig auf dem OP-Tisch liege... ich weiss nicht, in wiefern die Ärzte wissen, ob ein Organspender vor ihnen liegt, jedoch kenne ich viele Ärzte, die aus den oben genannten Gründen keinen Organspendeausweis haben. Sind zwar keine Ärzte, die in der Notaufnahme arbeiten, oder in der Chirurgie, aber es sind dennoch Ärzte, die wohl Ahnung von der Materie haben... :roll: Was spricht in Deutschland eigentlich gegen eine gesetzliche Regelung?

Banane 11.02.2007 20:16:41

Zitat:

Zitat von spockonline (Beitrag 1121363)
In Belgien und in den Niederlanden macht man es genau andersherum: jeder ist automatisch Organspender - es sei denn, er/sie lehnt dies ausdrücklich ab.

Ist in Österreich auch so, darum gibt es in Österreich auch mehr Spender pro Jahr (relativ zur Bevölkerung).

Liquid0815 11.02.2007 20:24:00

Zitat:

Zitat von Banane (Beitrag 1183209)
Ist in Österreich auch so, darum gibt es in Österreich auch mehr Spender pro Jahr (relativ zur Bevölkerung).

Hmm... ich frag mich dann ernsthaft, warum nicht in Deutschland? Schließlich hat auch hier jeder weiterhin das Recht, sich GEGEN eine Organspende zu entscheiden. :roll:

voigtcyber 11.02.2007 20:25:16

Ist doch ganz einfach. Die Politiker hatten noch keine 3 Jahre zeit sich darüber zu streiten.

darkkurt 11.02.2007 22:40:14

Irgendwie drollig - auf der einen Seite wird immer gejammert, der Staat würde alle bevormunden: Tempolimits, Rauchverbote - alles gilt automatisch als "Bervormundung" und damit undemokratisch.
Bei der Organspende HAT jeder das ausdrückliche Recht, zu sagen, ob und wenn ja was er bereit ist, zur Verfügung zu stellen - aber ein Großteil der Bevölkerung tut es einfach nicht...

Der einzige Punkt ist, einen Spenderpaß im Portmonnaie zu haben...

Hier übrigens Klarheit zur gesetzlichen Regelung:

http://de.wikipedia.org/wiki/Organsp...iche_Situation

Liquid0815 11.02.2007 22:42:39

Zitat:

Zitat von darkkurt (Beitrag 1184394)
Bei der Organspende HAT jeder das ausdrückliche Recht, zu sagen, ob und wenn ja was er bereit ist, zur Verfügung zu stellen - aber ein Großteil der Bevölkerung tut es einfach nicht...

Hätte er bei einer anderen Regelung auch. Er HAT das recht, ausdrücklich sein Organ NICHT für eine Spende freizugeben.

darkkurt 11.02.2007 22:44:21

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184409)
Hätte er bei einer anderen Regelung auch. Er HAT das recht, ausdrücklich sein Organ NICHT für eine Spende freizugeben.

Mal Ne Farge - hast du einen Spenderpaß bei dir? :biggrin:


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